Gewächshäuser oder Aquaponiksysteme in Räumen mit Bitcoin Mining heizen

Bruce Hardy, ein Unternehmer aus der Nähe von Winnipeg (Provinz Manitoba/Kanada) will die Landwirtschaft in seiner Region verbessern, indem er die vorhandenen Ressourcen, günstigen Strom aus Wasserkraft und reichlich Süßwasser, bestmöglich nutzt. In einem ehemaligen Automuseum zeigt er, wie man Salat und Kräuter mit dem nährstoffreichen Abwasser der Fischzucht bewässert und düngt und wie man die Anlage mit der Abwärme des Bitcoin Minings beheizt.

Bitcoin Mining
Beim Bitcoin Mining (Bitcoin-Schürfen) lösen leistungsstarke Computer komplizierte kryptografische Aufgaben, damit Transaktionen in neue Blocks der Blockchain geschrieben werden können. Für diese Rechenarbeit erhalten die Computer-Besitzer Bitcoins. Ob sich das finanziell lohnt, hängt vom Strompreis und sonstigen Kosten ab. Das Bitcoin Mining verbraucht viel Strom und es entstehen große Mengen an Abwärme. Man könnte die Abwärme sinnvoll nutzen, beispielsweise für die Beheizung von Gewächshäusern, „Pflanzenfabriken“ und Ähnlichem. Mehr zum Thema Blockchain-Technologie.

 
Ohne das Bitcoin Mining wäre seine Unternehmensgründung viel schwieriger gewesen, sagt Hardy laut Hortibiz (siehe unten). Manitoba sei wegen der günstigen Wasserkraft-Strompreise und den gleichzeitig niedrigen Temperaturen besonders attraktiv für Bitcoin Miner. Sein Unternehmensziel sei es, ein nachhaltiges System zur Nahrungsmittelerzeugung, Gemüse und Fisch, zu schaffen.

Australische Forscher und chinesische Investoren zeigten laut Hardy bereits Interesse an seinen Aktivitäten.

Kombination von Fischzucht, Pflanzenanbau und Abwärmenutzung
Die Kombination von Fischzucht und Pflanzenbau (genannt Aquaponik) wird seit ein paar Jahren überall auf der Welt erprobt, vor allem im Urban Farming. Und auch die nachhaltige Beheizung von Gewächshäusern (mit und ohne Hydroponik- oder Aquaponik-Systemen) mittels Abwärme ist nicht neu, siehe beispielsweise Tropische Früchte und Fische aus Gewächshaus in Oberfranken. Lediglich die Nutzug der Abwärme des Bitcoin Minings ist für diesen Zweck noch nicht so bekannt.

Bitcoin Mining war vor kurzem wegen seines enormen Stromverbrauchs in die Schlagzeilen geraten.

Der Blogbeitrag hat Ihnen gefallen? Hier können Sie tinto bloggt per E-Mail abonnieren.

Quellen

Veröffentlicht unter Garten und Pflanzen, Geld verdienen, Gewächshaus, Mitreden, Öko-/Bio-Themen, Urban Gardening | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Gartentrends 2018: Neuheiten und Trends im neuen Gartenjahr

Auch im neuen Gartenjahr gibt es viele verschiedene, oft gegensätzliche Neuheiten und Trends – und jede Gärtnerin/jeder Gärtner mit Balkon, (Dach-)Terrasse oder Garten, kann sich herauspicken, was zu ihm oder zu ihr passt: moderne (Roboter-/Computer-)Technik und/oder computerfreies, naturnahes Gärtnern; Minimalismus oder Bauerngartenromantik bei Gestaltung und Bepflanzung; Designermöbel minimalistisch oder opulent; klare Linien, kreativ Selbstgemachtes (DIY) und/oder Vintage-Möbel und Retro-Deko-Elemente; naturnahe, vielfältige Gartengestaltung, Nützlingsförderung und naturfreundliche Pflege oder Ordnung und Pflegeleichtigkeit; Ziergarten und/oder Selbstversorgung – auch mit Frühstückseiern aus dem eigenen Garten; einen Garten/Gartenplatz zum Entspannen, Wohnen und Wohlfühlen oder einen Tiny Garden zum Tiny House, bei dem das Ressourcen- und Kostensparen im Vordergrund stehen; ausladende Pflanzgefäße oder Elemente für den vertikalen Anbau; Buddhafiguren oder Badenixen aus Keramik in den Beeten oder was auch immer – das entspricht ganz dem Trend zur Individualisierung. Hier sind die meiner Meinung nach wichtigsten Gartentrends 2018.

Gartentrend: Bienen, Schmetterlinge, Vögel und andere Tiere fördern.

Gartentrend „Bienenfütterung“ nimmt zu: das Gartenglück mit Bienen, Schmetterlingen, Vögeln und anderen Tieren zu teilen, damit es auch ihnen gut geht.

Egal, ob man einen Garten, eine (Dach-)Terrasse oder einen Balkon hat, ob man einen Garten/Parzelle in einer Kleingartengarten/Gemeinschaftsgarten gepachtet bzw. für ein Jahr gemietet hat, ob man sich bei einem Urban-Gardening-Projekt, beispielsweise einem interkulturellen Gemeinschaftsgarten, beteiligt oder ob man nur ein paar bepflanzte Kisten oder Erdsäcke auf einer umfunktionierten Industriebrache stellt, möchte man sich mit seinem gärtnerischen Tun auch selbst verwirklichen und darstellen, sich erholen, vielleicht den Speisezettel bereichern und vor allem eines: daran Freude haben.

