Gewächshaus und Frühbeet erfolgreich nutzen für den eigenen Gemüseanbau (Buchvorstellung)

Knackige Gemüse und frische Kräuter selbst anbauen und ernten − da weiß man, was man auf den Tisch bringt. Mit einem Gewächshaus erweitern Gemüse- und Kräuterfans ihre Möglichkeiten. Ein neuer Gartenratgeber Gewächshaus und Frühbeet erfolgreich nutzen für den eigenen Gemüseanbau* von Eva Schumann ist im Verlag Eugen Ulmer erschienen (Nachtrag: inzwischen in der 2. Auflage) und bietet alles Wissen, das (zukünftige) Gewächshaus- oder Frühbeetbesitzer für den Anbau von Gemüse und Kräuter brauchen. (aktualisiert, Werbung in eigener Sache)

Gewächshäuser und Frühbeete werden von vielen Hobbygärtnern zum Gemüse- und Kräuteranbau angeschafft und genutzt. Nicht alle dieser Selbstversorger möchten sich gleich ein gebundenes Buch wie Das Kleingewächshaus – Technik und Nutzung* von Schumann/Milicka, das im Laufe der Jahre zum Standardwerk wurde, sehr umfangreich ist und alle Nutzungsarten beschreibt, kaufen. Wer wissen möchte, welche Art Gewächshaus oder Frühbeet man braucht, um Gemüse und Kräuter anzubauen, und wie man das dann am besten macht, findet Tipps zur Anschaffung und Technik, gärtnerisches Wissen und Anleitungen zum Gemüseanbau in diesem handlichen und preisgünstigen Taschenbuch – von der termingerechten Anzucht, über Sortentipps, Pflanzung und Pflege der Gemüsearten bis hin zum Arbeitskalender.

Viel Wissen im Taschenbuchformat

Die Themen im neuen Taschenbuch Gewächshaus und Frühbeet erfolgreich nutzen für den eigenen Gemüseanbau* sind beispielsweise:

  • Anschaffung von Gewächshaus, Frühbeet, Folientunnel etc. für die gemüsebauliche Nutzung, Bauteile und Ausstattung, Energie sparen, Spezial: Häufig gestellte Fragen
  • Gärtnerisches, gemüsebauliches Wissen zu Temperatur, Licht, Luft, Boden, Düngen und Bewässern, Anbau ohne Boden, Winternutzung
  • Spezielles Anbauwissen Gemüse und Kräuter: Jungpflanzenanzucht, Frühjahrs- und Herbstgemüse, Sommergemüse im Gewächshaus, Speziale: Termingerechte Jungpflanzenanzucht, Gesunderhaltung

Die Themen werden mit Bildern und Illustrationen veranschaulicht; wo es hilfreich ist, verschaffen Tabellen den Überblick und Extratipp-Boxen liefern zusätzliche Informationen. Dazu gibt es einen ausführlichen Service-Teil mit Bezugsquellen, Buch- und Webtipps.

Gewächshaus und Frühbeet erfolgreich nutzen für den eigenen Gemüseanbau*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart: 2. Auflage (16. Januar 2020)
Taschenbuch, 128 Seiten
ISBN 3-8186-0947-0
-> Online-Bestellung*

Das Taschenbuch ist übrigens keine Teilmenge des gebundenen Buches – auch wenn es thematisch Überschneidungen gibt -, sondern neu konzipiert, geschrieben und umgesetzt worden. Da die Erstauflage des neuen Taschenbuch bei Erscheinen drei Jahre jünger als das gebundene Buch der damals letzten Auflage war, enthält es zusätzlich zum bewährten Gärtnerwissen und den damals neuen Trends noch mehr neue Entwicklungen und Tipps. Da es nicht so umfangreich ist, wie das gebundene Buch, kann es bei einigen Themen wie dem gärtnerischen Grundwissen nicht ganz so in die Tiefe gehen.

Vielen Dank an das Team vom Ulmer Verlag für die angenehme Zusammenarbeit – gemeinsam haben wir alle Herausforderungen, die bei der Entstehung eines Buches immer auftreten, gemeistert.

