Mehrjährige Pflanzenfreude auf Balkonien und Terrassien

Auch im Topfgarten auf Balkon, Terrasse oder Dachterrasse kann man mehrjährige Pflanzen anbauen – sowohl solche fürs Auge und Gemüt als auch Köstlichkeiten für den Gaumen. Tipps zum Anbau in Pflanzgefäßen. (aktualisiert 2021)

Topfgarten mit mehrjährigen Pflanzen

Mehrjährige Pflanzen in Töpfen und Kübeln: Lavendel, Weißer Scheinsonnenhut/Purpursonnenhut Echinacea purpurea, Schmetterlingsflieder und andere

Viele urbane Gärtner und andere Hobbygärtner, die wenig Platz für ihre Gartenleidenschaft haben, weil sie beispielsweise nur einen Balkon oder eine Terrasse/Dachterrasse nutzen können, beschränken sich bei ihrer Pflanzenauswahl auf einjährige Sommerblumen und vielleicht ein paar nicht winterharte Kräuter, die sie in Kästen, Kübeln und Töpfen anbauen. Manche haben vielleicht noch ein paar Balkontomaten oder Chili-Pflanzen in irgendeiner Ecke stehen, doch erst wenige trauen sich an mehrjährige Pflanzen heran.

Bei winterharten Pflanzen für den Balkon denken die meisten auch eher an (Zwerg-) Koniferen oder andere immergrüne Gehölze als an mehrjährige Stauden und laubabwerfende Obst- oder Ziergehölze. Sie fürchten, dass diese im Winter draußen erfrieren, wenn sie im Topf, Kübel, Pflanzkasten oder anderen Pflanzgefäßen und nicht in gewachsenem Boden stehen oder einen Überwinterungsplatz im Gewächshaus erhalten.

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Ich habe im Laufe der Jahre jedoch mit einigen mehrjährigen Kräutern, Stauden und (Obst-) Gehölzen in meinem Topfgarten gute Erfahrungen gemacht – damit meine ich nicht Kübelpflanzen, die man im Gewächshaus überwintert, sondern Pflanzen im Kübel/Pflanzgefäß bei Überwinterung im Freien!

Eine Herausforderung ist der Standort meines Topfgartens: Er befindet sich auf einem begrünten Tiefgaragendach in Oberbayern (kalte Winter), an der Südseite eines Wohnhauses (sehr heiße Sommer).

Die Pflanzgefäße in meinem Topfgarten waren lange vorwiegend aus Ton/Terrakotta, bis auf ein paar schwarze Kübel aus der Studentenzeit. Zwar hätte mir schon immer auch Stein gut gefallen hätte, war mir jedoch zu schwer und zu teuer. Inzwischen experimentiere ich mit einigen der modernen Kübelmaterialien wie Metall in Rostoptik oder Fiberglas-Steingemische (Verbundmaterialien).

Weißer Purpursonnenhut Echinacea purpurea ‚Baby Swan‘ in einem Pflanzkübel aus einem Verbundmaterial, das wie verwitterter Stein ausschaut und inzwischen – wie auch die Staude – schon zwei Winter draußen gut überstanden hat. („Woodley“ von Emsa/Esteras Amazon.de *)

Die alten Plastikkübel verwende ich inzwischen nur selten und nur noch in der zweiten Reihe, nicht nur, weil sie nicht besonders schön sind, sondern sich der schwarze Kunststoff in der Sonne stark erwärmt.

Köstlichkeiten aus dem Mehrjährigen-Topfgarten

Blühender Thymian im Topfgarten

Blühender Thymian im Topfgarten

Trotz der schwierigen Standortverhältnisse klappt die Kultur und die Überwinterung von Schnittlauch, Thymian, Rosmarin und Salbei im Topf bzw. Kübel sehr gut – von Frühjahr bis Spätherbst ernte ich würzige Kräuter auf meiner Terrasse. Während der warmen Monate erhalten sie von mir Wasser nach Bedarf und ich dünge sie während der Hauptwachstumszeit mehrmals mit einem organischen Flüssigdünger oder Festdünger.

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Wenn der Schnittlauch blüht, schneide ich die Blütenhalme heraus und würze den Salat, Gebratenes oder überbackenes Gemüse mit den zerpflückten Blüten. Die im Herbst absterbenden Halme des Schnittlauchs legen sich von alleine wie ein Schutz über seinen Topf mit den Schnittlauchbulben. Ich lockere dieses trockene“Nest“ an sonnig warmen Spätwintertagen etwas auf, sobald die jungen Triebe sichtbar werden, damit sie mehr frische Luft bekommen. Ich entferne die alten Halme jedoch erst im Frühjahr komplett, wenn die neuen Schnittlauchhalme schon kräftig durchdrücken und keine allzu tiefen Fröste mehr zu erwarten sind.

Auch Thymian ernte ich fortlaufend und freue mich an seinem intensiven Aroma. Nach der Blüte schneide ich ihn etwa um die Hälfte zurück. Er treibt sofort frische Würztriebe aus.

Der Salbei sieht (wie manchmal auch der Thymian) nach dem Winter ganz furchtbar aus. Während ich den Thymian im Frühjahr eventuell in einen größeren Topf pflanze und anschließend gieße und dünge, schneide ich den Salbei im Frühjahr sehr stark zurück, denn so viele Blätter, wie er jedes Jahr hervorbringt, kann ich nicht verbrauchen.

Mini-Kiwis 'Weiki' im Kübel

Mini-Kiwis (‚Weiki‘) auf der Terrasse. Im Sommer sind die schönen Blätter eine Zierde, im Herbst gibt es (nach ein paar Jahren) süße Früchte zum Naschen.

Viele Jahre lang hatte ich auch zwei Mini-Kiwis Actinidia arguta „Weiki“ (Auslese der TUM in Weihenstephan) im Kübel auf der Terrasse stehen. Die Weiki-Pflanzen mit dem schönen Laub und den roten Blattstielen brauchen einen großen Kübel und ein Spalier, aber wenig Pflege – lediglich störende Triebe entfernt man oder kürzt sie ein. Ansonsten erhalten Weikis während der Wachstumszeit viel Wasser und gelegentlich Dünger. Früchte trug die Weiki allerdings erst nach ein paar Jahren – und das tun Weikis übrigens nur, wenn man mindestens eine weibliche und eine männliche Pflanze hat. Mehr zur Weiki.