Die Gartentrends 2018

Pflanzen des Jahres 2018
Für jedes Jahr werden Blumen, Stauden, Gehölze und Heilpflanzen von unterschiedlichen Organisationen zu ihrer Pflanze des Jahres bestimmt. Dies sind die Pflanzen des Jahres 2018:
Langblättriger Ehrenpreis
Der langblättrige Ehrenpreis (Veronica maritima) ist die Blume des Jahres 2018. Dazu auserkoren wurde er von der Loki-Schmidt-Stiftung.
Staude des Jahres 2018: Taglilie (Hemerocallis)Taglilie
Die Gattung Taglilie (Hemerocallis) wurde vom Bund Deutscher Staudengärtner (BDS) zur Staude des Jahres 2018 auserwählt.
Ess-Kastanie
Die Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung kürte die Esskastanie (Castanea sativa) zum Baum des Jahres 2018.
Ingwer
Der Ingwer (Zingiber officinale) wurde vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, bekannt als Paracelsus, zur Heilpflanze des Jahres 2018 bestimmt.
Rizinus, Wunderbaum
Der ein- bis mehrjährige Wunderbaum (Ricinus communis) ist die Giftpflanze des Jahres 2018 – verantwortlich ist der Botanische Sondergarten Wandsbek.
Steckrübe
Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) ernannte die Steckrübe, eine Kreuzung aus Rübsen (Brassica rapa) und Gemüsekohl (Brassica oleracea), zum Gemüse des Jahres 2018. Bereits im Vorjahr hatte der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) auf den Wert dieser vielseitigen Gemüsepflanze aufmerksam gemacht.

Hinweis: Ich habe zur Veranschaulichung teilweise Produktfotos von Amazon.de eingebaut und sie aus Transparenzgründen als Anzeige gekennzeichnet. Wenn jemand über den integrierten Werbelink etwas kauft, bekomme ich eine kleine Provision. Wer das nicht möchte, sollte nicht auf ein solches Bild klicken beziehungsweise nichts kaufen.

Smart Garden – für Technikbegeisterte und Menschen mit wenig Zeit
Die zunehmende Digitalisierung erstreckt sich über alle Lebensbereiche – von der Arbeit bis zum Wohnen – und wird sich immer mehr ausbreiten. Smarte Gartengeräte zum Rasenmähen, Bewässern oder die Gartenbeleuchtung gibt es bereits. Sie können das Leben erleichtern beziehungsweise zeitraubende Gartenarbeiten abnehmen. Inzwischen kann man die smarten Geräte sogar per App steuern. Siehe Smart Garden: Smarte Helfer im Garten, auf dem Balkon und der Terrasse per App steuern.

Vor dem Vergnügen steht allerdings allerhand Planung und Arbeit an: Der passende Roboterrasenmäher muss gefunden werden und man muss dessen Revier mit einem unterirdischen Begrenzungs- und Führungsdraht markieren. Auch eine automatische Bewässerung will geplant und eingerichtet werden. Wem dies selbst zu viel oder zu schwierig ist, der kann die Vorbereitungen (beispielsweise den Begrenzungsdraht für den Rasenmähroboter eingraben oder das Bewässerungssystem aufbauen) sowie die Konfiguration der Automatisierung vor Ort und das Einrichten der App auf dem Mobilgerät von Fachfirmen für den Smart Garden übernehmen lassen.

Anzeige

Erholen und Genießen im Freien
Der Trend zum Wohnen und Kochen (Grillen, BBQ) draußen nimmt 2018 weiter zu, egal ob auf dem Balkon, im Familiegarten, im Gemeinschaftsgarten mit Sitzbereich oder sonst wo. Der Klimawandel dürfte das langfristig weiter fördern. Gepaart mit dem Gesundheitstrend spielen bei diesem Trend auch frische (Bio-)Kräuter und Gemüse eine wichtige Rolle – am liebsten selbst geerntet. Umgekehrt holt man sich auch gerne Outdoorflair nach drinnen – vor allem im Winter tröstet das darüber hinweg, dass man den Garten nur eingeschränkt nutzen kann.

Im Trend sind auf jeden Fall (weiterhin)

  • multifunktionale Outdoormöbel für das Beisammensein auf der Terrasse,
  • Outdoorküchen,
  • Barbequeplätze,
  • Feuerschalen,
  • stimmungsvolle Gartenbeleuchtung (entweder die Smart-Home- oder eine Solar-Variante),
  • lauschige Plätzchen im Garten, die mit Hängematte, stylischer Designer-Liege und/oder anderen Sitzgelegenheiten zum Lesen oder Ruhen einladen.
  • Kräuter, Gemüse und Obst in Töpfen, Kübeln, Kästen und im Gartenbeet (Trend „Erntefeeling“)

Anzeigen

Gärten für die Sinne
Neben der optischen Harmonie durch die entsprechende Gestaltung, Bepflanzung und Ausstattung sollen durch

  • Klänge (Wasser im Garten, Bodenbeläge, Vogelgezwitscher),
  • Düfte (Duftpflanzen, Räucherstäbchen),
  • Gräser (den Wind sichtbar machen),
  • und kleinen, ruhigen Wohlfühloasen

die Entspannung gefördert und die Sinne angeregt werden.