Einen Überblick über alle Garten-Webprojekte von Eva Schumann Online Publikationen findet man bei www.hobbygarten.de/gartentipps (tinto-Projekt).

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* Buchabbildungen und mit Asterisk gekennzeichnete Links sind Werbelinks zu Amazon.de

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Pflanzen, die Schnecken nicht fressen

Pflanzen, die Schnecken nicht fressen, sind beispielsweise Pfingstrosen

Pflanzen, die Schnecken nicht fressen, sind beispielsweise Pfingstrosen

Gerne wird behauptet, dass nach milden Wintern Schnecken- und Insektenplagen drohen und nach langen, harten Wintern der Garten und vor allem die neuen Jungpflänzchen vor Schnecken sicher seien. Doch die Erfahrung lehrt: Selbst wenn der Winter eisig und das Frühjahr eher trocken war, hält die Wirkung auf die Schneckenpopulation im Garten meist nicht lange an. Es braucht nur ein paar Wochen warmes, feuchtes Wetter und schon sind die Schnecken, und zwar die Wegschnecken ohne Haus, wieder in alter Form und Angriffslust. Und dann ist nichts vor ihnen sicher.
Wirklich?
(zuletzt aktualisiert: 14.9.2021)

Falsch. „Nichts“ ist nicht ganz korrekt. Schnecken fressen zwar sehr unterschiedliche Pflanzenarten und auch vor toten Artgenossen machen sie nicht halt, aber sie sind nicht wahllos bei dem, was sie verspeisen – auch nicht bei ihrer pflanzlichen Kost.

Schnecken haben Vorlieben

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Schnecken metzeln nicht alles Grüne nieder, das ihnen zufällig im Weg steht, sondern haben klare Vorlieben: „Hui sind Tagetes, Salat, Kohl, Erdbeerfrüchte und viele Jungpflanzen, pfui sind aus Schneckensicht zum Beispiel Ziergräser, manche Blütenstauden und Sträucher wie Rosen. Sogar manche Gemüse, Kräuter und Heilpflanzen werden von ihnen verschmäht.

Wegschnecke an Kohl


Wegschnecke an Kohl

Schneckenschaden an Purpursonnenhut


Schaden durch Schneckenfraß am Neuaustrieb von Purpursonnenhut

Nacktschnecke auf dem Kompost


Nacktschnecke auf dem Kompost

Schneckenfreie Beete – ist das möglich?

Möglichkeiten zur Bekämpfung von Schnecken gibt es viele, doch viele der empfohlenen Bekämpfungsmaßnahmen erfordern ziemlich viel Disziplin: regelmäßiges Kontrollieren auf Befall, Absammeln oder Töten der gefundenen Schnecken, regelmäßiges Ausleeren und Neubefüllen der Bier- und anderer Schneckenfallen und so weiter. Wer dazu nicht die Zeit, Lust oder Kraft hat, der überlegt vielleicht, ob er nicht das ein oder andere besonders gefährdete Beet (weil es beispielsweise neben der „Naturecke“ im Garten liegt) ausschließlich mit Pflanzen, die Schnecken nicht fressen, bepflanzt.

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Hier eine kleine Auswahl:

Stauden, die Schnecken nicht fressen (Beispiele)
Zu den Stauden (jährlich wiederaustreibende Pflanzen), die Schnecken in der Regel nicht verzehren, gehören Blutweiderich, Buschwindröschen, Nachtkerze, Pfingstrose, Federmohn, Fetthenne, Frauenmantel, Elfenblume, Lavendel, Staudenphlox, Riesenflockenblume, Storchschnabel, Thymian, Tränendes Herz, Steinbrech, Waldmeister und viele andere. Eine längere Liste findet man in „Die 13 Gartenplagen“ von Thomas Lohrer, erschienen im Ulmer Verlag.

Auch Rasen-Gräser werden geschmäht – zur Freude der Rasenmäher-Hersteller.