Inzwischen gibt es nicht nur verschiedene Mini-Kiwi-Arten*, sondern auch klein bleibende Obstbäume, Erdbeeren und Heidelbeeren für Töpfe und Kübel, die man auf der Terrasse oder dem Balkon anbauen und ernten kann.

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Was fürs Auge im mehrjährigen Topfgarten

Zwar sehen auch Kräuter schön aus, doch mögen die meisten Menschen gerne ein paar auffälligere Farbtupfer mit längerer Blütezeit zwischen dem Grün. Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und andere Nützlinge lieben zwar die Blüten von Rosmarin und Salbei im Frühjahr, aber im Sommer macht man sich selbst und ihnen eine Freude, wenn man etwas mehr bietet.

Bodendeckerrose 'Lavender Dream' im Kübel

Bodendeckerrose ‚Lavender Dream‘ im Kübel

Mit Rosen im Kübel habe ich schon mehrmals gute Erfahrungen gemacht und konnte manche Beetrose auch im Kübel über Jahre kultivieren. Wenn sie dann doch irgendwann abstarben, ließ sich das immer auf Gießfehler zurückführen, es lag nicht an der Kälte im Winter. Man muss im Spätwinter an sonnigen Tagen ans Gießen denken! Vorletzten Herbst habe ich eine neue Rose, ‚Lavender Dream‘ ®, gepflanzt. Sie sieht nicht so aus, wie ich sie mir vorgestellt hatte (diese hätte ich ‚Clownsgesicht‘ getauft), aber sie hat inzwischen den zweiten Winter gut überstanden und treibt sehr schön aus.

Lampenputzergras im Kübel

Lampenputzergras ‚Hameln‘ und Balkon-Verbene vertragen sich gut im Kübel

Vorletzten Herbst wollte ich es dann wissen und kaufte einige sonnen- und trockenheitsverträgliche Stauden, Gräser und Gehölze, um mit ihnen einen Mini-Staudengarten im „Prairie-Style“ über mehrere Kübel verteilt anzulegen. Dieser Stauden-Topfgarten sollte den Übergang von meinem neuen, kleinen Staudenbeet (ebenfalls mit sonnen- und trockenheitsverträglichen Stauden und Gräsern bepflanzt) hin zur Terrasse bilden, wo ansonsten Gemüse, Kräuter und Sommerblumen in großen Kübeln und kleineren Töpfen/Topfregal stehen.

Stauden sind ausdauernde, krautige Pflanzen, die jedes Jahr nach dem Winter neu aus dem Wurzelstock oder anderen Speicherorganen austreiben. Präriestauden sind Stauden, die Sonne und Trockenheit vertragen, ein Klima wie in den Prärien Nordamerikas, wo sie normalerweise auch ihre Heimat haben. Ich dachte, eine Prairie sei nicht unähnlich dem Standort, den ich meinen Stauden bieten kann. Ein wichtiger Unterschied ist jedoch, dass die Wurzeln in der Prairie sehr tief reichen können, während sie bei mir im Staudenbeet auf dem Tiefgaragendach knapp 20 cm und in den Kübeln zwischen 20 und 40 cm Bodentiefe zur Verfügung haben. Außerdem stammen nicht alle von mir verwendeten Stauden aus Nordamerika, doch war mein Ziel, im Kleinen die Luftigkeit einer Prairie nachzubilden.

Im Herbst 2012 pflanzte ich also Sonnenhut Echinacea ‚Baby Swan White‘, Prachtscharte Liatris, Regenbogen-Schwingel Festuca amethystina, kleinwüchsiges Lampenputzergras Pennisetum alopecuroides ‚Hameln‘ in Kübel. Alle diese Stauden kamen sehr gut über inzwischen zwei Winter – genauso auch die oben bereits erwähnte Rose und ein Sommerflieder/Schmetterlingsflieder Buddleja davidii ‚Black Knight‘, die als Hintergrund bzw. Übergang an einen verwilderten Garten erinnern sollten. Soweit meine Vision!

Topfgarten mit mehrjährigen Stauden und Gehölzen

Topfgarten mit mehrjährigen Stauden und Gehölzen wie Purpur-Sonnenhut ‚Baby Swan White‘, Lavendel und anderen

Gartengestaltung mit Stauden: Von Foerster bis New German Style*

Da die Stauden-Kübel im Mai dann doch noch etwas trist aussahen, habe ich eher aus Verlegenheit eine niedrigbleibende, pinkfarbene Balkonkasten-Verbene hinzugepflanzt (es gibt nämlich eigentlich mehrere Arten an „Prairiegarten-Verbenen“, die blau-lilafarben sind und höher werden). Doch auch Balkon-Verbene und Lampenputzergras vertragen sich bisher sehr gut zusammen im Kübel.

Lavendel ist ein Halbstrauch

Lavendel ist ein kleiner Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum

Seit letztem Jahr gehört auch ein Lavendel (ein kleiner Halbstrauch) zu meinem
Prairie-Style-Topfgarten, obwohl der Lavendel ja aus dem Mittelmeerraum stammt – über Überwinterungserfahrungen im Topf kann ich allerdings erst demnächst berichten, genauso auch wie zur Überwinterungsfähigkeit der Balkon-Verbene.

Topfgarten im Winter

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Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es meist nicht die Kälte ist, die die mehrjährigen Pflanzen umbringt, denn die haben sie ja auch in harten Wintern überstanden – was nicht heißt, dass man grundsätzlich auf Kälteschutzmaßnahmen verzichten soll. Aber wenn Pflanzen den Winter nicht überstanden haben, dann konnte ich das fast immer auf zu wenig oder zu viel Pflege zurückführen. Meine beiden wichtigsten Pflegetipps aus meiner Erfahrung heraus:

  • Mehrjährige Pflanzen erst im Frühjahr zurückschneiden, denn Frost greift von der Spitze her an.
  • Mehrjährige Pflanzen an sonnigen Tagen auch bei Bodenfrost vorsichtig gießen. Das Wasser in kleinen Mengen in den Wurzelbereich geben – so viel, dass die Pflanze etwas aufnehmen kann, wenn die oberirdischen Pflanzenteile Wasser verdunsten, aber nicht so viel, dass der Wurzelstock im Sumpf steht, der über Nacht zu einem kompakten Eisblock friert.
Schmetterlingsflieder Buddleja davidii 'Black Knight' mit Tagpfauenauge

Auch der Schmetterlingsflieder Buddleja davidii ‚Black Knight‘ hat den zweiten Winter im Kübel überstanden. Hier ein Bild vom letzten Jahr: ein kleiner Blütenstand mit Tagpfauenauge.