Flexibel gärtnern in Pflanzgefäßen – nicht nur für das City Gardening/Urban Gardening oder das Urban Farming interessant
Für GärtnerInnen ohne Garten (Trend Urbanisierung) sind Töpfe, Kübel, Pflanzkästen, bepflanzbare Säcke und andere Pflanzgefäße eine gute Möglichkeit, sich am Säen und Pflanzen, am Wachsen und Gedeihen von Pflanzen zu erfreuen. Auch Obst, Gemüse, und Kräuter kann man in solch einem „Topfgarten“ anbauen und ernten. Mehr Details dazu, siehe Topfgarten.
Das Schöne am Gärtnern in Kübeln und Töpfen: Man ist viel flexibler in den Gestaltungsmöglichkeiten und der Verwendung von Pflanzen. Und die Pflanzen, die gerade in einer Ruhephase sind, stellt man einfach in die zweite Reihe oder in einen Erholungsbereich.
Das wissen nicht nur City Gardener/Urban Gardeer zu schätzen, sondern auch GärtnerInnen mit Garten, denn mit Pflanzen in Gefäßen kann man den Eingangsbereich, die Terrasse oder einzelne Plätze im Garten schön und flexibel entsprechend der Jahreszeit oder besonderen Anlässen gestalten.

In den letzten Jahren hat sich bei den Formen und Materialien der Pflanzkübel und Pflanzkästen viel getan. Minimalistische Formen nahmen und nehmen zu, und dadurch, dass die neuen Materialien wie glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK), Fiberclay, Faserbeton, Polystone etc. leichter und preisgünstiger sind als ihre Vorbilder aus kompaktem Naturstein, Keramik, Metall, Beton etc. und ihnen doch so ähnlich sehen mit ihren natürlich wirkenden Grau- und Brauntöne, werden sie besser akzeptiert. Meinem Empfinden nach kann man sie wegen ihres natürlichen Aussehens auch besser mit Terrakotta oder Stein kombinieren, ohne dass sich gleich die Nackenhaare aufstellen. Allerdings lassen sie sich im Gegensatz zu Naturmaterialien bisher nur über den Restmüll entsorgen, wenn sie kaputt gehen sollten (obwohl es für die Flügel von Windparkanlagen, die aus ähnlichen Verbundmaterialien bestehen, schon Recycling-Strategien gibt). Hier stelle ich die neuen Materialien für winterfeste Pflanzgefäße vor: Winterfeste, frostsicher Pflanzgefäße.
Parallel zu dem Trend zu Minimalismus und natürlichen Farben, gibt es aber auch noch/wieder die Trends zu Vintage – Shabby Chic oder Opulenz – und zu knallig fröhlichen Farben. Jeder sucht sich raus, was ihm/ihr gefällt und kombiniert es möglicherweise völlig neuartig.

Anzeigen


Gräser
Egal, ob im Garten, auf dem Balkon oder anderswo, ob große Solitärgräser oder kleine Gräsertuffs im Beet oder Kübel, Gräser werden zunehmend geschätzt. Sie machen den Wind sichtbar, sie können Weichheit und Natürlichkeit in ein Beet zaubern, Kompositionen durch ihre andere Struktur und neuen Farben bereichern und vieles mehr. Zu Gräsern siehe auch Gräser im Staudenbeet und im Topfgarten.

Neue Farben im Garten und Trends bei der Beet- und Balkonbepflanzung
Ich kann derzeit keinen eindeutigen Farbtrend bei den Blütenfarben von Pflanzen ausmachen, denn den Berichten von den Sortenschauen (Flowertrials), wo Züchter, Erzeuger und Handel aufeinandertreffen, und den Katalogen der Gartenversandhändler entnehme ich vor allem eine sehr große Auswahl an Sorten und Blütenfarben. Bronzetöne und Dunkelrot sind mir öfter aufgefallen als früher, ebenso Beetbepflanzungsvorschläge mit hauptsächlich gelben Blüten verschiedener Arten oder mit der Kombination Orange und Blau.

Nachhaltigkeitist auch bei der Beet- und Balkonpflanzung ein Trend: Statt Einjahresblumen werden immer öfter Stauden verwendet, weil sie jedes Jahr wiederkommen, wenn man sie richtig auswählt. Bei diesem nachhaltigen Gärtnern mit mehrjährigen Pflanzen legt man sich naturgemäß auf längere Zeit farblich fest und kann nicht jedes Jahr dem neuesten Farbtrend hinterherlaufen. Allerdings lässt sich das alte Farbschema durch ein dosiertes Einstreuen neuer Farben auflockern. Ansonsten bietet es sich an, die neuen Arten ud Farben erst einmal in Pflanzgefäßen auszuprobieren und sie zum Beet dazu- oder in eine Lücke hineinzustellen.

Anzeige

Zu Stauden in Gefäßen siehe auch Stauden und Gehölze in Pflanzgefäßen auf Balkon und Terrasse.

Was Farben angeht: In amerikanischen Gartendokus und bei Möbelangeboten für die Wohnung kann man derzeit einen Mexiko-Trend ausmachen: Es werden Farbakzente bei Wänden, Türen, Möbeln oder Accessoiries (Übertöpfe) gesetzt – meist Knallrot pur oder mit Türkis kombiniert. Das passt natürlich nicht zu jedem Garten und seinen BesitzerInen.