Pflanzen, die Schnecken nicht fressen - beispielsweise Kapuzinerkresse

Zu den Pflanzen, die Schnecken nicht fressen, gehört auch die Kapuzinerkresse

Sommerblumen, die Schnecken nicht fressen (Beispiele)
Zu den einjährigen Sommerblumen, die von Schnecken meistens geschmäht werden, gehören Sommerastern, Kapuzinerkresse, Schmuckkörbchen (Cosmos), Balsaminen, Duftsteinrich, Geranien, Goldmohn, Gazanien, Portulak, Ringelblumen und Wicken. Bei Schmuckkörbchen gibt es allerdings widersprüchliche Erfahrungen – es hängt leider manchmal auch davon ab, ob in Riechweite etwas noch Köstlicheres steht (aus Schneckensicht: Tagetes, junge Sonnenblumen, Salat-Jungpflanzen und andere).
Inzwischen gibt es im Gartenfachhandel Saatgutmischungen mit „schneckenresistenten“ Sommerblumen*.

Aus Neugier habe ich ein paar Samen der Schneckenresistenten Blütensymphonie* in einen Topf auf der Terrasse ausgesät. Auch wenn der Topf zu klein ist, sieht man doch, dass die Balsaminen und der weiße Duftsteinrich sehr gut und unbehelligt von Schnecken gedeihen. Wenn ich dort Zauberglöckchen (Calibrachoa) oder Erdbeeren hinstelle, sind die schon nach einer Nacht weggefressen.

Schnecken-Riechweite und Abfangbeete

Apropos, die Angaben zur „Riechweite“ von Schnecken (wie weit Schnecken ihr Nahrungsangebot riechen können) schwanken zwischen einigen Metern und 200 m. Das hängt wohl von der Schneckenart und der Windrichtung ab. Aber große Nacktschnecken können in einer Nacht bis zu 25 m zurücklegen – die Ablenkung mit einem Tagetes-„Abfangbeet“, ist also gar nicht abwegig.

Thyman wird von Schnecken geschmäht

Thyman wird von Schnecken geschmäht

Kräuter und Gemüse, die Schnecken nicht fressen
Zu den Gemüsen, die ziemlich sicher vor Schneckenfraß sind, gehören Artischocken/Cardy, Bärlauch, Bohnenkraut, Endiviensalat, Feldsalat, Rukola, Tomaten, Thymian und Spargel.

Es gibt also Hoffnung – auch für die, die nicht mit technischen Hilfsmitteln, chemischen oder biologischen Methoden (Schneckenkorn oder Nematodenpräparate) in den Kampf gegen Schnecken ziehen möchten. Die Förderung natürlicher Feinde von Schnecken wie Igel und Vögel hält die Schnecken in Schach. Übrigens sind nicht alle Nacktschnecken für die Gartenpflanzen problematisch: Tigerschnegel (eine gemusterte Nacktschneckenart) haben angeblich Wegschnecken auf ihrem Speiseplan. Aber an besonders gefährdeten Stellen im Garten oder auf der Terrasse sät und pflanzt man sicherheitshalber Pflanzen, die Schnecken nicht mögen.

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Mehr Informationen zur Schneckenbekämpfung

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Hochbeete, Tischbeete und Pflanzkisten

Hochbeete sind nun seit ein paar Jahren „in“, alle schwärmen von Hochbeeten – aber meinen oft ganz unterschiedliche „Pflanzbehälter“ damit. Hochbeete gibt es aus verschiedenen Materialien, in unterschiedlichen Höhen und Größen, nach unten offen oder geschlossen, mit oder ohne Frühbeetabdeckung etc. Ich unterscheide bei dem, was alles vom (Online-)Gartenfachhandel als Hochbeet verkauft wird: Hochbeete, Tischbeete und Pflanzkisten. Jede Art hat ihren Einsatzzweck sowie Vor- und Nachteile. Vorstellung und ein paar extra Tipps beispielsweise zu Dränage, Wasserreservoir (Urlaubsbewässerung) und Wasserüberlauf bei Tischbeeten.