Buchtipp zum Gärtnern in Töpfen:
Gestaltungs, Bepflanzungs- und Pflegetipps für Pflanzen in Töpfen, Kübeln und Kisten auf Balkon, Terrasse, im Eingangsbereich und anderswo: Bepflanzungen nach Jahreszeit und/oder Dauerbepflanzungen – dekorative, duftende Pflanzen, Pflanzen für Schmetterlinge, Bienen und Nützlinge und/oder Arten/Sorten für Selbstversorgeranbau in Pflanzgefäßen.


Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8

 


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Mehr zum Thema Topfgarten

Dieser Beitrag wurde erstmalig 2013 veröffentlicht und danach mehrmals aktualisiert.

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Unterschied zwischen Kompost und Terra Preta

(aktualisiert 14.2.2021)

Kompost und Terra Preta haben vieles gemeinsam:

  • Beide gehören zu einem nachhaltigen Stoffkreislauf.
  • Bei beiden werden mehr oder weniger grobe organische Abfälle (und weitere Ausgangsstoffe) in eine humus- und nährstoffreiche, erdige Substanz umgewandelt.
  • Kompost und Terra Preta wirken als Bodenverbesserer (Luft- und Wasserhaltevermögen, Durchwurzelbarkeit) und Dünger (Nährstoffvorrat).
  • Beide tragen dazu bei, dass weniger Torf abgebaut wird, der sonst in größeren Mengen zur Substratherstellung und zur Bodenverbesserung gebraucht würde.
  • Kompost und Terra Preta tragen direkt und indirekt zum Schutz der Artenvielfalt bei, weil durch sie Moore erhalten bleiben, aber auch, weil sie selbst gut für die Bodenfruchtbarkeit und das Bodenleben sind.
  • Außerdem bleibt durch Kompost und Terra Preta das im Torf gespeicherte Kohlendioxid (CO2) in den Mooren – Klimaschutz.
  • Durch den höheren Humusanteil im Boden bei der regelmäßigen Ausbringung von Kompost und/oder Terra Preta wird außerdem mehr CO2 im Boden gespeichert – das ist ebenfalls positiv für das Klima.

Vergleich von Gartenkompost und Terra Preta

Grundsätzlich unterscheiden sich Kompost, besonders Gartenkompost, und Terra Preta bezüglich der Zutaten, der Prozesse während der Umsetzung, der Vorgehensweise und der Gehalte des Endprodukts.

Kompost

Gartenabfälle werden über die Kompostierung zu einem wertvollem Bodenverbesserer und Dünger

Gartenabfälle werden über die Kompostierung zu einem wertvollem Bodenverbesserer und Dünger.

Die Kompostierung ist schon seit Jahrtausenden bekannt und in Europa verbreitet, wobei sie vermutlich mit der Kompostierung von tierischen Exkrementen begann und seit einigen hundert Jahren systematisiert und verbessert wird. Vor allem seit Ende des letzten Jahrhunderts wurde sehr viel analysiert und erprobt, auch um Torf in Substraten durch andere Stoffe wie Grüngutkompost oder kompostierte Rinde ersetzen zu können. Allerdings hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt der Pflanzenernährung und weniger unter dem Gesichtspunkt  der Ernährung des Bodenlebens und von Humusaufbau.

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Gartenkompost-Herstellung

Zutaten:
Gartenabfälle, pflanzliche Küchenabfälle

Prozesse:
Zerkleinerung durch Würmer, Insekten, Spinnentiere, Springschwänzen usw. und aerobe (luftunterstützte) Verrottung durch Mikroorganismen (Bakterien, Pilze etc.). Bei der Verrottung entsteht Wärme. Das Endprodukt ist der reife Kompost: Er enthält Humus und (teilweise wasserlösliche) Nährstoffe.

Vorgehensweise:
Strukturbildende Ausgangsstoffe wie klein gehäckselter Gehölzschnitt und Stroh sowie nährstoffreiche Ausgangsstoffe wie Grasschnitt, Küchenabfälle und Gemüseabfälle werden gesammelt, miteinander vermischt und aufgehäuft oder in einen Kompostbehälter gegeben. Ein gemischter Kompost mit ausreichender Luftzufuhr riecht nicht und braucht keine Zusatzstoffe. Vor zu viel Regen kann man ihn durch einen Deckel oder eine Folienabdeckung schützen, bei lang anhaltender Trockenheit sollte man etwas gießen – aber nicht zu viel, die Rotte braucht auch Luft. Man kann den Kompost nach 3 bis 6 Monaten umsetzen, muss es aber nicht. Je nach Jahreszeit (Niederschläge, Temperatur) und Lage und in welchem Reifestadium man den Kompost ausbringen möchte, ist der Kompost nach 6 bis 12 Monaten einsatzbereit.

Gehalte von Gartenkompost/Grüngutkompost:
3 l Gartenkompost enthalten im Mittel 16 g Stickstoff (N), 11 g Phosphat (P2O5) und 12 g Kaliumoxid (K2O) sowie Magnesium (MgO), Calcium (CaO), Schwefel, Spurenelemente und nützliche Mineralstoffe. (Quelle: Fischer/Jauch: Leitfaden zur Kompostierung im Garten, HSWT). Die tatsächlichen Werte können je nach Zutaten stark abweichen. Wird mit Kompost gedüngt, wird in der gärtnerischen Praxis auf Dauer pro Jahr nur so viel ausgebracht, wie die Pflanzen während des Gartenjahres an frei werdenden Nährstoffen verbrauchen können. Ähnliches wird auch in der Landwirtschaft angestrebt. Ziel ist es, die Pflanzen zu ernähren, aber nicht zu überdüngen, wegen der Gefahr der Auswaschung ins Grundwasser.