Genuss mit grünem Gewissen
Der Trend zu gesundem Essen lässt viele nicht nur zu saisonalem und regionalem Gemüse beim Einkaufen greifen, sondern viele möchten diese selbst naturnah anbauen. Selbstversorgung ist nicht nur Gartenbesitzern vorbehalten, zum Selbstversorger kann man auch ohne eigenen Garten werden.
Die Nachhaltigkeit bleibt angesichts von Klimaveränderung und Artensterben ein wichtiges Thema – auch für Hobbygärtner. Aber naturnahes Gärtnern und Nachhaltigkeit kombinieren die jüngeren GärtnerInnen am liebsten mit coolem Design – das kann auch selbstgemacht sein (DIY).

Gärtnern für die Natur und Naturerlebnis mit Pflanzen und Tieren
Die Hilfe für Igel und Bienen hat sich längst auf andere Gartentiere ausgedehnt, denn nur so können auch Vögel und Fledermäuse überleben. Angesichts des Artensterbens, besonders der Insekten und der Vögel, möchten viele Gartenbesitzer, Balkongärtner und Urban Gardener und andere Hobbygärtner der Natur etwas zurückgeben – aus Verantwortungsgefühl und Dankbarkeit für ihr eigenes Gartenglück. Ihr Garten und ihre Topfgartenbepflanzung dient nicht nur ihrer Erholung und der eigenen Versorgung, sondern ist ein „Wildlife-Garten“ der auch für Igel, Insekten und Vögel da ist.

Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Nützlinge bzw. Insekten kann man fördern, indem man Bäume, Sträucher, Stauden, Kräuter und Blumen auswählt, die diesen in den verschiedenen Lebensphasen und zu den verschiedenen Jahreszeiten helfen (also auch Raupenfutterpflanzen für Schmetterlingsraupen). Das hilft auch den insektenfressenden Vögeln und Fledermäusen. Darüber hinaus wird von einigen Organisationen inzwischen Ganzjahresfütterung für Vögel und das Aufhängen von Nistkästen empfohlen. Ebenso kann man Fledermauskästen und Igelnisthöhlen aufhängen bzw. aufstellen. Wichtiger aber noch ist, dass man den Garten – auch nicht über den Winter – zu sauber aufräumt. Man sollte zumindest Bereiche mit Reisig, Laubhaufen und Totholz belassen und nicht alle Beete über den Winter nackt der Witterung überlassen.

Anhaltender Trend: Hochbeet
Hochbeete braucht man bei Urban-Gardening-Projekten, wenn kein guter Boden zum Anbau vorhanden ist. Hochbeete sind aber auch für normale Gärten eine attraktive Lösung: Das Hochbeet erspart mühsames Bücken und ein Teil des Kompostes kann darin versteckt werden. Eine Spezialform des Hochbeets ist das Tischbeet, an das man sich zum Arbeiten setzen kann – nicht nur für Rollstuhlfahrer eine praktische Lösung, sondern auch für alle Rückengeplagten.

Anzeige

Auf kleinem Raum Platz schaffen
Die alte Blumenampel hat jetzt eine moderne Konkurrenz: den Tripott, ein Outdoorpflanzgefäß auf drei gekreuzten Beinen, in deren Mitte ein Pflanzsack in Form eines umgedrehten Kegels gehängt wird. Den Tripott kann man im unbepflanzten Zustand mit entsprechendem Zubehör in ein Beistelltischchen oder einen Sektkühler umfunktionieren.

Platz sparen lässt sich auch durch die Ausnutzung der Vertikale. Es gibt immer mehr Fertiglösungen im Gartenfachhandel: beispielsweise Topfregale und bepflanzbaren Wandbehang. In Gartenzeitungen, bei YouTube und in Gartenblogs findet man DIY-Lösungen, die das (teilweise mit Recyclingmitteln) umsetzen.
Anzeige

Und da, wo es keinen gewachsenen Boden gibt oder GärtnerInnen keine Erde schleppen möchtn, kann man Pflanzen auch ganz ohne Erde anbauen – in Hydroponik, erdeloser Kultur. Im Erwerbsgartenbau wird das seit einigen Jahren bereits im großen Stil gemacht, besonders da, wo es Probleme mit dem Boden gab, und jetzt in den neuen Pflanzenfabriken. Aber auch für HobbygärtnerInnen gibt es immer mehr Angebote an Hydroponiksystemen und das Zubehör für das Zimmer, Gewächshaus, Dachterrassen etc. Das ist das Prinzip der Hydroponik: Die Pflanzen werden in kleine Töpfe mit Glaswolle, Blähton o. Ä. gepflanzt und in Rinnen oder Staubecken so aufgestellt, dass sie nicht umfallen können. Durch die Rinnen zirkuliert eine Nährlösung, in Staubecken nutzt man Ebbe-/Flutsysteme (das Prinzip hat ma auch bei Hydro-Zimmerpflanzen). So werden Wasser und Nährstoffe zu den Wurzeln gebracht. Mehr zur Hydroponik.

Frühstückseier aus dem eigenen Garten
Nein, es sind nicht weißfrüchtige Auberginen gemeint, sondern richtige Hühnereier.