Hochbeet, das direkt auf gewachsenem Boden aufsitzt und hoch genug ist, um darin mehrere Schichten unterzubringen

Hochbeete für Garten, Terrasse und Balkon

Ehrlich gesagt, habe ich ein wenig mitleidig gelächelt, als ich im Internet die ersten, vergleichsweise kleinen Hochbeete auf Beinen gesehen habe, die der Gartenfachhandel aus dem Hut zauberte, nachdem Hochbeete zum Megatrend wurden.

Ich kannte bis dahin vor allem das große Hochbeet aus der alten Weihenstephaner Kleingartenanlage, mehrere Meter lang, so breit wie ein normales Gartenbeet und von allen vier Seiten her zu bearbeiten. Dieses Hochbeet war aus Holz, das vom örtlichen Holzhändler stammte, und sehr stabil. Es saß direkt auf dem gewachsenen Boden auf, unten verwehrte ein Maschendraht Wühlmäusen den Zutritt, doch Wasser und Bodenleben konnten in beide Richtungen hindurch, seitlich schützte eine Folie das Holz vor Dauernässe. (In der neuen Weihenstephaner Kleingartenanlage gibt es aber nicht mehr nur dieses eine, sondern viele verschiedene Arten und auch Fertigbausätze mit und ohne Frühbeetdach zum Anschauen.)

Bei entsprechender Höhe bieten solche „Hochbeete ohne Beine“ im Inneren genügend Platz für mehrere → Schichten unterschiedlicher Gartenabfälle übereinander und funktionieren durch den Bodenkontakt wie ein „verkleideter“ Komposthaufen, auf dem man anbaut: mit besseren Wachstumsbedingungen für die Pflanzen und einer besseren Arbeitshaltung für den gärtnernden Menschen.

Tischbeete

Doch auch die Hochbeete auf Beinen, meiner Meinung nach besser als Tischbeete bezeichnet, haben ihre Berechtigung: An ihnen kann man im Stehen oder Sitzen arbeiten – das gibt nicht nur Senioren, sondern auch allen Rückengeplagten die Freude am Gärtnern zurück. Diese Tische auf Beinen gibt es auch mit Rollen, so dass man sie ganz nach Bedarf umstellen kann.

Belächeln muss ich allerdings bis heute, wenn schon bessere Beetumrandungen als „Hochbeete“ im Katalog geführt werden.

Hochbeete im Urban Gardening

Hochbeete waren und sind aber auch ein wichtiges Element des Urban Gardenings, des neuen, und oft mobilen Gärtnerns in der Stadt – besonders bei Umnutzungsprojekten. Diese Hochbeete sind meist nicht ganz so groß, wie die, die ich von Weihenstephan her kannte, denn man will mit ihnen auch umziehen können, wenn man irgendwo vertrieben wird. Das Mobilitätsproblem wird teilweise dadurch gelöst, dass man das Hochbeet von Anfang an auf eine Palette setzt, so dass es mit einem Hubwagen oder Gabelstapler bewegt werden kann. Die Hochbeete im Urban Gardening haben nämlich meist keinen direkten Bodenkontakt, sondern sind unten geschlossen, weil sie nicht auf gewachsenem Boden, sondern auf betonierten Flächen in der Stadt oder auf Schutt-Brachland mit unbekannter Bodenqualität stehen.

Für Urban-Gardening-Projekte: Hochbeet ohne Bodenanschluss auf einer Palette, so dass es mit einem Hubwagen jederzeit schnell umgestellt werden kann. Wie viele Schichten man unterbringt, hängt von der Höhe und Größe der Pflanzkiste/Pflanzsack ab.

Pflanzkisten

Pflanzkisten werden im Urban Gardening von manchen ebenfalls wie kleine Hochbeete genutzt, von anderen aber auch wie Pflanzgefäße und sie stehen dann als solche auch bepflanzt auf Terrassen, Balkonen etc.

Pflanzkisten sind in der Regel mit Folie ausgekleidet und so gebaut, dass sie unten geschlossen sind, denn Bodenkontakt ist nicht gesucht oder nicht möglich. Im Gegenteil: Wenn diese Pflanzkisten auf einem empfindlichen Bodenbelag stehen, muss mit Dränage und kontrolliertem Überlauf in einen entsprechenden Auffangbehälter dafür gesorgt werden, dass kein Überschusswasser auf den Boden sickern und Flecken verursachen kann. Das gleiche gilt, wenn man ein Hochbeet auf einer Dachterrasse aufstellt.

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Dränage, Wasservorrat („Urlaubsbewässerung“) und Wasserablauf 

Hochbeete im Garten haben als unterste eine Schicht aus grobem Material, beispielsweise Gehölzschnitt, und sind zum gewachsenen Boden hin offen. Dadurch sickert überschüssiges Wasser in den Boden.
Hochbeete, Tischbeete und Pflanzkisten, die auf einem wertvollen Bodenbelag o. Ä. stehen und dem Regen ausgesetzt sind, müssen dicht sein (Überschusswasser soll auch nicht vom Balkon die Hauswand hinunterlaufen), benötigen eine Dränage, in der Überschusswasser gesammelt wird, damit nicht die Erde im Wurzelbereich zu nass wird, und einen kontrollierten Ablauf und/oder Überlauf, wenn sich zu viel Wasser in der Dränageschicht sammelt. Die Dränageschicht kann aus groben Materialien wie Kies, Tonscherben oder Blähton bestehen und mit einem Vlies, das man darüber legt, davor geschützt werden, dass die Erde von oben in die Dränageschicht eingeschwemmt wird. Die Höhe der Dränageschicht hängt davon ab, wie wahrscheinlich Gießfehler sind, ob man die Dränageschicht als Wasserreservoir für eine Art selbstgemachte Urlaubsbewässerung nutzen will, ob der Standort regenschützt ist und wenn nicht, mit welchen Regenfällen zu rechnen ist.
Wenn man im unteren Bereich ein Wasserreservoir erlauben oder sogar bewusst befüllen können will, braucht man einen Überlauf, der sich relativ weit oben, aber noch auf Höhe der Dränageschicht befinden sollte. Aus dem Wasserreservoir könnte das Wasser mittels Dochten wieder nach oben geleitet werden, wenn die Pflanzerde oben trocken wird – sozusagen eine einfache „Urlaubsbewässerung“. Wer keinen Wasservorrat haben möchte, kann den Überlauf weiter unten anbringen, bei einem Tischbeet auch einen Ablauf unter dem Tisch anbringen und einen Auffangbehälter darunter stellen.
Für die seitliche Überlauflösung mit Schlauch wird die Überlauföffnung nur so groß gebohrt, wie das Rohr (Anschlussstutzen) dick ist, das da hinein soll. Abgedichtet wird die Öffnung außerdem mit entsprechenden Dichtungen. Mit einer Schlauchschelle kann man einen Schlauch am Anschlussstutzen befestigen, der zu einem Auffanggbehälter führt. Bisher habe ich kein Set für Hochbeet-/Tischbeet-Überläufe gefunden, aber bei Gärtner Pötschke* sieht man am Beispiel „Verbindungsset Flex-Comfort“ (unter Regenspeicherzubehör) – eigentlich für die Verbindung zweier Regentonnen – das Prinzip.
Hinweis: Der Wasserstand im Auffangbehälter muss tiefer stehen als die Überlauföffnung, sonst läuft das Wasser nicht ab. Das aufgefangene Wasser kann man später wieder zum Gießen verwenden.


Buchtipp:
Flexibel und mobil gärtnern: Blumen, Gemüse & Kräuter, Stauden und Gehölze in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen (von Kübeln und Kisten bis großen Pflanzsäcken) anbauen und so Balkone, Terrassen, Dachterrassen, Eingangsbereiche verschönern und/oder für den Selbstversorgeranbau (im Urban Gardening) nutzen. Standortgerecht Gartenträume wahrmachen – vom ansprechenden Eingangsbereich über Duft-, Bienen-, Künstlerbalkon bis zur Wohlfühloase und/oder Selbstversorgerterrasse auf dem Dach.

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8 







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Japankäfer: Fressorgien in Gruppen

Der Japankäfer (Popillia japonica) wurde ungewollt eingeführt und da es ihm hier gefällt, macht er sich nun breit. Da sowohl die Käfer (oberirdisch an Blättern und Blüten) als auch deren Larven (unterirdisch an Wurzeln) großen Schaden anrichten können und es (noch?) nicht genügend natürliche Feinde gibt, zählt er in der EU zu den Quarantäneschädlingen, das heißt er wird amtlich überwacht und bekämpft.

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Der ausgewachsene Japankäfer kann mit dem heimischen Gartenlaubkäfer verwechselt werden. Doch die fünf akuraten hellen Haarbüschel jeweils an den Körperseiten sowie weitere auf dem Hinterleib unterscheiden ihn. (Bildquelle: USDA, gemeinfrei, via Wikimedia Commons)


Begriffe

Lebewesen, die sich ohne menschliches Zutun hier entwickelt haben oder zugewandert sind, gelten als einheimisch (native) oder neueinheimisch (neonative).

Gebietsfremde Arten, die vor 1492 durch menschlichen Einfluss eingeführt wurden und sich etabliert haben, heißen Archäobiota. Arten, die nach 1492 durch menschliches Zutun wie Handel und Reisemitbringsel kamen und blieben, werden Neobiota genannt.

Von den 3000 Neobiota-Arten in Deutschland sind etwa 115 Insektenarten. Von diesen 115 Insektenarten gelten 60 Arten als invasiv. d. h. sie können Schaden anrichten – sei es wirtschaftlicher Schaden in Gartenbau, Weinbau, Land- und Forstwirtschaft, Gesundheitsschäden, soziale Probleme und/oder Schäden an vorhandenen Ökosystemen/Verdrängung heimischer Arten, wobei an letzterem aber vor allem der Klimawandel, Nährstoffeinträge, Pestizideinsatz sowie die Versiegelung und Verbauung von Landschaft schuld sind.

Neue Schädlinge, die nicht genügend natürliche Feinde und ein großes Schadpotenzial haben, werden in der EU als Quarantäneschädlinge gelistet, amtlich überwacht (in Deutschland ist das Julius Kühn-Institut zuständig, Leitlinien zu verfassen) und bekämpft. Es gibt eine Liste der zwanzig wichtigsten Quarantäneschädlinge, einer davon ist der Japankäfer.

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Der Japankäfer

Der etwa 1 bis 1,5 cm lange Japankäfer gehört zu den Blatthornkäfern und ähnelt unserem heimischen Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola), der aber seltener in solchen Massen auftritt, dass er so erheblichen Schaden anrichten würde wie es der Japankäfer schafft. Man kann den Japankäfer anhand seiner hellen Haarbüscheln, von denen er fünf an jeder Seite des Körpers und weitere auf dem Hinterleib trägt, vom Gartenlaubkäfer unterscheiden. Außerdem frisst der Japankäfer gerne in Gesellschaft, tatsächlich lockt er mit Pheromonen weitere Japankäfer herbei. Dann fressen sie dicht an dicht, bis nur noch Blattgerippe übrig sind (Skelettierfraß).

Der Japankäfer stammt ursprünglich aus Asien (Japan, nördliches China und Kurilen). Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurde er in die USA eingeschleppt und entwickelte sich dort zu einem gefürchteten Schädling. In der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts entdeckte man ihn zum ersten Mal auf den Azoren (portugisische Inseln im Atlantik), 2014 dann auf dem europäischen Festland und 2018 ist er auch in Oberstdorf in Bayern angekommen.


Der Japankäfer mag es beim Speisen gesellig. Mit Pheromonen lockt er andere Japankäfer herbei. Hier lässt sich eine kleine Gruppe Japankäfer die Blätter eines Pfirsichbaumes schmecken. (Bildurheber: Zech Smith, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)


Der Japankäfer fliegt ab Mitte Mai bis etwa Anfang August und tut sich an Laub und Trieben gütlich. Was seinen Speiseplan betrifft, ist er nicht sehr wählerisch: Etwa 300 Pflanzenarten schmecken ihm. Einen Hinweis auf seinen Besuch geben die skelettierten Blätter, falls man den meist in Gruppen auftretenden Käfer nicht (mehr) findet.

Zu den Pflanzenarten, die der Japankäfer schädigen kann, gehören Apfelbäume, Steinobst, Mais, Hopfen, Soja, Tomaten, Bohnen, Rhabarber, Erdbeeren, Wein, Rosen und andere Ziergehölze sowie Gräserarten.

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Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier in feuchten Boden, jeweils 2 bis 4 beieinander, im Laufe ihres Lebens insgesamt bis zu 60 Eier pro Weibchen. Aus den Eiern schlüpfen die Larven, die wie bei allen Blatthornkäfern Engerlinge genannt werden (und nur von Fachleuten anhand der Anordnung der Borsten auf dem letzten Hinterleibssegment bestimmt werden können).

Die Engerlinge fressen im Boden an den Wurzeln von Gräsern, aber auch von Pflanzen wie Soja, Tomaten und Erdbeeren. Sie überwintern in frostfreier Tiefe und wandern im Frühjahr wieder nach oben, um weiter an den Wurzeln zu fressen. Anschließend verpuppen sie sich und schlüpfen ab Mitte Mai als erwachsene Käfer. Der gesamte Zyklus dauert ein Jahr, nur in kälteren Regionen zwei Jahre.

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Engerling des Japankäfers (Bildquelle: USDA, gemeinfrei, via Wikimedia Commons).


Wenn die Engerlinge in Massen im Rasen (in Gärten, Parks und auf Golfflächen) auftreten und an den Wurzeln fressen, wird der Rasen darüber braun und unansehnlich. Zwar kommen dann die Vögel als natürliche Feinde und scharren und picken nach den Larven, aber das macht die Rasenfläche erst einmal nicht schöner – doch meist ist der Rasen an solchen Stellen sowieso nicht zu retten, warum also nicht die Vögel futtern lassen und danach erst neuen Rasen anlegen.

Andere Pflanzen als Gräser werden durch den Larvenfraß an ihren Wurzeln geschwächt, sie bilden weniger Früchte oder sterben ebenfalls ab.

Neben den Vögeln sind Laufkäfer, Maulwürfe, Igel und Spitzmäuse ebenfalls natürliche Feinde der Engerlinge. Jeder Engerling der von ihnen verspeist wird, ist ein eierlegender blätterfressender Japankäfer weniger im nächsten Jahr.

Meldepflicht

Wer einen Quarantäneschädling wie den Japankäfer findet, muss das dem zuständigen Pflanzenschutzdienst melden (den Käfer hebt man solange am besten in einem Gläschen auf). In Bayern ist dies beispielsweise die
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Pflanzenschutz
Lange Point 10, 85354 Freising
Tel.: 08161 71-0
E-Mail: ips@LfL.bayern.de
www.LfL.bayern.de/ips


Die Fachleute von der Meldestelle geben Auskunft, was zu tun ist, beispielsweise, ob man den Käfer mit Angabe von Datum und Fundort einschicken soll und welche Maßnahmen zu ergreifen sind.

Im Allgemeinen gibt es keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen den Japankäfer im Haus- und Kleingarten. Der Nützlingsproduzent e-nema spricht von positiven Erfahrungen mit Nützlingen, und zwar mit Nematoden der Art Heterorhabditis bacteriophora, zur biologischen Bekämpfung der Larven des Japankäfers im Boden.

Empfohlen wird von einigen Pflanzenschutzfachleuten, Rasen zur Flugzeit nicht zu bewässern und/oder auf jeden Fall eine höhere Schnitthöhe beim Mähen einzustellen, weil die Rasenfläche dann weniger attraktiv für die Eiablage der weiblichen Japankäfer ist.

Abgeraten wird von Lockstofffallen im befallenen oder befallsgefährdeten Bestand, weil dadurch unter Umständen mehr Japankäfer angelockt als durch die Fallen abgefangen werden.

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Hinweis:
Über den Japankäfer und weitere Quarantäneschädlinge habe ich für den Praktischen Gartenratgeber geschrieben („Gefährliche Käfer aus Asien, Der praktische Gartenratgeber, Heft 2/2020, Obst- und Gartenbauverlag München des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege e. V.)

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