Humusaufbau: Buchempfehlung mit Werbelink zu Amazon.de
Kritiker der derzeit üblichen Anbauweisen mit Düngung nach Nährstoffentzugszahlen, die für Gemüse und landwirtschaftliche Kulturen existieren, argumentieren, dass bei den aktuellen Düngungsempfehlungen (auch für Dünger biologischen Ursprungs) vergessen wird, dass das Bodenleben ernährt werden muss, damit es mehr wird, noch effektiver mit den Pflanzen zusammenarbeitet, beide sich gegenseitig ernähren, ein lebendiger, dauerhaft krümeliger Boden mit hohem Humusanteil entsteht. (Ein paar Stichworte zu dieser Zusammenarbeit: Pflanzen ernähren Mikroorganismen über ihre Wurzelausscheidungen und Wurzelhaare, Mikroorganismen schließen Nährstoffe auf für die Pflanzen und sie bilden den eigentlichen Humus in Form von Humusstoffen und Huminsäuren und schaffen die Krümelstruktur durch die Lebendverbauung von organischem und mineralischem Material, wichtig hier auch Mykorrhiza-Pilze. Alles was das Bodenleben stört oder tötet, muss vermieden werden, vor allem das Wenden, die Brache, Fungizide, statt dessen Lockerung nur bei Bedarf und ohne Wenden, optimaler Fruchtwechsel, Gründüngung, Untersaat, Mulch etc., dann ist wirklicher Humusaufbau (und damit auch CO2-Bindung) bei höheren Gaben an Kompost oder Mist möglich, ohne dass es zu Nahrstoffauswaschungen oder CO2-Freisetzungen kommt.)

Kompost ist nicht gleich Kompost und Terra Preta nicht gleich Terra Preta
Ein Gartenbesitzer oder Selbstversorger gibt seine Küchen- und Gartenabfälle auf den Komposthaufen – das Ergebnis ist der Gartenkompost. Je mehr Gemüseabfälle und Grasschnitt auf dem Kompost landen, desto stickstoffreicher, je mehr abgestorbene Stauden sowie Gehölzschnitt und Stroh, desto stickstoffärmer ist der Gartenkompost. Allerdings sind beide wichtig: die grünen Bestandteile liefern den Stickstoff, die braunen den Kohlenstoff und Struktur für die Luftzirkulation. Am besten gelingt der Kompost, wenn er aus einem Gemisch von nährstoffreichen und strukturbildenden Abfällen entsteht.
Ein Kleinbauer mit Tieren hat dagegen einen Misthaufen, auf dem dann auch die Küchen- und Gartenabfälle landen. Der daraus entstehende Kompost ist dann mehr kompostierter Mist als Gartenkompost/Grüngutkompost und auch reicher an Stickstoff als der „normale“ Gartenkompost – man muss also noch vorsichtiger sein, davon nicht zu viel auszubringen, um die Umwelt nicht zu belasten (jedenfalls bei den herkömmlichen Arten der Bodenbearbeitung und Düngung (der Kultur und nicht des Bodens), dazu ein Buchtipp: Humusaufbau von Gerald Dunst*).
Auch bei Terra Preta kann es Unterschiede geben, je nachdem in welchem Verhältnis die verschiedenen Ausgangsstoffe zusammengebracht wurden.

Mehr zur Kompostierung siehe Kompostierung von Gartenabfällen
Zur Verwendung im Garten siehe Kompost ausbringen

Terra Preta („Terra preta de índio“, schwarze Indianererde)

Terra Preta ist ein wertvoller, nährstoff- und humusreicher Boden. Er entstand über Jahrhunderte durch den Eintrag von Verkohlungsrückständen (Pflanzenkohle), Küchenabfällen und anderer Biomasse sowie Dung, Fäkalien, Knochen und Gräten. Solche Art Böden werden dort gefunden, wo es Wanderfeldwirtschaft mit Brandfeldbau in den feuchten Tropen gab/gibt: beispielsweise im Amazonasbecken in Südamerika. Ähnliche Böden gibt es aber auch in Afrika, Südostasien und sogar Europa. Gerade in den feuchten Tropen neigen Böden – vor allem die, die gerodet wurden oder aus anderen Gründen nicht bewachsen sind, – zur extremen Verarmung, weil Humus sehr schnell abgebaut und Nährstoffe freigesetzt und ausgewaschen werden. Die Verkohlungsrückstände/Pflanzenkohle tragen in einem solchen Klima wesentlich zur Stabilisierung bei – sie machen die Terra Preta so besonders.

Terra Preta aus dem Amazonasbecken kann man bei uns zwar nicht kaufen, aber es gibt Rezepte zur eigenen Herstellung eines Bodenverbesserungs- und Düngungsmittel, das ähnliche Eigenschaften haben soll wie Terra Preta, und man kann auch entsprechende Bodenverbesserer, die nach der Terra-preta-Rezeptur hergestellt wurden und ebenfalls Pflanzenkohle enthalten, fertig kaufen.

Terra-Preta-Herstellung

Zutaten:
Gartenabfälle, Küchenabfälle, Pflanzenkohle, Milchsäurebakterien, (Tierdung), (Urin), (Gesteinsmehl)

Pflanzenkohle kann man selbst herstellen oder fertig kaufen. Milchsäurebaktierien haften natürlicherweise an Gemüseabfällen, können aber auch zugegeben werden. Im Gartenfachhandel werden dafür „Effektive Mikroorganismen“ (EM) angeboten. Zu beidem weiter unten mehr.

Prozesse:
Anaerobe (sauerstofffreie) Milchsäuregärung und aerobe (luftunterstützte) Verrottung

Vorgehensweise zur Aktivierung der Pflanzenkohle:
Die Pflanzenkohle wird zunächst mit wenig Gesteinsmehl, manchmal auch etwas Asche, vermischt und dann mit Urin (zur Aufladung mit Nährstoffen) und der EM-Lösung (zur Belebung mit Mikrolebewesen) befeuchtet. Diese Mischung wird über die Pflanzen- und Gartenabfälle verteilt und diese dann festgestampft. Die anaerobe Fermentation dauert etwa 1 Monat. Danach kann die Masse wie gewohnt auf dem Komposthaufen mit Luft verrotten. (Vorgehensweise nach dem Buch Die Humusrevolution: Wie…*)

Über die Nährstoffgehalte des Endproduktes und die jährliche Nährstofffreisetzung (abhängig von der Anbauweise) gibt es nach meinem Wissen noch keine wissenschaftlich belastbaren Untersuchungen.

Viele Experten bezweifeln, dass die Milchsäuregärung tatsächlich zur ursprünglichen Terra-preta-Herstellung gehört. Sie gehört jedoch zum Fermentieren von Pflanzenabfällen und Essensresten im so genannten Bokashi-Eimer*. Dessen Inhalt wird nach der erfolgreichen Fermentierung auf den Kompost gegeben (kann ein Problem sein für Bokashi-Eimer-Nutzer, die keinen Garten haben).

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Was ist Pflanzenkohle?

Pflanzenkohle, auch Biokohle genannt, ist verkohltes Pflanzenmaterial. Dazu gehört auch die Holzkohle. Die moderne Herstellung von Holzkohle oder anderer Pflanzenkohle nutzt die technische Pyrolyse (Holzvergasung). Die Temperatur bei der Herstellung darf nicht zu tief und nicht zu hoch sein – ist sie zu tief, verkohlt das Pflanzenmaterial nicht genügend und verrottet dann statt dessen, ist sie zu hoch, dann wird die Pflanzenkohle zu Asche und hat dann nicht mehr die guten nährstoffbindenden Eigenschaften der schwarzen Pflanzenkohle. Die Herstellung sollte außerdem so durchgeführt werden, dass die Pyrolysegase nicht ungenutzt in die Atmosphäre entweichen, sondern zum Kochen, Heizen oder zur Stromerzeugung genutzt werden.
Bei YouTube findet man viele Anleitungen zur Herstellung von Pflanzenkohle, in Terra-Preta-Foren und Social-Media-Gruppen gibt es Erfahrungsaustausch über Herstellung, Verwendung und Nutzen von Pflanzenkohle, EM und Terra Preta.

Wer sich die eigene Herstellung von Pflanzenkohle ersparen will, kann sie auch fertig kaufen – sollte aber, wie auch bei der Grillkohle, darauf achten, dass sie nicht gerade aus Tropenholz, sondern am besten aus heimischen Pflanzenabfällen hergestellt wurde. Wichtig ist, dass die Pflanzenkohle über die Beimischung von stickstoffhaltiger Flüssigkeit, die Fermentierung und die Kompostierung „aufgeladen“ und „aktiviert“ wird, bevor sie in den Boden kommt, denn sonst kann sie durch die Stickstoffbindung zu Keim- und Wachstumshemmungen führen.

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Was sind Effektive Mikroorganismen (EM)?

Effektive Mikroorganismen (EM) sind kommerziell vertriebene Mischungen aus natürlich und überall vorkommenden anaeroben und aeroben Mikroorganismen – also solche, die unter Sauerstoffabschluss und solche die mit Sauerstoff aktiv werden – in einer Nährlösung. Hersteller und Inhaber der registrierten Warenmarken Effective Microorganisms und EM ist die Firma Em Research Organization in Japan.
Enthalten sind beispielsweise Milchsäurebakterien wie Lactobacillus casei, andere harmlose Bakterien und Hefen. Die Wirkung der EM als Bodenverbesserer wird von unabhängigen Wissenschaftlern meist nicht bestätigt, lediglich eine höhere Vermehrungsrate von Würmern in der Wurmzucht wurde in einem Versuch beobachtet.

Auch Sauerkrautsaft, saure Milch, Kefir und Sauerteig enthalten lebende Milchsäurebakterien.

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Fazit

Kompostierung und Terra-Preta-Herstellung sind nicht so verschieden. Der Hauptunterschied ist die Verwendung von Pflanzenkohle, die besonders im tropischen Klima wichtig zur Stabilisierung des Endproduktes – Schutz vor Nährstoffauswaschung, Habitat für Mikroorganismen und Humuserhalt – ist. Die sonstigen Eigenschaften der jeweiligen Endprodukte wie Nährstoffnachlieferung, Wasserspeichervermögen etc. hängen von den Ausgangszutaten wie der Art der Pflanzenkohle, deren Verhältnisse zueinander, der weiteren Behandlung und letztendlich der Anbauweise ab.

Wie viel Verbesserung bei uns im deutschen Klima mit Terra Preta möglich ist, hängt vom Ausgangsboden, örtlichen Klima und davon ab, wie gut vorher schon mit Kompostausbringung, Fruchtfolgen, Gründüngung, Mischkultur, pfluglosem Anbau, Anbau ohne Bodenwendung etc. für einen hohen Humusgehalt und eine gute Bodenqualität gesorgt wurde.

Bezüglich Terra Preta sind manche Fragen beispielsweise zum Humusabbau, zur Nährstofffreisetzung und zur Nährstoffversorgung der Pflanzen wissenschaftlich noch nicht ausreichend geklärt. Viele Selbstversorger und Hobbygärtner beobachten positive Wirkungen, doch man weiß nicht, welche Mengen sie ausbringen und ob ein Nährstoffüberschuss eintritt, der dann möglicherweise ins Grundwasser gelangt. Insofern kann man meinem Kenntnisstand nach noch nichts Verlässliches zur jährlichen Ausbringungsmenge im Gemüsegarten oder in der Landwirtschaft – sicher abhängig von der Bodenart und dem regionalen Klima – sagen.

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Torffreie und torfreduzierte Pflanzerden für Balkon, Terrasse, Garten und Gewächshaus

In Blumenerden, Pflanzerden und ähnlichen Substraten aus dem Handel wird Torf zunehmend ganz oder teilweise ersetzt, damit die Moore geschont werden. Die neuen Bestandteile verändern jedoch manche der gewohnten Eigenschaften einer Pflanzerde. Was alle Gärtnernden wissen sollten. (Werbung wegen Markenerkennbarkeit, nicht bestellt, nicht bezahlt, alles selbst gekauft, zuletzt bearbeitet 22.1.2021)

Torffreie Pflanzerden für den Anbau in Töpfen und KübelnDie Frühlingsbepflanzung steht an: Mit torffreien Pflanzerden für Töpfe und Kübel schont man die Moore.

Moore sind ein wertvoller Lebenraum für Pflanzen und Tiere und in ihnen sind große Mengen an Treibhausgasen gespeichert, die bei Trockenlegung frei würden. Dem Klima und der Artenvielfalt zuliebe sollten Moore möglichst unberührt bleiben. Die weitgehende Erhaltung vorhandener Moore ist nur durch Einsparen von Torf möglich.

Torffreie und torfreduzierte Substrate („Erden“)

Als Ersatz für einen Teil des Torfes oder den gesamten Torf wird den Substraten vor allem Grüngutkompost, Rindenhumus, Holzfasern, Hanffasern, Kokosfasern, Kokosmark und/oder Xylit (Schieferkohle) beigemischt.

Beispiele für torffreie (Bio-)Erden

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Was bestimmt die Qualität von Pflanzerden

Die Eigenschaften einer Pflanzerde werden von den Ausgangsmaterialien bestimmt: Von der Feinkörnigkeit/Porenvolumen der Ausgangsmaterialien hängen beispielsweise Wasser- und Nährstoffhaltevermögen sowie die Luftdurchlässigkeit ab.

Grobkörnige Materialien halten Wasser und ebenso eine Nährstofflösung schlecht, dafür lassen sie viel Luft an die Wurzeln. Feinkörnige Materialien sind gute Speicher und Puffer, aber neigen eher zu Staunässe und damit Luftarmut im Wurzelbereich – was die wenigsten Pflanzen mögen.

Eher feinkörnig und damit wasserkapazitäterhöhend sind gesiebter Frästorf, Kokosmark, Grüngutkompost sowie Rindenhumus.

Eher grobkörnig und damit luftkapazitäterhöhend sind Sodentorf, Holzfaser, Kokosfaser und Hanffaser.

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Vom Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis eines Ausgangsmaterials hängt es ab, ob eine Pflanzerde Stickstoff an die Pflanzen abgibt oder alles an sich bindet (auch die Nährstoffe, die gedüngt oder mit dem Kompost verabreicht werden). Holzfasern haben beispielsweise viel Kohlenstoff und wenig Stickstoff – sie entziehen ihrer Umgebung Stickstoff. Grüngutkompost enthält dagegen wenig Kohlenstoff, aber viele Nährstoffe, die abhängig von der Temperatur und dem Feuchtigkeitsgehalt mehr oder weniger schnell freigesetzt werden.

Blumenerden, Pflanzerden, andere Substrate: Auf die Mischung und den Einsatzzweck kommt es an

Bei der Substratanmischung wird versucht, eine Erde mit Eigenschaften für den jeweiligen Zweck zu schaffen: eine feinkrümelige, nicht zu nährstoffreiche für die Aussaat, eine gröbere für die Ansprüche größerer Baumschulpflanzen und noch andere für die Bepflanzung von Pflanzkästen und Kübeln, für den Anbau in Hochbeeten sowie anderen Behältern, für Fruchtgemüse oder Spezialkulturen und so weiter.

Wer in den letzten Jahren die neuen torffreien und torfreduzierten Pflanzerden ausprobiert hat, hat festgestellt, dass selbst die torffreien oder torfarmen Blumenerden, Pflanzerden und ähnliche Substrate für den „universellen Einsatz“ schon von der Struktur und damit von den physikalischen Eigenschaften her ganz unterschiedlich sind, denn jeder Hersteller hat sein eigenes Rezept – vermutlich auch abhängig davon, wie gut seine Bezugsquellen für die verschiedenen Materialien sind. Dazu kommt, dass die verschiedenen Substrate auch unterschiedliche Mengen an verfügbaren Nährstoffen (abhängig beispielsweise vom Kompostanteil, Feuchtigkeit und Temperatur) enthalten: Die einen enthalten (zu) viele verfügbare Nährstoffe und ihr dadurch erhöhter Salzgehalt schadet manchen Keimlingen und salzempfindlichen Pflanzen. Andere versorgen die Pflanzen in der Anfangsphase bis zur ersten Düngung gerade richtig, aber haben keine Reserven. Wieder andere geben von Anfang an keine Nährstoffe frei beziehungsweise entziehen sogar die Nährstoffe, die gedüngt werden, so dass den Pflanzen zu wenig bleibt.

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Tipps zur Verwendung von torffreien und torfreduzierten Pflanzerden in Kübeln

Wer selbst mischt, sollte wissen: Ist die Basis eines torfreduzierten Substrates ein feinkörniger Torf, wirken sich die Torfersatzmaterialen weniger auf die Wasser- und Luftkapazität aus als bei einem torfreduzierten Substrat auf Basis eines groben Torfes.

Ansonsten gilt meiner Erfahrung nach: Bei Direktsaat oder Pflanzung in größere Töpfe oder Kübel kann man in die untere Hälfte die günstigere torffreie Hochbeeterde und oben drauf eine feinkörnigere Pflanzerde füllen. Wichtig ist, die Pflanzen gut zu beobachten, um einen Nährstoffmangel oder -überschuss frühzeitig ausgleichen zu können, und die Feuchtigkeit im Wurzelbereich zu überprüfen, um bedarfsgerecht gießen zu können.

Pflanzen beobachten

Bei Unterversorgung mit Stickstoff wird das Laub der Pflanze von unten her hell und sie wirken spärlich – am schnellsten lässt sich das mit einem Flüssigdünger ausgleichen, in welchem die Nährstoffe bereits in pflanzenverfügbarer Form vorliegen.

Bei Überversorgung sind die Pflanzen dunkelgrün und mastig. Manchmal sind sie sogar an der Spitze schopfartig gebogen. In diesem Fall wird auf die nächsten (Zusatz-)Düngungen verzichtet, bis die Pflanzen wieder normal sind.

Vor dem Gießen checken

Da manche torffreien Substrate immer trocken wirken – vor allem solche mit groben Bestandteilen -, sollte man die tatsächliche Feuchtigkeit mit einem Messgerät überprüfen oder zumindest mit dem Finger vorsichtig, aber tief genug hineinbohren, ob die Pflanze wirklich Wasser benötigt, bevor man gießt.

Torffreie Pflanzerde selbst mischen

Wer seine torffreie Blumenerde selbst mischen möchte, kann dies zum Beispiel nach den folgenden Rezepten:

  • 25% Rindenhumus
  • 25% Gartenkompost
  • 50% Gartenerde

oder

  • 35% Holzfaserstoffe
  • 30% Rindenhumus
  • 25% Gartenkompost
  • 10% Ton
Buchtipp:

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8




  • Werbelink (kleine Provision für mich, wenn auf der Link-Zielseite etwas gekauft wird)
PS: Die drei torffreien Pflanzerden und alle anderen Produkte im Foto oben habe ich selbst gekauft. Not sponsered!

Kontakt für Werbekooperationen: tinto@tinto.de

Quellen und weitere Informationen
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Veröffentlicht unter Garten und Pflanzen, Gewächshaus, Öko-/Bio-Themen, Urban Gardening, Wohnen und Garten | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Torffreie und torfreduzierte Pflanzerden für Balkon, Terrasse, Garten und Gewächshaus

Anschaffung eines Gewächshauses: Worauf kommt es an? Die sechs wichtigsten Aspekte.

Bevor man sich an den Kauf eines Gewächshauses für den Garten, die Dachterrasse oder den Balkon macht, sollte man sich über ein paar Aspekte klar werden. Dies sind die sechs wichtigsten Fragen, die man sich über das zukünftige Gewächshaus stellen sollte:

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Wofür will man (und wer will) das neue Gewächshaus nutzen, denn je nachdem ist eine andere Konstruktion, Verglasung und Gewächshausausstattung notwendig. Beispiele:

1. Welche Nutzung ist geplant?

In diesem ungeheizten Gewächshaus in Bayern wird das Gemüseanbaujahr verlängert und zusätzlich eine Weinrebe kultiviert (Bild aufgenommen im alten Weihenstephaner Kleingarten)

Ein Gewächshaus, das nur den Gemüseanbau im Frühjahr verfrühen und im Herbst verlängern soll, muss vergleichsweise wenige Anforderungen erfüllen, beispielsweise gut belüftbar sein, damit es an sonnigen Frühjahrstagen und im Sommer nicht zu Hitzeschäden an den Pflanzen kommt. Schon mit einer Folienabdeckung über einer einfachen Holz-, Kunststoff- oder Metallkonstruktion kann man etwas erreichen. Es ist daher in der Anschaffung günstiger.



Ein Gewächshaus, in dem man im Winter wärmeliebende Tropenpflanzen oder im zeitigen Frühjahr mediterrane Gemüsen wie Paprika und Tomaten selbst aussäen und heranziehen will, muss heizbar sein und daher so beschaffen, dass möglichst wenig Wärme in die Umwelt verpufft. Ein gut isoliertes, beheizbares Gewächshaus ist allerdings viel teurer in der Anschaffung und im Winterbetrieb als ein unbeheiztes Gewächshaus.



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Wer beides in einem Gewächshaus tun können will, kann das Gewächshaus in Kabinen unterteilen und diese unterschiedlich beheizen/Temperatur regulieren beziehungsweise kann man in ein frostfreies Gewächshaus ein wärmer beheizbares Anzuchtsbeet aufstellen.

Wer nur niedrige Pflanzen kultiviert, kommt oft auch mit einem Erdgewächshaus zurecht, bei dem nur das Dach über die Erdoberfläche hinausragt und die Pflanzen auf Tischen aufgestellt oder in Tischbeeten kultiviert werden. Der Gärtner oder die Gärtnerin betritt das Erdgewächshaus über eine Treppe nach unten. Entweder wird im Gewächshaus nur der Gang ausgehoben, so dass man ohne sich zu bücken im gewachsenen Boden arbeiten kann, oder es wird das ganze Gewächshaus ausgehoben und darin Tische aufgestellt. Wichtig ist, dass die Seiten des Aushubs sicher befestigt werden und dass das Gewächshaus auch vor Überflutungen geschützt wird.

Sehr hohe Pflanzen, wie beispielsweise große Palmen und wärmebedürftige Gehölze, die in einem Gewächshaus überwintern oder ständig stehen sollen, benötigen ein entsprechend hohes Gewächshaus. Hohe Gewächshäuser sind aber besonders den Kräften des Windes ausgesetzt, was unbedingt bei der Wahl des Fundamentes beachtet werden muss.

Soll das Gewächshaus auch mit dem Schubkarren befahrbar sein oder auch Rollstuhlfahrer hineinfahren können, braucht man ein Gewächshaus mit breiter Tür und niedriger Türschwelle (über die man eine Türschwellenrampe legen kann). Braucht man die Tür als Lüftungfläche, aber muss man das Gewächshaus gegen Hasen oder andere Eindringlinge sichern, nimmt man ein Gewächshaus mit einer Tür, bei der man bei Bedarf nur die obere Hälfte öffnen kann.

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2. Welcher Standort kommt infrage?

Ebenfalls eine wichtige Überlegung bereits vor der Anschaffung: Wo soll das Gewächshaus aufgestellt werden? Hat man überhaupt einen geeigneten Standort? Man benötigt einen Ort, an dem ausreichend Platz für eine waagerechte Fläche in der Größe des Gewächshauses vorhanden ist oder hergestellt werden kann.

Für fast alle Nutzungsarten benötigt man in unseren Breiten einen Platz mit viel Licht, denn das ist bei uns im Winter knapp. Auch die Aufstellungsrichtung (Nord-Süd oder Ost-West) sollte man der Nutzungsart entsprechend planen, je nachdem, ob das Gewächshaus nur ungeheizt für den verlängerten Gemüseanbau oder ganzjährig beheizt genutzt wird.

Ein Platz an der Nordseite im Vollschatten eines Hauses war bisher für keine Nutzungsart zu empfehlen und ist es auch heute nur dann, wenn man kein Problem mit Extrakosten für Technik und Energie hat. Inzwischen gibt es nämlich Beleuchtungsmöglichkeiten, mit denen man Pflanzen selbst in lichtlosen Containern kultivieren kann, ohne dass sich die Pflanzenoberflächen oder der Raum – wie früher bei älterer Technik – viel zu stark aufheizen. Allerdings kann man das nur bei Verwendung von Ökostrom guten Gewissens empfehlen. Und wer nach Nachhaltigkeitsprinzipien lebt, muss auch den Aufwand für die Herstellung und den Betrieb technischer Ausstattung berücksichtigen.

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Nochmal zurück zum windexponierten Standort: An diesem spielt nicht nur eine hochwertige Konstruktion, sondern auch das Fundament eine besondere Rolle – ein paar Anker im Boden reichen nicht aus, sondern man braucht ein stabiles Fundament, mit dem das Gewächshaus auch bei einem Sturm sicher am Boden gehalten wird.

An Standorten, an denen es häufig hagelt, sollte man lieber kein Normalglas zur Gewächshauseindeckung verwenden, das nach einem Unwetter die Ernte und den Boden mit scharfen Glasscheiben verunreinigt, sondern lieber Sicherheitsglas (Einscheibensicherheitsglas, ESG, oder Verbundsicherheitsglas, VSG), Stegdoppelplatten mit einer Garantie auf die Hagelfestigkeit oder ein anderes bruchsichereres Eindeckungsmaterial wählen.

Die Kombination aus Nutzungsart und Standort bestimmt nicht nur maßgeblich, wie die Konstruktion (Aluminium, Holz o. a.) und die Eindeckung (Glas, Kunststoff, Folie und anderes) beschaffen sein sollten, sondern auch die weitere Ausstattung, die Anforderungen an die Lüftung, Schattierung, Energiesparschirme und so weiter.

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3. Welche optische Veränderung durch das Gewächshaus ist erlaubt oder gewünscht?

Ein Gewächshaus verändert das Bild des Gartens, des Hauses, des Dachgartens oder wo immer man das Gewächshaus aufstellen will.
Ein Erdgewächshaus, beispielsweise mit einer Dachkonstruktion aus dunklem Holz und Glas, fügt sich harmonisch in einen Garten ein, ohne ihn optisch arg zu verändern. Höhere und größere Gewächshäuser können das Bild des Gartens total verändern – je nach Art der Form und verwendeten Materialien. Der Stil des Gewächshauses (rustikal, romantisch, minimalistisch oder vielleicht sogar futuristisch) sollten zum sonstigen Garten, zum Haus und den darin lebenden Menschen passen.

4. Wie groß soll das Gewächshaus sein?

Ein Gewächshaus muss so groß sein, dass man die üblichen Tätigkeiten bequem ausführen kann. Beispiele:

Wer Gemüse im Boden eines Gewächshauses im Garten kultivieren möchte, beispielsweise im zeitigen Frühjahr Kohlrabi, Rettich und Salat, im Sommer Tomaten, Paprika und Auberginen und im Herbst Feldsalat für den Winter pflanzen will, braucht ausreichend Platz um Gartengeräte wie Grabgabel, Rechen und anderes bequem stehend einsetzen zu können und ohne dass die Gefahr besteht, mit dem Stiel durch die Seitenwand zu schlagen. Zu empfehlen sind 3 x 4 m Grundfläche bei einer Höhe von mindestens 2 m.

Wer seine Jungpflanzen vor dem Auspflanzen draußen abhärten, aber nachts vor Frost schützen will, braucht eigentlich nur ein Frühbeet im Garten oder eine Art „gläsernen Schrank mit Stellfläschen“ auf dem Balkon, den man bei Sonne lüften und nachts mit einem wärmenden Material zudecken kann.

5. Braucht man eine Genehmigung für das Gewächshaus?

Die Vorschriften zur Genehmigungspflicht oder -freiheit von Gewächshäusern und Ähnlichem findet man in der Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes, in welchem das Gewächshaus aufgestellt werden soll. Zuverlässige Auskunft erhält man beim jeweiligen Stadtbauamt, Bauamt des Landratsamts oder der ansonsten regional zuständigen Behörde. Ist das Bauvorhaben genehmigungspflichtig, erhält man dort auch Informationen, welche Unterlagen man einreichen muss.

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Auch bei der Aufstellung genehmigungsfreier Konstruktionen sind Baulinien (Positionsvorschriften) und Grenzabstände einzuhalten und es müssen unter Umständen vorhandene Bestimmungen des Denkmalschutzes beachtet werden.

In Kleingartenanlagen muss man sich außerdem nach deren Satzung richten, als Mieter eines Hauses mit Garten braucht man die Genehmigung des Vermieters, als Eigentümer einer Wohnung in einer Eigentumswohnanlage benötigt man die Zustimmung der Eigentümerversammlung, bevor man irgendeine bauliche Maßnahme oder Veränderung vornimmt.

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6. Wie viel Geld kostet das Gewächshaus meiner Träume?

Das Budget, das man ausgeben kann oder will, limitiert nicht nur die Größe des Gewächshauses, sondern auch die Qualität der Konstruktion, des Eindeckungsmaterial und der sonstigen Ausstattung – und kann dadurch auch die Nutzungsmöglichkeiten von vorneherein einschränken.

Während man den Gemüseanbau schon in einem einfachen, preisgünstigen Folienhaus oder sogar in einem Frühbeet (am besten mit hochstellbaren Fenstern) verlängern und verbessern kann, muss man für ein Gewächshaus, das ganzjährig beheizt und für wärmebedürftige Pflanzen genutzt werden soll, mehr auf den Tisch legen, denn hochwertige Konstruktionsprofile ohne Wärmebrücken, gut isolierende Eindeckungsmaterialien, Heizung, Zusatzbeleuchtung und so weiter haben ihren Preis.

Für grundsätzlich alle Gewächshäuser sind große Lüftungsöffnungen wichtig, denn im Sommer wird es in Gewächshäusern mit zu kleinen Fenstern schnell zu heiß.

Ein Gewächshaus kann gar nicht genug Fenster haben, da unsere Sommer phasenweise sehr heiß sein können. Schattiermatten, die man über das Dach legt, lindern zwar auch ein wenig während extremer Wetterperioden, aber frische Luft ist für die Gesunderhaltung fast aller Pflanzen sehr wichtig. Unbedingt empfehlenswert sind auch automatische Lüfter, die von alleine mit dem Lüften beginnen, sobald eine bestimmte Temperatur erreicht ist.

Buchtipps:

Umfassendes Gewächshaus-Buch für alle Nutzungsarten einschließlich Kübelpflanzen und Zimmerpflanzen:

Das Kleingewächshaus*
Technik und Nutzung

Eva Schumann/Gerhard Milicka 
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart: 5. Auflage (13. Juni 2019)
gebundenes Buch, 319 Seiten
ISBN 3-8186-0822-9
-> Online-Bestellung*

Gewächshaus-Taschenbuch für Selbstversorger (Gemüse- und Kräuteranbau):

Gewächshaus und Frühbeet*
erfolgreich nutzen für den eigenen Gemüseanbau

Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart: 1. Auflage (22. Juni 2017)
Taschenbuch, 128 Seiten
ISBN 3-8001-5667-9
-> Online-Bestellung*

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Alle Garten-Webprojekte von Eva Schumann Online Publikationen alias tinto im Überblick:

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