Bis vor etwa fünf Jahrzehnten war es ganz normal, wenn jemand im Garten ein paar Hühner und Stall-Kaninchen für die Versorgung mit Eiern und Fleisch hielt. Zumindest, was die Hühner betrifft, wird das immer öfter von Gartenbesitzern wieder aufgegriffen. Für die einen gehören pickende Hühner einfach zu einem idyllischen Gartenbild, andere wollen auf diese Weise Tierschutz leben: Sie praktizieren artgerechte Haltung und sie nehmen Zweinutzunghühner, die Eier liefern und später als Fleischquelle geeignet sind – im Gegensatz zu den spezialisierten kommerziellen Billig-Eier- oder Fleischproduzenten im Industriestil, bei denen die jeweils „falschen“ Küken gleich nach dem Schlüpfen getötet werden. Für die Tierhaltung in einer Wohnsiedlung (nicht nur Hühner, sondern auch Laufenten gegen Schnecken) ist dringend die Absprache mit den Nachbarn zu empfehlen (Krähen des Hahns, aufgeregtes Schnattern der Laufenten). Eventuell müssen Kompromisse eingegangen werden. Auch muss sehr auf unzugänglich verschlossene Futtervorräte und Hygiene geachtet werden, damit nicht Ratten o. A. angelockt werden, was die Akzeptanz durch die Nachbarn schnell zu Fall bringen kann.

Trend: Tiny Houses – welche Tiny-Gardening-Lösung passt dazu?
Tiny Houses sind ein international starker Trend vor allem bei jungen Leuten im Englisch sprachigen Raum. Tiny Houses sind Winzighäuser, die als Wohnung, Büro, Ferienwohnung o. Ä. im Garten bei Freunden, den Eltern oder sonst wo aufgestellt werden. Manche Winzighäuser haben Räder und sind mehr oder weniger mobil (beispielsweise umgebaute Transporter, Busse, Frachtcontainer, Aufbauten auf Anhängern etc.) andere weniger (Winzighäuser auf Stelzen, ausgebaute Gartenhäuser etc.).

Die Philosophie hinter der Tiny-House-Mode: Die Fans von Winzighäusern wollen weniger Platz, Ressourcen und Dinge in Anspruch nehmen (Nachhaltigkeitstrend, Trend „Zukunftsfähigkeit“), sie wollen sich auf das Wichtige im Leben reduzieren und konzentrieren, vielen ist auch die Mobilität wichtig. Ganz nebenbei sparen sie Geld und haben trotzdem ihr eigenes Heim.

Minihäuser, die immer am gleichen Platz stehen kann man mit Balkonkästen an den Fenstern und Kübeln um den Eingangsbereich verschönern und so auch Anbauplätze für Kräuter und Gemüse schaffen. Je nach Fläche und Nutzungserlaubnis kann man eventuell sogar einen Gemüse- und Kräutergarten oder ein Blumenbeet neben dem Tiny House anlegen. Manche Minihäuser haben ein zur Dachterrasse ausgebautes Dach – dieses kann mit Gartenmöbeln und Pflanzgefäßen zu einer kleinen Wohlfühloase mit Anbaumöglichkeiten gestaltet werden.
Mobile Minihäuser, die oft umziehen, können zumindest ein Dach mit extensiver Dachbegrünung erhalten (dünne Erdauflage mit Sukkulenten bepflanzt, „geordneter“ Ablauf bei Starkregen sollte eingerichtet sein).

Trends: Selbstgemachtes, Recycling/Upcycling
Die Trends „Do It Yourself (DIY)“ und „Gebrauchtes einem neuen Zweck zuführen“ setzen sich auch 2018 fort, denn sie unterstützen das Bedürfnis, sich selbst individuell durch Ideen, Kreativität auszudrücken und sind Teil des Wunsches nach Selbstverwirklichung und Ressourcenschonung.

Gartenzwerge und anderes Figürliches sowie Gartenkunst
Der Gartenzwerg mit der Lampe oder der Schubkarre regiert nicht mehr in deutschen Gärten – jedenfalls nicht mehr alleine – und auch die Rehlein und andere Tierfiguren müssen seit einigen Jahren der Konkurrenz aus Asien oder einem anderen Geschmack weichen. Viele GärtnerInnen heutzutage mögen gar keine Figuren, weil diese die Wirkung der Pflanzengemeinschaften, von Gestaltungselementen wie Mauern und Wegen aus Naturmaterialien sowie von Designer-/Exotik-/Vintage-Möbeln schmälern könnten. Anderen gefällt es, Buddhafiguren und Gartenkugeln als beruhigende Deko-Elemente aufzustellen – ihr lautloses Ommm soll innere Ruhe und Frieden verbreiten und ihren Besitzern Stilgefühl bescheinigen. Einige Garten-/BalkonbesitzerInnen stellen aber doch wieder frisch-freche Gartenzwergexemplare und ihre Freundinnen, die Badenixen, auf. Akzeptiert werden auch Katzensilhouetten, die ihre lebenden Verwandten vom Scharren und Klogang in Beeten abhalten sollen. Ansonsten sind meiner Beobachtung nach derzeit eher abstrakte Deko-Elemente, individuelle Kunstwerke und Windspiele angesagt.

Anzeige

Fazit Gartentrends 2018: Jedem sein eigenes Reich im Garten, auf dem Balkon oder wo auch immer

Zum Glück kann jeder in seinem eigenen Zuhause machen, was ihm oder ihr gefällt, solange er/sie sich an Vorschriften und Gesetze hält (Baurecht, Grenzabstände etc.). Die einen mögen den minimalistischen Garten mit klaren Linien, für andere ist nur ein romantisch verspielter Garten überhaupt als Garten zu bezeichnen – am liebsten mit Vintage-Gartenhaus oder –Gewächshaus. Die einen wälzen Arbeiten wie Rasenmähen auf einen Roboterrasenmäher ab, andere legen lieber eine Blumenwiese oder ein naturnahes Staudenbeet an, die beide – wenn standortgerecht geplant – ebenfalls weniger Arbeit als ein Rasen machen. Auch die Bewässerung kann man an computergesteuerte Systeme delegieren und damit auch gleich optimieren, andere genießen es dagegen, am Morgen vor einem heißen Tag mit der Gießkanne von Topf zu Topf zu wandern oder mit dem Schlauch durch den Garten zu gehen, wieder andere experimentieren lieber mit eigenen DIY-(Flaschen-)Systemen.

Der Wunsch vieler HobbygärtnerInnen, der Natur und gefährdeten Arten zu helfen, wird inzwischen vom Handel durch torffreie Blumenerden, organische Dünger, bienen- und nützlingsfreundliche Pflanzenarten und Sorten, Überwinterungs- und Nistplätze für Gartentiere und vieles mehr unterstützt. Wer mag, kann sich am Erhalt alter und regionaler Pflanzensorten beteiligen, wer lieber (auch mal) Neues ausprobieren möchte, findet im Handel geschmacklich gute und gleichzeitig widerstandsfähige Sorten neuerer Züchtung (natürlich ohne Gentechnik).

Nur einer hat 2018 das Nachsehen: Der alte piefige Gartenzwerg und seine Rehlein findet keinen Platz zwischen Designermöbeln, Feuerstellen, minimalistischen Steingärten mit Formgehölzen oder in Prairieflairbeeten. Am ehesten erhalten Dekofiguren noch bei den Romantikern ein Heim. Wer aber Gartenzwerge mag oder den kleinen Enkeln mit Märchenfiguren eine Freude machen will, sollte sich nicht abhalten lassen. Trends und Neuheiten sollen unsere Möglichkeiten erweitern, kein Modediktat sein.

Anzeige


* Werbelink

Der Blogbeitrag hat Ihnen/dir gefallen? Hier können Sie/könnt ihr tinto bloggt per E-Mail abonnieren. Andere Meinung oder eigene Erfahrungen? Bitte kommentieren, kritisieren, loben, abonnieren und/oder teilen! Gutes neues Gartenjahr!

Weiterlesen bei

Veröffentlicht unter Garten und Pflanzen, Öko-/Bio-Themen, Selbstverwirklichung, Urban Gardening, Wohnen und Garten | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Datenbanken versus Blockchain-Technologie

Überall hört man derzeit von Blockchains und der Blockchain-Technologie. Tauchten sie zunächst im Zusammenhang mit neuen, bankenunabhängigen Währungen wie Bitcoin und Ether/Ethereum auf, interessieren sich inzwischen auch viele andere Branchen dafür, beispielsweise Behörden und andere, die sich mit Identitätsmanagement befassen, Banken und Finanzdienstleister, Projekte, für die sich eine dezentrale Verwaltung anbietet wie Crowdworking-Gemeinschaften, Crowdfinanzierung, aber auch Produktzertifizierer, die eine Wertschöpfungskette schnell und zuverlässig prüfen können müssen. Aber was genau ist anders bei der Blockchain-Technologie gegenüber der Verwendung von Datenbanken, wie wir sie bisher kennen.

Auch bei der Blockchain-Technologie werden Daten festgehalten und gespeichert, jedoch nicht in der bisher gebräuchlichsten Form, in einem so genannten relationalen Datenbanksystem auf einem zentralen Server, sondern in einem entsprechend der Distributed Ledger Technology (DLT) verteilten System.

Relationale Datenbank und Blockchain-Technologie im Vergleich

Beim relationalen Datenbanksystem besteht eine Datenbank aus einer Sammlung von Tabellen mit Datensätzen, die nach einem bestimmten Beziehungschema (Relationenschema) aufgeführt und verknüpft werden. Relationale Datenbanksysteme werden oft mit der Datenbanksprache SQL definiert und bearbeitet.

Zentrale, relationale Datenbank

Relationale Datenbanken werden i.d.R. zentral auf speziellen Servern aufgesetzt. Die Kontrolle über die Nutzung durch andere hat, wem Server und Datenbanken gehören. Die Datenbank-AdministratorIn und andere mit den entsprechenden Rechten können Struktur und Inhalte der Datenbank verändern.

Eine Blockchain ist eine von verschiedenen Arten, wie ein Distributed Ledger (ein verteiltes Kontobuch/Journal/Logbuch) umgesetzt wird.

Für die DLT benötigt man

  • ein Datenmodell, das den derzeitigen Stand der „Buchführung“ wiedergibt,
  • eine Sprache für Transaktionen, die den Stand des Kassenbuches verändert. Dazu gehören auch so genannte Smart Contracts – die gibt es allerdings nicht bei der Bitcoin Blockchain, nur bei Ethereum und bei Hyperledger Frameworks)
  • ein Protokoll zur Feststellung der Übereinkunft zwischen den Teilnehmern (Consensus Algorithm), damit Transaktionen in einer vordefinierten Reihenfolge abgewickelt und eingetragen werden können.

Zur DLT und damit zur Blockchain-Technologie gehört außerdem ein Peer-to-Peer-Netzwerk (P2P-Netzwerk), also ein dezentrales Netzwerk, über welches die Daten, bzw. die Blockchain verteilt wird.

P2P-Netzwerk aus gleichberechtigten Nodes

Übersicht: Relationale Datenbank versus Blockchain

Relationale Datenbank Blockchain
Die relationale Datenbank befindet sich i.d.R. zentral in einer Server-basierten Netzwerkarchitektur. Die Blockchain befindet sich auf allen Nodes in einem P2P-Netzwerk.
für zentralisierte Anwendungen für dezentralisierte Applikationen (dapp, Bitcoin gilt als erste dapp)
Mitarbeiter mit entsprechenden Rechten können bestehende Strukturen und Einträge verändern. Es gibt keine Möglichkeit für die Nodes-Besitzer, Struktur oder Daten unbemerkt zu verändern.
Vertrauen zur verwaltenden Instanz ist nötig. Das System kontrolliert sich selbst.
Eine relationale Datenbank in einer Server-basierten Architektur ist besonders angriffsgefährdet (Single Point of Attack). Durch die Replikation der gesamten Blockchain auf jeden Node im Netzwerk und andere Sicherheitsautomatismen gibt es keinen Single Point of Attack.

Die Blockchain selbst besteht, wie der Name Blockchain (= Blockkette) sagt, aus einer Kette von Blöcken. Diese Blöcke enthalten die Datensätze und sind jeweils mittels kryptographischer Verfahren miteinander verknüpft und geschützt.

Jede Blockchain beginnt mit einem Anfangsblock (Genesis Block), auf den der chronologisch nächste Block aufbaut, auf den wiederum der übernächste aufbaut und so weiter.

In jedem Block sind neben den Metadaten eine bis mehrere Transaktionen von Geld, Gütern oder Anderem gespeichert.

Eine Transaktion ist der Eintrag eines Vorgangs. Dazu wird eine digitale Signatur gebraucht. Die Einträge werden verifiziert, geordnet und gebündelt.

Die Metadaten der Blöcke – jeweils ein verschlüsselter Zeiger auf den vorhergehenden Block, ein Zeitstempel, ein Nachweis wie „Proof of Work“ und der Merkle Tree (baumartige Übersicht der Hashwerte der enthaltenen Datenblöcke) – stellen die Integrität der Daten sicher.

Durch Konsensverfahren im Netzwerk wird Einigkeit über die Transaktionsdaten bzw. über die Schaffung eines neuen Blocks erzielt, der dann an die Blockkette angehängt und im Netzwerk über die Nodes verteilt wird. So wird die Unveränderbarkeit, Zuverlässigkeit und Transparenz durch das System selbst gewährleistet, Geschäftsprozesse und gesetzliche Auflagen können entsprechend modernisiert werden.

Anzeige

Wer sich mit einer Blockchain verbinden und Geld, Güter oder anderes übertragen können möchte, benötigt eine entsprechende Applikation.

Bitcoins - virtuelle Währung im InternetBeispiel Bitcoin:
Bei der seit 2009 existierenden Kryptowährung Bitcoin benötigt man eine Wallet-Applikation (Geldbörse), wenn man die Währung zur Bezahlung oder zum Kassieren nutzen möchte. Bei einer Übertragung, beispielsweise einer Bezahlung, wechselt das Geld virtuell von einer Geldbörse zu einer anderen. Das passiert ganz ohne Vermittler wie Banken oder andere Mittlerinstitutionen

Die abgeschlossene Transaktion wird in der Blockchain angezeigt und wandert durch das ganze P2P-Netzwerk, welches in diesem Fall auf dem Bitcoin-Protokoll basiert, bis jeder Peer eine exakte Kopie der Blockchain hat.
Wer auf (s)einem Rechner genug Arbeitsspeicher, Speicherplatz sowie eine Breitbandanbindung hat und permanent online ist, kann ihn (nebenbei) als Node für das Bitcoin-Netzwerk zur Verfügung stellen. Dafür gibt es allerdings keine Gegenleistung.
Anders beim Bitcoin-Mining: Für die Entstehung von Bitcoins sind sogenannte Schürfer (Bitcoin Miner) zuständig. Sie bündeln Transaktionen zu Blocks. Bevor sie einen neuen Block vorschlagen können, müssen sie aufwendige kryptographische Aufgaben lösen. Das Verfahren wird Proof of Work, PoW, genannt. Es steht derzeit in der Kritik, weil diese Art des Minings enorme Rechnerpower benötigt und damit viel Strom verbraucht. In anderen Blockchains und Distributed Ledgers werden oft andere Verfahren genutzt.

Es gibt übrigens offene (permissionless, open public) Blockchains, dazu gehören die Bitcoin- und die Ethereum-Blockchain. Und es gibt geschlossene (permissioned, enterprise) Blockchains wie beispielsweise die verschiedenen Hyperledger Blockchain Frameworks, bei denen nur bestimmte Personen die Möglichkeit zur Beteiligung bekommen.

Wird die Blockchain-Technologie die Wirtschaft, vielleicht die Welt verändern?

Manche meinen, ja! Wir sollten uns darauf vorbereiten!

Anzeige

 
19 Branchen, welche die Blockchain-Technologie umkrempeln wird (19 Industries The Blockchain Will Disrupt) | Future Thinkers (auf YouTube)

Der Blogbeitrag hat Ihnen/dir gefallen? Hier können Sie/könnt ihr tinto bloggt per E-Mail abonnieren. Andere Meinung oder Erkenntnisse? Bitte kommentieren, kritisieren, loben, abonnieren und/oder teilen!

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Geld, Internet, Mitreden | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Tomaten in der Blockchain

Die Blockchain-Technologie ist in und es werden immer neue Anwendungsmöglichkeiten erprobt – jetzt ist die Landwirtschaft dran. Erste Pilotprojekte, beispielsweise mit Tomaten, laufen. Die Blockchain-Technologie könnte einen Beitrag zur schnellen und zuverlässigen Überprüfbarkeit von Qualität, Herkunft und Nachhaltigkeit leisten.

Während Bitcoin und andere Kryptowährungen nur virtuell existieren, gibt es Tomaten wirklich. Doch ebenso wie beim Geld die Angaben über Transaktionen, sind bei Lebensmitteln die Angaben über Herkunft, Anbau, Transport, Lagerung und Verarbeitung durch Manipulation gefährdet. Das genaue Tracking und die Datenhaltung der gesammelten Informationen in einer Blockchain, einem verteilten Datenbankmanagementsystem, schützen davor.

Ripe.io ist ein amerikanischen Startup-Unternehmen zweier ehemaliger Wallstreet-Banker bzw. –Händler, Raja Ramachandran und Phil Harris, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Blockchain-Technologie für die Landwirtschaft nutzbar zu machen, beispielsweise um Tracking-Informationen vom Anbauer bis zur Verwertung bei Tomaten vor Manipulation zu schützen.

Blockchain
Die Blockchain Technology (Blockketten-Technologie) ist eine dezentrale Verwaltungsmethode von Daten – beispielsweise Guthaben und Transaktionen, wie sie in einem Kassenbuch wären -, wobei die Transaktionen mittels kryptographischer Verfahren verschlüsselt und miteinander verkettet werden.
Da neue Transaktionen bzw. Blöcke der Kette auf älteren aufbauen und diese auf noch älteren und weil die Informationen verschlüsselt sind, ist die Kette nachträglich kaum veränderbar und so vor Manipulationen geschützt.
Das Konzept ist durch die Verwaltung der Kryptowährung Bitcoin bekannt geworden, aber im Prinzip kann fast alles, was übertragbar ist, sich in Datensätze fassen lässt und hohe Sicherheitsanforderungen stellt, auch über eine Blockchain sinnvoll(er) verwaltet werden.
Beispiel Bitcoin-Blockchain: Jeder Block der Kette enthält neben den ein oder mehr neuen Transaktionen sowie einer Prüfsumme auch die Information, welcher der Vorgänger-Block ist sowie verschlüsselte Informationen von diesem.

TED Talk: How the blockchain will radically transform the economy | Bettina Warburg

Tomatensorte Sungold F1

Tomatensorte ‚Sungold‘ F1

Ihr erstes Agrar-Blockchain-Projekt startete Ripe.io, zusammen mit Sweetgreen Inc., einem Franchise-Unternehmen, das in seinen Filialen frische, gesunde Salate anbietet (eine Art McDonald’s für gesunde Salate aus frischen Zutaten), und mit der Ward’s Berry Farm, einem Gemüseanbaubetrieb südwestlich von Boston/Massachusetts. Auf Geschmack und Qualität legt der Inhaber Ward besonderen Wert. Seit August werden bei ihm die Reife, Farbe und Zuckergehalt verschiedener Tomatensorten (‚Sweet 100‘ F1, ‚Sungold‘ F1) sowie deren Wachstumsfaktoren wie Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit etc. gemessen und dokumentiert – Daten, die ihm helfen können, die Erntemenge- und –qualität zu erhöhen. Unterstützung erhielt Ward von Caroline Myran, einer Projektmanagerin von Ripe.io, die selbst aus der Landwirtschaft stammt und einen Master in nachhaltiger Landwirtschaft und Ernährung der University of Massachusetts in Amherst hat. Auch während des Transports wurden die Lagerbedingungen dokumentiert. Durch das Festhalten der gesammelten Daten in der Blockchain sollen dem Anbauer, dem Handel und den Restaurants jederzeit zuverlässig und schnell Informationen geliefert werden können.

Ripe.io steckt mit seinem Projekt noch in den Kinderschuhen und ist nicht das einzige Unternehmen auf diesem Feld. Auch IBM arbeitet zusammen mit Dole, Nestle, Unilever und Walmart an einem entsprechenden Projekt.

Von Blockchain-Projekten solle man sich keine Wunder erwarten, geben Vorsichtige zu bedenken, schließlich sei die Blockchain auch nur ein Werkzeug und kein Wundermittel.

Aber im Grunde ist der Wert jeder Datenbank abhängig davon, welche Daten wie zuverlässig gemessen und in sie hineingefüttert wurden und wie gut sie vor Manipulation geschützt sind. Gerade bei Produkten, bei denen die Herkunft und bestimmte Eigenschaften große Auswirkungen auf die Produktbezeichnung (Beispiel: Der Wein für Champagner muss in der Champagne in Frankreich nach vorgegebenen Regeln angebaut worden sein) und Kennzeichnung (Bio-Zertifikate, Regionale Herkunft) und damit indirekt auf den Preis haben, könnte die Blockchain schnellere und sichere Überprüfbarkeit schaffen. Das könnte möglicherweise auch helfen, mehr Kunden-/Verbrauchervertrauen in Verbrauchersiegel aufzubauen.

Anzeige

Mehr Informationen

Veröffentlicht unter Mitreden, Öko-/Bio-Themen | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar