Was sind NFTs? Und worum geht es bei dem Blockchain-, Bitcoin-, Ethereum- und NFT-Hype?

Non-fungible Token (NFT) sind derzeit das Gesprächsthema, wenn es um digitale Trends geht. Erst kürzlich wurde ein virtuelles Grundstück im Blockchain-Spiel Axie Infinity, repräsentiert durch einen einzelnen NFT, für 1,5 Millionen US-Dollar verkauft. Jetzt bietet auch Elon Musk (Tesla, SpaceX u.a.), der sich seit ein paar Tagen Technokönig von Tesla nennt, ein solches NFT zum Verkauf an und soll ein (scherzhaftes?) Angebot von 69 Millionen US-Dollar erhalten haben. Und auch Jeffree Star, früher MySpace-Star und Singer-Songwriter, heute kreativer Allrounder, Beauty- und Fashion-Influencer und erfolgreicher Self-made-Unternehmer (Jeffree Star Cosmetics, Killer Merch u. a.) kündigte seine erste NFT-Kollektion für die nächsten Tage an. (ergänzt am 05.02.2022)

→ Einführung NFTs
→ Blockchains
→ Smart Contracts
→ NFTs für Künstler/Urheber
→ NFTs kaufen und verkaufen, Wallets
→ NFT-Marktplätze
→ Geld verdienen mit Kryptowährungen, Blockchain-Technologie, NFTs, als Affiliate
   → Jeffree Star X Marcelo Cantu
→ Disclaimer





NFT steht für non-fungible Token, nicht austauschbare/einzigartige „Wertmarke“, die in einer Blockchain gespeichert ist.

Als fungibel werden Dinge bezeichnet, die austauschbar sind, beispielsweise Währungen: Jeder Fünf-Euro-Schein ist genauso viel wert wie ein anderer. Es spielt auch keine Rolle, ob man zwei Fünf-Euro-Scheine besitzt oder einen Zehn-Euro-Schein. Genauso ist ein US-Dollar wie der andere, eine (Standard-) Goldfeinunze wie die andere und ein Bitcoin (eine Kryptowährung) wie ein anderer Bitcoin.

Nicht fungibel sind im Gegensatz dazu einzigartige Dinge/Vermögenswerte beispielsweise persönliche Ausweise (Personalausweis, Impfpass etc.), einzigartige Kunstwerke, Grundstücke und Gebäude, aber auch digitale Schöpfungen wie digitale Kunstwerke, Skins (Aussehen und Eigenschaften des Spielers) und andere Elemente in digitalen Spielen, Musikdateien etc. in limitierter Auflage. Die Urheberschaft und die Transfers können mit Einträgen in einer Blockchain zertifiziert und damit auch kommerzialisierbar gemacht werden.

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Ein Vermögenswert wird tokenisiert, wenn von ihm eine digitale Version erstellt wird. Je nach Vermögenswert kann dieser noch gestückelt werden (beispielsweise Immobiie) und jedes Stück durch ein Token repräsentiert werden, das auf einer Blockchain sicher gehandelt werden kann.
 
Blockchain
Eine Blockchain ist eine Art digitales Register/Hauptbuch, dessen Einträge nicht wie sonst bei Daten in einer relationalen Datenbankstruktur auf einem Server aufbewahrt werden, sondern entsprechend der so genannten Distributed Ledger Technology (DLT) in einem verteilten Peer-to-Peer-Netzwerk.

Die DLT macht Zwischenhändler überflüssig. Die Datensätze, Transaktionen, befinden sich samt Metadaten in Blöcken (blocks), die durch kryptographische Verfahren aneinandergereiht werden. Jeder Block hat einen eindeutigen Hash-Wert und er kennt den Hashwert des vorherigen Blocks in der Kette. Die Einträge in einer dezentralen Blockchain können nachträglich nicht manipuliert werden und sie können mit einem Explorer durchsucht werden (Transparenz).

Die Blockchain-Technologie ermöglicht die Schaffung dezentraler Strukturen wie die Bitcoin- und die Ethereum-Blockchain und damit nicht nur die Schaffung digitaler Währungen, sondern auch anderer dezentraler Anwendungen. Immer mehr Menschen sind davon überzeugt, dass die Blockchain-Technologie nicht nur das Internet, sondern die Welt umkrempeln wird.



Bitcoin-Blockchain
Die Bitcoin-Blockchain wurde ursprünglich für die Kryptowährung Bitcoin (wie alle Währungen ein fungibler Vermögenswert) geschaffen und genutzt. Ihr Zweck war vor allem, den Transfer von Geldwerten zwischen Teilnehmern dezental, direkt, nicht manipulierbar und transparent zu ermöglichen und zwar jedem, da die Bitcoin-Blockchain öffentlich (= permissionless) ist. Die Programmiermöglichkeiten auf der Bitcoin-Blockchain waren im Vergleich zu denen auf Ethereum gering, aber viele Entwickler wollten sich damit nicht abfinden und auch auf der Bitcoin-Blockchain Decentralized-Finance-(DeFi)Produkte anbieten können, eben wegen der ausdrücklichen Dezentralisiertheit und der größeren Sicherheit von Bitcoin. [Inzwischen gibt es DeFi auch auf Bitcoin, beispielsweise in Gestalt von Sovryn, einer DeFi-Anwendung mit Belohnungssystem, welche auf einem Bitcoin-Nebenarm namens Rootstock (RSK) aufsetzt. RSK ist mit der Ethereum Virtual Machine kompatibel, die das Smart-Contracts-Protokoll unterstützt.] Sehr interessante Einblicke zur bisherigen und wahrscheinlich zukünftigen Entwicklung der Blockchaintechnologie gibt ein Gespräch Defi on Bitcoin Explained (YouTube Channel Anthony Pompliano) zwischen Anthony Pompliano und Edan Yago.

Bitcoin (Spielgeld)
Der Bitcoin ist eine digitale Währung (Kryptowährung). Es gibt keine echten Bitcoin-Münzen oder Scheine. Die abgebildete Münze ist eine Sammlermünze beziehungsweise Spielgeld von Amazon*.
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Ethereum-Blockchain
Ethereum ist komplexer als die Bitcoin-Blockchain mit einem umfassenden Angebot an Programmiersprachen und Werkzeugen, mit denen es viele Möglichkeiten der Nutzung gibt. Der Kern von Ethereum ist die Ethereum Virtuel Machine (EVM) mit einer Turing-vollständigen Software – das bedeutet: mit universeller Programmierbarkeit. Die Ethereum-Blockchain wird einerseits für die Kryptowährung Ether (abgekürzt: ETH, Symbol: Ξ) benutzt, aber fast von Anfang an auch für anderes, beispielsweise für die Erstellung und den Transfer nicht fungibler Token (NFT) wie persönliche Ausweise (gut für Identity Management), einzigartige Kunstwerke (Rückverfolgbarkeit, eindeutiger Besitzer), digitale Sammlerstücke (Crypto-Collectibles), von denen es nur eine beschränkte Menge gibt, und vieles mehr. Ethereum ist die Blockchain-Plattform für Ether Smart Contracts und dApps.
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Auch der Ether ist eine rein digitale Währung (Kryptowährung). Solche Münzen sind lediglich Symbole oder ein witziges Spielgeld-Geschenk – gekauft bei Amazon.de*.
 
Ethereum Smart Contracts
Die Ethereum-Blockchain-Plattform ermöglicht über ihre Scripting-Funktionalität automatisierte/intelligente Vertragsabwicklung (Ether smart contracts). Diese Skripte werden in den Netzwerkknoten der Blockchain ausgeführt. Wird dabei festgestellt, dass ein bestimmtes Ereignis eingetreten ist, wird das dazugehörige Verfahren entsprechend der Vertragsbedingungen ausgelöst. Die Smart-Contracts lesen und schreiben Transaktionen in die Blockchain. Beispiel für den Einsatz von Smart Contracts: Bei Nichtzahlung von Raten oder nach Ablauf einer bestimmten Zeit, ist das (smarte) Auto/Telefon/Spielelement im Computergame für den Käufer/Mieter nicht mehr nutzbar.

Ethereum DApps
Eine dApp (dezentrale App) ist eine auf einer Blockchain basierenden Open-Source-Software, mit der beispielsweise kryptografisch verschlüsselte Token erzeugt und angeboten werden können. Zur dAPP gehört neben den Smart Contracts das back-end (die verbindende Logik) sowie das front-end, beispielsweise die Webseite, mit dem Nutzer mit der Blockchain interagieren können. Die weltweite Ethereum-Blockchain-Entwicklergemeinde kreiert beispielsweise dApps für neue Projekte, die auf Ethereum gehostet werden. Beispiele sind dAPPs zur Zertifizierung und Lizenzierung von (digitalen) Assets, die Schaffung neuartiger Finanzdienstleistungen (Decentralized Finance, DeFi), die Rückverfolgbarkeit von Lieferketten (Verantwortlichkeiten, Verhinderung von Produktpiraterie etc.), Identitätsmanagement und vieles mehr. dApps auf Ethereum können ganz oder auch nur teilweise dezentral sein, je nachdem wie viel Logik in die Smart Contracts gelegt wird und wie viel in Logik außerhalb der Blockchain, um Anpassungen zu ermöglichen.

Ethereum Standards
Programmier-Standards sind die Regeln, nach denen etwas programmiert wird. ERC steht für Ethereum Request for Comments. Beispiele:
ERC20 ist die Standard-Schnittstelle (interface) für austauschbare Token wie eine virtuelle Währung.
ERC721 ist die Standard-Schnittstelle, die ermöglicht, Smart Contracts als handelbare Token abzuwickeln, ähnlich wie ERC20, nur dass die Token nicht fungibel sind, sondern einzigartig. Jeder NFT hat einen eigenen Smart Contract. Sie werden beispielsweise für Kunstwerke oder Musik verwendet.

ERC1155 ist der sogenannte Multi-Token-Standard. Er ermöglicht gebündelte Transaktionen von NFTs: Mit einem Smart Contract können mehrere Token erstellt werden beispielsweise für limitierte Auflagen.

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Gas geben
Mit „Gas“ kann man Transaktionen priorisieren und beschleunigen, indem man eine hohe Gas-Nummer vergibt. Das erhöht die Transaktionsgebühren, mit denen die Miner (die Schürfer) der Blockchain für das Schürfen („Minen“) bezahlt werden. Dieses Schürfen hat nichts mit Minenarbeit im Bergwerk zu tun, sondern mit teurer technischer Ausstattung und Stromverbrauch für hohe Rechnerleistungen.  

Anwendungen von NFTs für Künstler/Urheber
Bei Kunstwerken alter Meister, die normalerweise im Museum hängen, weiß man, dass es sich um Diebesgut oder um eine Kopie handeln muss, wenn man sie zu einem Spottpreis angeboten bekommt. Anders sieht das bei digitalen Schöpfungen aus, hier sind Künstler/Urheber und später die rechtmäßigen Besitzer kaum nachzuvollziehen. NFTs ermöglichen es unter anderem, den Besitz einzigartiger digitaler Werke, Videospiele, Musikdateien zu zertifizieren und (die Zertifikate und damit die Zahl der zertifizierten Besitzer) knapp zu halten und damit zu kommerzialisieren.
 
Wie kauft man NFTs
Mit NFTs werden Besitzverhältnisse transparent gemacht. Man kann öffentliche Blockchains nämlich mittels Explorern wie https://blockstream.info (Bitcoin-Explorer) und https://etherscan.io (Ethereum Blockchain Explorer) einsehen.

Die auf Ethereum basierten NFTs werden in der Regel mit Ether (oder darauf aufbauenden Währungen) bezahlt. Ether gilt als eine der sichersten Kryptowährungen. Man benötigt eine Ethereum-Wallet, wie sie beispielsweise die Gateway-Applikation Metamask bietet (welche es als Browser-Erweiterung von Google Chrome und als mobile App gibt). Hinweis: In dieser Wallet sollte man nur die Ether halten, die man zeitnah für Aktivitäten benötigt. Die ersten Ether schiebt man von einer anderen Wallet, in der man bereits Ether hat, dorthin. Wer beispielsweise bei bitcoin.de* ist, kann dort verschiedene Kryptowährungen mit Euro kaufen und hat dort automatisch auch eine Wallet für diese Bitcoins, Ethers und andere unterstützten Kryptowährungen.

Weitere Desktop/Online-Wallets, auf denen man seine privaten Schlüssel dann selbst verwalten kann, sind Mist, MyEtherWallet und Exodus. Sie werden in der Regel zusätzlich zu Metamask eingerichtet, um Ethers und Tokens, die man nicht gerade handeln will, dort hinzuschieben.



Wer vor allem handeln/traden will, kann auch einen Broker/Social-Trading-Plattform wie eToro nutzen (eToro Europe Ltd. mit Sitz in Zypern, Privatanleger bis 20.000 Euro Einlagensicherung pro Kunde (nicht pro Konto!)), bei dem man ebenfalls eine Wallet für Ether verwenden kann (eToro Wallet, „versteht“ derzeit 18 Kryptowährungen). Man beachte beim Vergleich von Plattformen (Broker-, Swap- und andere) die Gebühren und die Spreads und bei jeder Transaktion die Gas-Fees!

Das, was man nicht tradet oder bald benötigt, sondern ein paar Tage länger halten will, sowie größere Ether-Beträge überträgt man am besten in eine eigene Wallet, auf die man nur selbst Zugriff hat, so als sei man selbst die Bank. Was lange „liegen“ soll sowie größere Guthaben sollte man zur Sicherheit in eine Hardware Wallet (wie Trezor oder Ledger) schieben, die keine Verbindung zum Internet hat und nicht ausspioniert werden kann.

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Jede Wallet hat eine individuelle Wallet-Adresse (und einen privaten Schlüssel, den man niemals weitergeben darf). Wenn man Ether transferiert, muss man die Wallet-Adresse des Empfängers kennen. MyEtherWallet unterstützt Ether sowie ERC20- und ER721-Token.
 

NFT-Marktplätze (Beispiele)

OpenSea https://opensea.io/
OpenSea ist der größte Marktplatz für Kunst, Sammlerstücke, Spielelemente, Domainnamen etc. mit Auktionsfunktionen, ist aber eigentlich lediglich die Schnittstelle zu SuperRare, Decentraland, rarible und anderen – ist also eigentlich mehr ein Explorer für NFT-basierte Marktplatzprojekte.

SuperRare https://www.superrare.co/
Hier kann man zum Kunsthändler werden. SuperRare ist ein Marktplatz für seltene digitale Kunstwerke. Bezahlt wird mit Ether. Die Plattform verdient an den Galleriekommissionen (15 Prozent). Der Urheber/Künstler erhält 85 Prozent des Verkaufserlöses und bei einem Weiterverkauf des Kunstwerkes ebenfalls jeweils einen Anteil in der Höhe, den er im NFT festgelegt hat, üblich scheinen etwa 10 Prozent zu sein.

Decentraland https://play.decentraland.org/
Decentraland hat einen Marktplatz in einer virtuellen Welt für tokenisierte virtuelle Immobilen und andere Dinge dieser WElt. Bezahlt wird mit Decentraland Coin (MANA) – einer anderen Kryptowährung (1 MANA entspricht derzeit etwa 0,188 US-Dollar).

Weitere Marktplätze für digitale-Kunst-NFTs sind Rarible und Nifty Gateway. Bei Nifty Gateway kann man nicht nur mit Kryptowährung, sondern auch mit Kreditkarte bezahlen.

Screenshot vom NFT-Marktplatz OpenSea
NFT-Marktplatz OpenSea: Die Preise werden bei OpenSea in Ether (ETH) angezeigt. 1 ETH ist aktuell etwa 1.480 Euro wert.

Nachtrag: Inzwischen gibt es NFTs nicht mehr nur auf der Ethereum-Blockchain, sondern auch auf neueren Blockchain-Plattformen wie Solana oder Cardano.

 
Geld verdienen mit Blockchain-Technologie, Kryptowährungen und NFTs

An diesem Hype kann man auf vielerlei Weise partizipieren und auch Geld verdienen:

Investieren in / Traden von Kryptowährungen
Man kann Kryptowährungen wie Ether/Ethereum (ETH), Bitcoin (BTC) und viele andere Coins kaufen und verkaufen, so wie man auch US-Dollar oder Gold kaufen und verkaufen kann. Mit Glück sind die Krypto-Coins beim Verkauf mehr wert als beim Kauf (gemessen in Euro oder US-Dollar, je nachdem womit man eingestiegen ist). Investoren planen langfristig, sie benötigen eine Meinung zum Investitionsobjekt und dessen langfristige Bedeutung für Wirtschaft, Gesellschaft usw. sowie die wahrscheinliche Wertentwicklung. Trader halten die Titel meist weniger als einen Tag, manchmal nur Sekunden, das Handelsobjekt ist ihnen egal, sie brauchen nur eine Meinung zu dessen kurzfristigen Wertentwicklung. Manche tun aber auch beides, Investieren und Traden – erfolgreich sind die, die es zu trennen wissen und für jedes eine eigene Strategie haben.

Der Gewinn ist steuerfrei, wenn man die Coins länger als ein Jahr gehalten hat und mit ihnen nicht zusätzlich Geld verdient hat, beispielsweise durch Verleihen (Crypto-Lending) oder der Beteiligung am Crypto-Staking (Proof of Stake) – dann wird es steuerlich komplizierter. Man sollte sich aber bewusst sein, dass die oben genannten Kryptowährungen und weitere alternativen Digitalwährungen zu Bitcoin (abgekürzt heißen die alternativen Digitalwährungen zu Bitcoin „Alt-Coins“) sehr großen Schwankungen unterliegen. Den Durchblick zu behalten, ist schwierig, denn die Entwicklung in diesem Bereich ist rasant.

Manche Coins haben fundamental keinen Wert (sie sind nicht Mittel, um irgendeinen Dienst oder ein Projekt zu realisieren), sondern sind Meme Coins wie beispielsweise Dogecoin. Die Gefahr, dass eine Meme-Coin-Blase platzt, ist groß. Irgendwann wird die Meute, die den Kurs durch die (unter anderem bei Reddit) verabredete oder durch Elon-Musk-Tweets (Mister „I pump but I don’t dump“) befeuerte Nachfrage nach oben getrieben hat, mit großer Wahrscheinlichkeit weiterziehen. Den letzten beißen dann die Hunde, denn die Preise hängen ab von Angebot und Nachfrage.

Dogecoin - symbolische Münze für diese Meme-Kryptowährung
Der Dogecoin sollte ein Witz sein, eine Parodie auf die überall sprießenden neuen Kryptowährungen. Doch die Kryptoenthusiaten in ihrer Goldgräberstimmung kauften und kauften und der Preis stieg. Dabei ist Dogecoin eine inflationäre Kryptowährung, die wie der US-Dollar ständig nachgedruckt/nachgemined wird. Dogecoin ist aktuell die viertgrößte Kryptowährung, gemessen an der Marktkapitalisierung (Mai 2021). Die abgebildete Münze ist eine Sammlermünze beziehungsweise Spielgeld von Amazon*.
Aber auch bei Kryptowährungen und dApps mit mehr fundamentalem Wert ist man nicht vor Überraschungen sicher. Selbst die Bewertungen der soliden Projekte, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit den derzeitigen Kampf um die Claims gewinnen können, die Innovation bringen und auf denen das Web 3.0 realisiert wird, schwanken sehr stark und damit die Preise für deren Projektbeteiligung/Währung. Wenn man Pech hat, hängt die Bewertung gerade dann in einem Tief, wenn man das Geld braucht und verkaufen will (Liquiditätsplanung). Und selbst bei den guten ist nicht auszuschließen, dass ein besserer, disruptiverer auftaucht, der das Geschäft an sich reißt (vor Google war Netscape die verbreitetste Suchmaschine – kaum jemand erinnert sich überhaupt noch daran, das kann hier genauso passieren). Die Chancen und die Risiken sind in diesem Bereich in diesem Stadium der Entwicklung riesig. Man sollte kein Geld investieren, auf das man angewiesen ist.

Drei Fragen, die man sich vor einer Investition in ein Projekt/Währung des aktuellen Krypto-Hypes fragen sollte (YouTube Channel The Bitcoin Express, Englisch)



Noch viel risikoreicher sind Hebelprodukte auf Währungen wie Optionen, Zertifikate und CFDs. Erfahrende Marktteilnehmer nutzen sie in kleinen Mengen zur Absicherung anderer Positionen. Die, die sie zum Zocken nutzen, gehen damit oft das Risiko ein, sich vollständig zu ruinieren.

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Geldverdienen mit NFTs
Urheber/Künstler können eigene (digitale) Werke direkt auf den NFT-Marktplätzen in NFTs wandeln (genannt „minting“) und verkaufen. Sie können vorgeben, ob und wie sie bei Weiterverkäufen prozentual beteiligt werden müssen (Lizenzgebühr, „royalty“). Aber Achtung: Die Transferkosten für das Minting und das Handeln können (auch abhängig von der Tageszeit) sehr hoch sein.

Sammler und Anleger können NFTs kaufen, sammeln und (eventuell mit Wertzuwachs) weiterverkaufen. Dabei ist zu beachten, dass man vom Anlegerstandpunkt her mit dem Kauf eines NFTs nicht nur in das Kunstwerk, sondern auch in die Währung investiert. Wer sich für die Wertentwicklung seiner Investition in Kryptowährung und in Fiatgeld interessiert, sollte sich also merken, wie viel Euro oder US-Dollar ursprünglich ausgegeben wurden, um die Ether oder andere Kryptowährung für den Kauf der NFTs zu beschaffen, und mit dem Preis am Verkaufstag umgerechnet in Euro oder US-Dollar vergleichen. Wer es ganz genau wissen will, sollte auch die Inflation berücksichtigen.
 
Jeffree Star X Marcelo Cantu Collection. Die NFTs wurden auf der Rarible-Plattform angelegt, sind aber wie im Bild ersichtlich auch über OpenSea zu finden
Gerade frisch online gestellt worden: Die digitalen Kunstwerke der Jeffree Star X Marcelo Cantu Collection. Die NFTs wurden auf der Rarible-Plattform (https://rarible.com/jeffreestar) angelegt, sind aber wie im Bild zu sehen auch über die Meta-Plattform OpenSea (https://opensea.io/accounts/jeffreestar) zu finden.
Jeffree Star X Marcelo Cantu Collection auf Rarible

Auf der Rarible-Plattform werden die digitalen Kunstwerke – hier die Jeffree Star X Marcelo Cantu Collection – in WETH gehandelt.
1 WETH = 1.007091 ETH

Elon Musk hat sich zwar inzwischen von seinem NFT-Angebot bei Twitter distanziert, ist aber sehr in die Blockchain-Technologie mental und in verschiedene Coins finanziell investiert.



Dafür interessieren sich zunehmend Musiker sowie die Modebranche, speziell Dolce & Gabbana, für Blockchains und NFTs.



Geldverdienen als Werbepartner (Affiliate)
Geld verdienen lässt sich auch als Werbepartner von NFT-Marktplätzen beispielsweise als OpenSea-Affiliate oder als Werbepartner von Kryptowährungshandelsplätzen beispielsweise als bitcoin.de Affiliate*.

Geldverdienen mit Aktien und Fonds, die auf Kryptothemen setzen
Wer lieber in die zugrundeliegende Blockchain-Technologie und die Aussicht auf deren wahrscheinlich zunehmende Bedeutung investieren möchte, kann Aktien von Unternehmen kaufen, die von dieser Entwicklung profitieren werden oder würden, wenn alles so läuft, wie es derzeit nach Meinung vieler aussieht, beispielsweise von Microsoft (Azure Blockchain-Dienst: Blockchain-Apps in der Cloud), Nvidia (Grafikkarten für Mining), AMD (Grafikkarten für Mining), IBM (Blockchain-Lösungen), Amazon (Blockchain bei AWS, Amazon Web Services) und anderen. Eine Alternative sind Aktien eines Unternehmens, das in Kryptowährungen und digitale Assets investiert wie die Immutable Holdings Inc. (aber Vorsicht: Die Aktie wird an deutschen Börsen kaum gehandelt, so dass man kaum rein und noch schwieriger wieder raus kommt).

Inzwischen gibt es auch einige Aktienfonds und ETFs, die in Unternehmen investieren, die vermutlich von der Blockchain-Technologie profitieren werden (praktisch die „Enabler“, die die Schaufeln und Siebe verkaufen oder verleihen). Der Vorteil ist, dass solche Fonds in der Regel diversifizierter als eine Aktie sind, weil sie beispielsweise in Firmen verschiedener Sektoren (Informationstechnologie, Finanzbranche, Kommunikationsdienste etc.) und nicht nur in amerikanische und europäische Unternehmen, sondern auch in japanische, südkoreanische, taiwanesische, chinesische und Unternehmen anderer Länder investieren können. Beispiele solcher Fonds sind der börsengehandelte Invesco Elwood Global Blockchain UCITS ETF Acc in US-Dollar und der nicht börsengehandelte HansaInvest-Fonds Chainberry Equity R in Euro.

Kryptofonds, die tatsächlich in Kryptowährungen und Projekte/Token investieren, sind für Kleinanleger nicht ganz einfach zu finden. Sie nennen sich oft Krypto-Index, um nicht an die Regularien für Wertpapierfonds gebunden zu sein (aber Regularien dienen oft dem Anlegerschutz), andere verlangen eine sehr hohe Mindestanlagesumme. Oft sind sie geschlossene, nicht börsengehandelte Fonds (Laufzeitbindung oder zumindest schlechtere Fungibilität (Verkaufbarkeit)), als man es von Aktien oder börsengehandelten Wertpapierfonds und ETFs gewohnt ist. Ein Beispiel für einen geschlossenen Kryptofonds ist der Grayscale Digital Large Cap Fund mit 50.000 US-Dollar Mindestanlage und einjähriger Laufzeit (danach am Zweitmarkt verkaufbar, falls es den dann gibt).

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Risikolos sind weder die Wertpapierfonds und ETFs, die in die „Enabler“-Aktiengesellschaften, noch die Unternehmen, die tatsächlich in Krypto-Vermögenswerte (Kryptowährungen und Token) investieren, aber trotz der jeweiligen Diversifizierung auch nicht, denn auch sie fallen bei einer weltweiten Krise. Krypto- und Technologie-Themen sind sowieso sehr volatil (Aktienpreise stark schwankend) und viele Fonds betreiben außerdem oft noch „Hebelgeschäfte“ wie die Wertpapierleihe mit eigenen Risiken, um ihre Fonds-Performance zu verbessern. Bei Fonds, deren Fondswährung nicht der Euro ist, sollte man auch eine Meinung zur Währungsentwicklung in Bezug auf den Euro haben (Währungsrisiko). Bei Fondsvergleichen achtet man auch darauf, in welche Branchen, Länder und Unternehmen der Fonds investiert und weiteres, was in den Factsheets, Anlegerinformationen, Verkaufsprospekten und Halbjahres-/Jahresberichten zu finden ist. Wichtig finde ich persönlich, ob, an welchen Börsen und wie oft eine Aktie, ein Aktienfonds beziehungsweise ETF gehandelt wird, denn nur dann kann man notfalls schnell verkaufen und muss nicht (tage- oder gar wochenlang) auf eine Verkaufsmöglichkeit beziehungsweise die Abwicklung durch den Investmentfonds warten.

Jede der Möglichkeiten bietet Chancen und Risiken. Man sollte aber nicht vergessen, dass hinsichtlich Blockchain-Technologie alles auch anders kommen kann, als jetzt viele denken oder wie es derzeit den Anschein hat.

Außerdem sollte man sich auch über die Risiken von Aktien und Aktienfonds im Klaren sein, bevor man damit anfängt. Beispielsweise dass ihre Entwicklung auch abhängig von der Zinsentwicklung ist: Sollten die Zinsen für Staatsanleihen etc. steigen, fließt weniger Geld in die Aktienmärkte, weil Anleger (PrivatanlegerInnen, VermögensverwalterInnen, Versicherungen etc.) wieder Geld sicherer und fest anlegen, indem sie Anleihen kaufen, d. h. die Aktienkurse werden erst einmal sinken oder stagnieren. Langfristig gesehen ist die Anlage in Aktien und Aktienfonds in der Regel erfolgreich – wenn man mit etwas Strategie vorgeht, beispielsweise diversifiziert.

Bevor man anfängt, sollte man sich mit der ganzen Materie (Blockchain-Technologie, Kryptowährungen, NFT, Geldanlage) vertraut machen und eine eigene Anlagestrategie (Zeithorizont, Risikobereitschaft, Anlegen oder Zocken) überlegen, bevor man sein sauer verdientes Geld investiert.

Kryptowährungen - Beispiele: Bitcoin, Ether, Dogecoin
Kryptowährungen sind virtuelle Währungen, die man nur in einer virtuellen Geldbörse (Wallet) aufbewahren, aber nicht in der Hand halten kann. Die abgebildeten Bitcoin-, Ether-, Dogecoin-Münzen sind reine Dekomünzen/Sammlerstücke, die wertmäßig keinen Bezug zur jeweiligen Kryptowährung haben.
(ergänzt am ergänzt am 05.02.2022)

Geldverdienen als Angestellter oder Freelancer in der Branche
Trotz regelmäßiger schlagzeilenträchtiger Rücksetzer der Preise von Bitcoin, Ethereum und Co. wächst die Blockchaintechnologie/Kryptobranche rasant und von den wachsenden Neugründungen und sich umorientierenden bestehenden Unternehmen der verschiedenen Branchen werden Mitarbeiter/Auftragnehmer auf allen Ebenen gesucht, vom Führungspersonal über Marketing-Manager bis zu den App-Entwicklern/ProgrammiererInnen. Stellenangebote findet man beispielsweise bei → cryptojobslist.com und → coinmarketcap.com/.

Wer wissen möchte, wie Smart Contracts programmiert werden, kann sich das beispielsweise in einem Tutorial „Solidity in 2 hours“ von freeCodeCamp.org bei YouTube anschauen.



Fazit

Meiner Meinung nach sollten Kryptowährungen, Assets/Token, NFTs, Kryptofonds oder Indizes u. Ä. nur ein Teil einer diversifizierten Geldanlagestrategie sein. Vor allem sollte man einen Liquiditätsplan haben, damit man nicht gezwungen ist, mit riesigen Verlusten bei Tiefstpreisen zu verkaufen, wenn das Auto einen Totalschaden hat, man den Job verliert oder bei anderen privaten „Krisen“.

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Bei allem Hype sind noch nicht alle „Abgase“ dieser neuen Technologien gelöst: Beispielsweise ist der hohe Energieverbrauch beim Mining und jeder Transaktion zur Erfüllung des Konsens-Prozesses (Proof-of-Work-Verfahren bei Bitcoin, derzeit noch bei Ethereum und anderen) eine Umweltbelastung, denn noch ist nicht alle Energie aus erneuerbaren Quellen und selbst wenn Miner nur Energie aus regenerativen Quellen verwenden, dann fehlt diese möglicherweise anderswo und erhöht vermutlich indirekt auch den Öko-Strompreis für alle – zumindest wenn nicht eigens Photovoltaikanlagen o. Ä. für das Mining gebaut wurden). Allerdings sollte der gleiche Maßstab auch für jede andere Technologie und Branche angesetzt werden, die umweltverschmutzende Stoffe erzeugt beziehungsweise schmutzig gewonnene Rohstoffe verbraucht und/oder produziert (jede Industrie, die Kohle verwendet, der Auto- und Flugverkehr, der Benzin, Diesel oder Kerosin verbraucht, alle Unternehmen, die nicht reinen Öko-Strom oder andere umweltfreundliche Alternativen nutzen, alle Privatpersonen, Netzwerke und Rechner, die nicht ausschließlich über Ökostrom eines reinen Ökostromanbieters betrieben werden etc.).

Was derzeit nicht zufriedenstellend ist: Das Proof-of-Work-Verfahren führt zu sehr hohen Transferkosten, die beispielsweise Künstler bei der Schaffung und Kunden beim Bieten oder Kaufen auf NFTs bezahlen müssen (mit ein paar Hin- und Her-Buchungen kann man schnell nicht unerhebliche Beträge verbraten). Bei Ethereum ist aber eine Umstellung auf ein Proof-of-Stake-Verfahren bereits angekündigt (London hard fork mit folgenden Ethereum Improvement Proposals (EIPs): EIP-1559, EIP-3198, EIP-3529, EIP-3541, EIP-3554).

Mit der Dezentralisierung kommt die Frage auf, ob ein Staat noch seine Regulierung und Strafverfolgung durchsetzen kann. Wenn nicht, dann mag das zwar positiv sein in Ländern mit autokratischen Regierungen, doch in Demokratien wollen auch die meisten Bürger, dass Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Hehlerei, Kinderpornografie und andere kriminelle Machenschaften verhindert und verfolgt werden. Was das Interesse an Steuerhinterziehung betrifft, möchte ich hier besonders die Interessen der arbeitenden Bevölkerung betonen, denn würde Steuerhinterziehung nicht geahndet, würden weiterhin die, die mit Arbeit Geld verdienen Steuern zahlen, während vor allem die, die mit Geld/Vermögen Geld verdienen, Möglichkeiten haben, sich dem zu entziehen. Allerdings ist die Behauptung, dass die Nachverfolgung von Bitcoin-Strömen schwieriger sei als die von Fiatgeld nicht bewiesen. Im Gegenteil: Das kürzlich angesichts einer Ransomware-Attacke auf Colonial Pipeline (USA) gezahlte Lösegeld in Bitcoins konnte von den US-Behörden in kürzester Zeit aufgespürt werden (Colonial Pipeline-Bericht CNN Politics).

Andererseits ist das Thema Datenschutz noch nicht gelöst. Beispielsweise kann jeder, der eine Wallet-Nummer kennt, und das ist jeder, der einem einmal Coins geschickt hat, per Explorer alle Transaktionen, die zu dieser Nummer gehören, per Explorer für die öffentliche Blockchain herausfiltern.

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Nachtrag 18.7.2022: Johnny Depps NFT Projekt
Johnny Depp bietet seine eigene Kunst als NFTs bei OpenSea an. Bei ihm steht NFT auch für Never Fear Truth.

 

* Werbelink: Buchabbildungen und mit * gekennzeichnete Links sind mit einem Werbelink versehen, d. h. ich bekomme eine kleine Provision, wenn über solch einen Link eingekauft wird (niemand muss etwas kaufen, alles ist auch nur zum Anschauen!). Mit der Werbung finanziere ich meine Online-Publikationen.

Disclaimer
Über Geldanlage und Börse schreibe ich basierend auf meinen Erfahrungen als Hobbybörsianerin seit 1996 sowie meinen Recherchen zum jeweiligen Thema. Da sich Gesetze ändern und andererseits die Entwicklungen in der Kryptoszene rasant sind, kann ich keine Garantie auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität geben. Die bereitgestellten Informationen sind niemals als Kauf- oder Verkaufsempfehlungen für Wertpapiere oder irgendetwas anderes zu verstehen. Für Ihre Entscheidungen sind nur Sie verantwortlich. Jede Haftung ist ausgeschlossen.

Der Transparenz halber möchte ich darüber aufklären, dass ich einige der aufgeführten Möglichkeiten zu investieren selbst nutze beziehungsweise mit meinen bescheidenen Mitteln teste. Welche der genannten es sind, bleibt mein Geheimnis, damit diese Nennungen nicht als Kaufempfehlung verstanden werden.

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Veröffentlicht unter Allgemein, Geld, Geld verdienen, Geldanlage, Informatik, Internet, Mitreden, Software | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Was sind NFTs? Und worum geht es bei dem Blockchain-, Bitcoin-, Ethereum- und NFT-Hype?

Pflegeleichte Vorgartenlösungen mit Pflanzen sind besser als Schotterpisten

Angesichts der vielen Vorgärten, die in den letzten Jahren mit nacktem Schotter oder Kies bedeckt wurden, schlagen sich viele Pflanzenliebhaber, Ökologen und Stadtklimaforscher die Hände vor den Kopf: „Wissen die denn nicht, dass das dem Artensterben und dem Klimawandel Vorschub leistet? Und wie das aussieht – vor allem nach einigen Jahren.“ Aber natürlich hat es einen Grund, wenn sich die Schottergärten ausbreiten. Die möglichen Ursachen und Beweggründe und welche besseren Lösungen es gibt. (Meinungsbeitrag mit Tipps für Gartenneulinge)

Pflegeleichte Vorgartenlösungen mit Pflanzen sind besser als Schotterpisten
Hinweis
Unter Schottergärten verstehe ich in diesem Beitrag Schotteraufschüttungen, ganz oder fast ohne Pflanzen. Es gibt natürlich auch „echte“ Kiesgärten, die ein Refugium für meist trockenheitsverträgliche Pflanzen sind. Dadurch, dass sie einer Vielzahl blühender Pflanzenarten einen artgerechten Standort bieten, haben sie auch eine positiven Einfluss auf die Artenvielfalt der Fauna (Schmetterlinge, Wildbienen & Co.).

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Warum sich der Schottergarten-Trend meiner Meinung nach überhaupt ausbreiten konnte:

  • Es gibt den Wunsch und oft auch die Notwendigkeit der Arbeits- und Zeitersparnis
    Nicht jeder hat die Zeit und/oder die Kraft, sich um den Garten oder Vorgarten zu kümmern. Manche Menschen sind beruflich viel, manche regelmäßig tagelang unterwegs und/oder sie haben generell lange Arbeitstage, Phasen mit schwierigen Schichten. Andere fürchten, die Wasserkannen nicht schleppen und Rasen nicht mähen zu können (altersbedingt, kräftemäßig oder durch andere Einschränkungen).
  • Gärtnerische Überforderung
    Wer ohne Garten aufgewachsen ist, hat möglicherweise eine Scheu, alleine die Verantwortung für einen Garten zu übernehmen, zu pflanzen und zu pflegen.
  • Kosten
    Auch für einen handtuchgroßen Garten oder Vorgarten braucht man Gartengeräte, sei es den Rasenmäher und Rasenkantenschneider, sei es Grabgabel, Grubber und Rechen, wenn man ein Beet anlegen möchte.
  • Gartentrend/Modetrend
    Vor einigen Jahren kam es in einigen „Szenen“ in Mode, möglichst minimalistisch zu gestalten  – leider aus Sicht der Artenvielfalt und des Klimas. Plötzlich gab es überall in Form geschnittene Immergrüne, Solitäre, und Hecken, die einen monoton grünen Rasen zierten. Grundsätzlich ist meiner Meinung nichts gegen Hecken oder Formgehölze zu sagen, wenn man zusätzlich auch anderes hat: Blühendes für Bienen und andere Insekten, Raupenfutterpflanzen für Schmetterlinge, Verstecke und Futterfundorte für Vögel und Ähnliches mehr.
  • Schlechte Beratung
    Ich habe den Eindruck, dass die Architekten/Bauherren/Eigentümer zu wenig über Pflanzen, Natur und Klima wissen und andererseits vermutlich auch weniger Arbeit mit der Planung eines Schottergartens haben, wodurch sie dann auch dem Wunsch des Auftraggebers, Kosten einzusparen, leichter entsprechen können. Hauptsache, es macht sich gut im Plan und bei der Abnahme kann man etwas ordentlich Aussehendes übergeben und fotografieren.

Doch die Freude an Schotteraufschüttungen wird bald getrübt

Schottergärten haben so viele Nachteile

  • Das Klima am und im Haus ist im Sommer heißer und trocken.
  • Wegen der fehlenden Pflanzen wird kein Schmutz und Staub aus der Luft gefiltert.
  • Wegen der fehlenden Pflanzen wird der Straßenverkehr und sonstiger Schall stärker übertragen.
  • Mit der Zeit werden Schottergärten unansehnlich und es siedelt sich sehr wohl Unkraut an.

Warum Pflanzen die bessere Lösung sind

  • Pflanzen sorgen für ein besseres Stadtklima für alle.
  • Durch Pflanzen entsteht ein besseres Kleinklima am Haus und auch die Temperatur und Luftfeuchte im Haus sind angenehmer.
  • Pflanzen dämpfen die Geräusche, die zum Haus gelangen.
  • Begrünungen sind besser für die Artenvielfalt – von Bodenlebewesen über Wildbienen bis zu den Vögeln werden die Tiere gefördert, was auch den Menschen zugutekommt (ohne Bestäubung fallen viele Nahrungspflanzen aus). Die ökologische Vielfalt und Vernetzung der Lebewesen eines Ökosystems schafft eine gewisse Stabilität, weil (vorübergehende) Störungen ausgeglichen werden können.

Es gibt Pflanzungen, die kaum Pflege brauchen, und es gibt Tricks, mit denen man unerwünschte Pflanzen, das Unkraut, unterdrücken kann.

Wenig Arbeit machen beispielsweise Gehölzpflanzungen, unter denen nach dem Anwachsen eine dicke Schicht Rindenmulch ausgebracht wird. (Tipp: Weil das Ausbringen von Rindenmulch Stickstoff bindet, einmalig mit Hornmehl oder einem anderen organischen Stickstoffdünger düngen.)

Arbeitssparend, schöner als Schotter und mit den Vorteilen lebender Pflanzen sind auch Anpflanzungen von pflegearmen Staudengemeinschaften, die zum Standort passen.

Der Frauenmantel (Alchemilla mollis) ist eine 30 bis 40 cm hohe Staude, die im Juni hellgrün-gelblich blüht und jedes Jahr wiederkommt. Sie kann für sich als Bodendecker oder als „Begleitstaude“ gepflanzt werden - die Blütenfarben höhere Stauden bringt sie regelrecht zum Leuchten.
Der Frauenmantel (Alchemilla mollis) ist eine 30 bis 40 cm hohe Staude, die im Juni hellgrün-gelblich blüht und jedes Jahr wiederkommt. Sie kann für sich als Bodendecker oder als „Begleitstaude“ gepflanzt werden – die Blütenfarben höherer Stauden werden durch den Frauenmantel regelrecht zum Leuchten gebracht.

Aber die arbeitssparendste Bepflanzung ist die Anpflanzung von dauerhaften Bodendeckern.

Dauerhafte Bodendecker sind meist niedrige bis mittelhohe Gehölze oder Stauden, die den Boden nach kurzer Zeit dicht bedecken, so dass das Unkraut kaum eine Chance hat, sich an das Licht zu kämpfen. Wichtig ist nur, dass man sich Pflanzenarten aussucht, die zum Standort passen (Boden, Sonnenstunden, ob gegossen werden kann oder nicht etc.).

Entweder wendet man sich an einen Garten- und Landschaftsbauer, der den Vorgarten nach einer Beratung entsprechend anlegt, oder man geht in eine Baumschule und/oder Staudengärtnerei, lässt sich dort beraten und legt den Vorgarten dann selbst an.

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Hier ein paar Beispiele für Bodendecker:

Bodendecker für karge, trockene, sonnige Standorte
Aschgrauer Storchschnabel (Geranium cinereum): niedrige,polsterbildende Staude mit hübschen pinkfarbenen Blüten
Fingerstrauch (Potentilla) ‚Tilford Cream‘: bis zu 80 cm hoher Kleinstrauch mit cremefarbenen Blüten
Flügelginster (Genista sagittalis): bis zu 80 cm hoher, kriechender Zwergstrauch mit gelben Blüten (besonders für nährstoff- und kalkarme Böden)
Thymianarten (Thymus): Arten von 3 bis 30 cm Höhe in verschiedenen Blütenfarben

Der Sand-Thymian ist ein immergrüner, bodenbedeckender Halbstrauch, der nur wenige Zentimeter hoch wird und auf kalkarmen, sandigen Böden gedeiht.
Der Sand-Thymian ist ein immergrüner, bodenbedeckender Halbstrauch, der nur wenige Zentimeter hoch wird und auf kalkarmen, sandigen Böden gedeiht.
Manche niedrigen Bodendecker sind so anspruchslos, dass man sie sogar auf einem Dach mit dünner Erdauflage mehr oder weniger sich selbst überlassen kann, beispielsweise Sedumarten. (Foto in der Kleingartenanlage in Weihenstephan (Freising) gemacht).
Manche niedrigen Bodendecker sind so anspruchslos, dass man sie sogar auf einem Dach mit dünner Erdauflage mehr oder weniger sich selbst überlassen kann, beispielsweise Sedumarten. (Foto in der Kleingartenanlage in Weihenstephan (Freising) gemacht).

Bodendecker für schattige Standorte
Waldsteinie (Waldsteinia ternata): bodenbedeckende, bis 80 cm hohe Staude mit gelben Blüten, die nährstoffreichen, durchlässigen Boden mag und kurzzeitige Trockenheit gut wegsteckt
Kleines Immergrün (Vinca minor): bis 15 cm hoher, bodenbedeckender Halbstrauch mit blauen Blüten, für nährstoffreichen Boden, der trocken bis feucht sein darf.
Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum „Mayflower), 50 bis 60 cm hoch, blauviolett blühend für frischen Boden auch neben Gehölzen

Vom Storchschnabel gibt es unzählige Arten in unterschiedlicher Höhe und in verschiedenen Blütenfarben, viele von denen eignen sich auch als Bodendecker an halbschattigen bis schattigen Standorten.
Vom Storchschnabel gibt es unzählige Arten in unterschiedlicher Höhe und in verschiedenen Blütenfarben, viele von denen eignen sich auch als Bodendecker an halbschattigen bis schattigen Standorten.

Mit der richtigen Pflanzenauswahl lässt sich viel Arbeit (und auch Wasser) einsparen. Wer sich dennoch unsicher fühlt und/oder beruflich viel unterwegs ist, kann sich möglicherweise mit anderen zusammentun oder jemanden für besondere Aktionen (wie beispielsweise den Rückschnitt im Frühjahr) engagieren.

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Arbeitskalender für Gewächshaus und Frühbeet („Gewächshauskalender“)

Anfang des Jahres erschien beim Verlag Eugen Ulmer mein neues Gewächshausbuch Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff*. Es ist ein immerwährender Arbeitskalender für alle anfallenden Arbeiten im Gewächshaus, Frühbeet, Tomatenhaus, unter Folie und an anderen geschützten Orten nach Monaten. Er enthält für jeden Monat nicht nur detaillierte und praktische pflanzenbauliche Vorschläge und Anregungen, sondern auch ob und was vorzubereiten und am Gewächshaus zu warten ist. (Buchvorstellung in eigener Sache, zuletzt aktualisiert am 19.08.2022)

Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff - zum Buch bei Amazon.de (Werbelink)
Damit Sie keinen Termin verpassen und das Gartenjahr im Gewächshaus, Frühbeet und unter Folie optimal nutzen können: Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff*.

Einen groben Kleingewächshauskalender für alle Nutzungsarten gibt es von mir schon länger online und er ist sehr gefragt, aber der Verlag Eugen Ulmer hat mir die Möglichkeit gegeben, einen wesentlich detaillierteren, immerwährenden Arbeitskalender für die gemüsebauliche Nutzung von Gewächshaus und Frühbeet als Buch zu erstellen, das man jedes Jahr wieder als Planungs- und Arbeitshilfe zur Hand nehmen kann. Das Buch ist gerade erschienen und kann in jeder Buchhandlung sowie beim Verlag Eugen Ulmer bestellt werden.

Warum es dieses Gewächshausbuch braucht

Gewächshausbücher sowie viele andere Gartenbücher sind meist themenorientiert. Das macht Sinn, wenn man sich zu den einzelnen Verfahren und Gemüsekulturen tiefergehend informieren möchte. Ich habe selbst zwei solcher Gewächshausbücher geschrieben: ein großes Buch über Gewächshaustechnik und alle Nutzungsarten von Gartengewächshäusern von Gemüse bis Tropenpflanzen (Das Kleingewächshaus – Technik und Nutzung von Schumann/Milicka*) sowie ein Taschenbuch über den Gemüseanbau im Gewächshaus und Frühbeet (Gewächshaus und Frühbeet: Erfolgreich nutzen für den eigenen Gemüseanbau*). Zwar enthalten diese Bücher auch jeweils einen kurzen Überblick über die Arbeiten im Gewächshaus im Laufe des Gartenjahres, aber wer detailliert nachschlagen können möchte, welche Arbeiten in jedem Monat im und am Gewächshaus anfallen, was man wann vorbereiten, aussäen, vorziehen, pflanzen, pflegen, ernten sollte und welche Instandhaltungsarbeiten in diesem Monat anfallen, der wird froh über das neue Buch Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff* sein, denn es ist ein immerwährender Arbeitskalender, der Ihnen darüber hinaus auch ein wenig Platz für eigene Notizen (Beobachtungen, Sorten etc.) gibt.

Cover hinten vom Buch Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat - Arbeitskalender (Werbelink)
Timing spielt im Gemüse- und Kräuteranbau eine große Rolle. Umso mehr, wenn man den Platz in einem Gewächshaus oder Frühbeet optimal nutzen möchte, denn schließlich steckt jede Menge Arbeit und/oder Geld in dem guten Stück.

Das Buch

Mit dem dauerhaften Arbeitskalender Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt…* wissen Sie immer, was im aktuellen Monat zu tun ist. Sie verpassen keine Termine für Aussaat, Pflanzung, Pflegearbeiten, termingerechte Jungpflanzenanzucht und anderes und Sie bekommen Anregungen, was Sie zu welchem Zeitpunkt anbauen können. Endlich ein ausführlicher Gewächshauskalender, den man jedes Jahr wieder benutzen kann!

Zur Einstimmung und zum besseren Verständnis werden zunächst astronomische, meteorologische und phänologische Jahreszeiten erklärt, dann erläutert, was Gewächshaus, Frühbeet, Tomatenhaus, Folientunnel usw. leisten können sowie ein Überblick über das Gartenjahr und Eckdaten zur Jungpflanzenanzucht gegeben.

Für jeden Monat von Januar bis Dezember wird beschrieben und in Bildern veranschaulicht:

  • Was muss/kann vorbereitet werden
  • Was kann man direkt ins Beet aussäen
  • Was kann man ins Beet pflanzen (selbst vorgezogene oder gekauft hat)
  • Was kann man verfrühen und treiben
  • Welche Pflegemaßnahmen und Ernten fallen an
  • Was kann man jetzt vorziehen, damit es zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgepflanzt werden kann (Jungpflanzenanzucht)
  • Sonstige Gärtnerarbeiten, an die man denken sollte
  • Instandhaltung des Gewächshauses
  • Platz für eigene Notizen mit einem Extratipp

Das Buch enthält außerdem Specials zu den Themen

  • Anbau ohne gewachsenen Boden
  • Wasserversorgung
  • Gründüngung

sowie einen Serviceteil mit Bezugsquellen, Lesetipps und mehr.

Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat - säen - pflanzen - pflegen - ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff. (Werbelink)
Jeder Monat im Buch hat die gleiche Struktur, so dass man sich im immerwährenden Arbeitskalender gut zurechtfindet.
Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat - säen - pflanzen - pflegen - ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff. (Werbelink)
Jeder Monat ist zudem mit praktischen Informationen und Gartentipps gespickt. Am Ende jeden Monats ist zudem etwa eine Dreiviertelseite für Ihre eigenen Notizen reserviert.

Buchdaten

Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff*
Eva Schumann
Ulmer Verlag, Stuttgart (13. Januar 2022)
ISBN-10: 3-8186-1415-6
ISBN-13: 978-3-8186-1415-7

Das Buch enthält 84 Farbfotos, 2 farbige Zeichnungen und 5 Tabellen. Beim Verlag Eugen Ulmer** finden Sie auch einen Blick ins Buch.

Das Buch kann über jede Buchhandlung vor Ort und online sowie direkt beim Verlag Eugen Ulmer** bestellt werden.
Bei Amazon.de findet man es unter https://amzn.to/3JqBnYb*.

Danksagung von Eva Schumann, Autorin von Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat - säen - pflanzen - pflegen - ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff.
Danksagung von Eva Schumann, Autorin von Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat … *

* Werbelink (Buchabbildungen und Werbelinks führen zu einem Werbepartner und ich erhalte eine kleine Provision, falls dort irgend etwas bestellt wird).
** Link zum Buchverlag (unbezahlt, unbeauftragt)

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Ich mache Strom: Solarstrom selbst erzeugen mit mobiler Solarstromanlage

Wer sich keine feste Solaranlage aufs Dach, ans Haus oder in den Garten montieren kann, sucht nach anderen Möglichkeiten, Stromkosten zu sparen, Energieressourcen zu schonen und autark und unbelastet von Stromausfällen zu werden. Ich habe eine kleine Photovoltaik-Insellösung (Solar-Powerbank) ausprobiert, die hauptsächlich zum Laden für Smartphones u. Ä. gedacht ist, und eine etwas größere für Balkon/Terrasse, Kleingarten und fürs Campen im Visier. Erste Erfahrungen und Zwischenfazit. (Disclaimer * und ** am Ende des Beitrages, zuletzt aktualisiert am 18.08.2022).

Nicht nur als Mieter eines Hauses oder einer Wohnung, auch als Eigentümer in einem Mehrparteienhaus kann man nicht einfach baulich etwas verändern und beispielsweise Solarpanels für Photovoltaik auf das Dach, an die Wand, auf den Balkon oder die Terrasse fest installieren. Ohne das Einverständnis des Vermieters und/oder der Eigentümerversammlung geht das nichts. Eine Alternative können mobile Solaranlagen sein.

Meine erste Solar-Powerbank

Um mich an das Thema heranzutasten, habe ich mir eine Solar-Powerbank (HETP Solar-Powerbank*) zugelegt. Eines der Solarpanel ist gleich auf der Powerbank angebracht (ganz rechts), eine weitere Einheit bestehend aus drei Solarpanels kann man einfach anhängen. Sobald man die Powerbank samt Solarpanel(s) in die Sonne legt, wird Strom erzeugt und gespeichert.

Wie viel Strom mit einer Solaranlage pro Zeiteinheit erzeugt werden kann, hängt nicht nur von der Fläche und Art der Solarpanels ab, sondern auch von der Strahlungsenergie (die ist bei uns im Juli etwa 10 Mal höher als im Dezember) und der Ausrichtung der Panels zur Sonne.

Meine Winzlings-Solaranlage mit Speicher (HETP Solar-Powerbank* hat laut Herstellerangabe bei Amazon eine Solarleistung von 4 x 1,5 Watt = 6 Watt. Die Beschreibung bei Amazon.de fand ich ansonsten für Laien verwirrend – wenn auch etwas weniger als bei manchen Konkurrenzprodukten.

Im Lieferumfang enthalten sind die Powerbank mit fixem Solarpanel, ein weiteres Solarmodul mit drei Panels, die magnetisch angedockt werden, ein Ladekabel, das in die Micro-USB-Buchse (USB 2 Micro-USB) der Powerbank und in eine USB Standard-A-Buchse der Ladestation am Stromnetz gesteckt wird und ein Mini-Manual in mehreren Sprachen, darunter auch Deutsch.

Was ich inzwischen herausgefunden habe: Es handelt sich um eine Powerbank (Stromspeicher/Akku) mit Lithium-Polymer-Akkukern, auf deren einer Seite ein Solarpanel fest angebracht ist, an welches man ein weiteres faltbares Solarpanel bestehend aus drei Einheiten sehr einfach mit einem Handgriff andocken kann. Man legt das Set in die Sonne und es beginnt Strom zu erzeugen und in der Powerbank zu speichern. Die Fortschritte des Ladens kann man an der Zahl der leuchtenden LED-Lämpchen an der Seite des Gerätes ablesen. Wenn alle vier blauen Lämpchen ohne Blinken leuchten, ist der Ladevorgang abgeschlossen.

Das Prinzip von Photovoltaikanlagen

Wenn Sonnenlicht auf Solarzellen in Solarmodulen (Solarpanel) fallen, wird dessen Energie in elektrische Energie, und zwar in Gleichstrom, umgewandelt. Dieser Strom wird entweder in Solarstromspeichern (oft Solarbatterien genannt, obwohl eigentlich Akkus) gespeichert oder mittels eines Wechselrichters in ein Stromnetz eingespeist. Wechselrichter werden immer benötigt, wenn Gleichspannung in Wechselspannung umgewandelt wird.



Zwar kann man an meine Mini-Solar-Powerbank während des Stromerzeugens Geräte wie ein Smartphone anschließen und laden/nutzen, aber da ich mein Mobilfunkgerät nicht in die Sonne lege und erst recht nicht unbeaufsichtigt auf der Terrasse liegen lasse, lade ich die Solar-Powerbank tagsüber bei Sonne draußen auf (sie darf auf meinen Liegestuhl) und hole sie über Nacht und bei Regen in die Wohnung, wo ich das Smartphone oder anderes dann auflade/betreibe. Anzeige


Unterschied Batterie und Akku

Ich habe Batterie und Akku zuerst synonym benutzt, so wie ich es auch bei anderen sah. Inzwischen habe ich gelernt: Batterien sind Stromspeicher, die nicht wiederaufgeladen werden können. Akkumulatoren, kurz Akkus, können immer wieder geladen und entladen werden. Der Stromspeicher in einer Powerbank ist also ein Akku, eine Solarbatterie ist eigentlich ein Solarakku und die „Autobatterie“ ist eigentlich ein Akku zum Starten des Autos.



Meine Solar-Powerbank kann über mehrere Wege geladen werden: per Photovoltaik mittels der ein/vier Solarpaneleinheiten oder über andere Stromquellen wie das Stromnetz oder eine andere Powerbank.

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Für den Anschluss dieser anderen Stromquellen gibt es zwei Buchsen zum Laden (Input): laut Beschreibung eine USB-C- und eine Micro-USB-Buchse mit 5 Volt und 2,1 Ampere – das sind die beiden kleinen Buchsen zwischen den zwei großen USB-A-Buchsen (siehe Foto).

Die beiden Buchsen in der Mitte (oben: USB-C, unten Micro-USB aka USB 2 Micro-B) sind zum Laden der Powerbank aus anderen Stromquellen (Input). Die beiden äußeren Steckplätze (USB 3 Standard-A) dafür da, Strom an andere Geräte abzugeben (Output).

Da empfohlen wurde, die erste Ladung mit einer anderen Stromquelle durchzuführen statt den Solarpanels, hängte ich die Powerbank mittels des mitgelieferten (ultra kurzen) Ladekabels (ein Micro-USB-Stecker auf der einen Seite für die Buchse an der Powerbank, ein USB 2 Standard-A-Stecker auf der anderen Seite für die Stromlieferseite) an die USB Standard-A-Buchse mit Quick Charge (QC) meiner GlobaLink 20W iPhone Ladestation, die in einer üblichen Steckdose steckt (die Ladestation hat eine zweite Schnittstelle, USB-C mit PD, Power Delivery, in die ich sonst das Kabel mit einem USB-C-Stecker stecke, das auf der anderen Seite einen Lightning-Stecker hat, der in die Lightning-Buchse des iPhones gesteckt wird.

Apropos USB

USB steht für Universal Serial Bus – das ist eine Schnittstelle für die Datenübertragung und Energieversorgung. Angaben wie USB 2.0., USB 3.0 benennen die Spezifikation, aus welchen sich die Datenübertragungsraten und zulässige Stromstärken und Leistungen ergeben. Angaben wie USB A oder USB B beziehen sich auf die Buchsen- und Steckertypen. Leider ist bei den Produktbeschreibungen nicht immer beides angegeben, was ich hier im Text versuche, besser zu machen. Mehr zu Spezifikationen, Buchsentypen und Ähnliches bei Wikipedia.



Die Kapazität meiner Solar-Powerbank wird bei Amazon.de mit 26800mAh angegeben (Milliamperestunde ist die Maßeinheit für elektrische Ladung), angeblich genug um ein iPhone 5-6 mal aufladen zu können.

Für die Abgabe von Strom an andere Geräte gibt es zwei USB 3 Standard-A-Buchsen, eine mit 5 Volt (Stromspannung) und 1 Ampere (Stromstärke), die andere mit 5 Volt (Spannung) und 2,1 Ampere (Stromstärke) – dass es sich um USB 3 (oder höher) handelt, schließe ich aus der blauen Färbung im Inneren der Buchsen. Allerdings sind laut Wikipedia Stromstärken von mehr als 0,9 Ampere erst in den Spezifikationen USB-BC 1.2, USB Typ C und USB-PD vorgesehen (BC steht für Battery Charging, PD für Power Delivery).

[Nur zum Mitdenken, hier meine grobe Berechnung: USB 3 Standard-A entspräche laut Wikipedia einer theoretischen Leistung von 5 Watt bzw. 10,5 Watt, denn Leistung (P) = Spannung x Stromstärke (U x I).  Allerdings wird der Strom bei USB 2 und USB 3 erst nach Freigabe durch einen sogenannten Host-Controller mit einer höheren Stromstärke als 0,1 Ampere an ein Gerät durchgelassen, bei USB 3 maximal 0,9 A, was bei 5 Volt zu einer Leistung von maximal 4,5 Watt führen würde. Auf den Abbildungen bei Wikipedia sieht der als „USB-3.1-Gen2-Typ-A-Stecker mit Power Delivery“ bezeichnete Stecker für mich nicht anders aus als ein USB 3 Standard-A-Stecker. Die USB-PD-Spezifikation erlaubt eine Ladung von 5, 12 oder 20 Volt bei bis über 5 Ampere (also theoretisch bis 100 Watt). Im Text bei Wikipedia wird allerdings in dem Zusammenhang von einer USB-Typ-C-Steckverbindung gesprochen (und erst ab der hat man laut Spezifikationen eine Stromstärke über 1,5 Ampere). Möglicherweise sind wir hier außerhalb der Spezifikationen? Vielleicht findet sich ein Fachmensch, der/die dieses Gerät getestet und Input und Output gemessen hat, und klärt mich auf].

Hier werden mittels der Solar-Powerbank (auf der Ablage: hinten links) gleichzeitig ein iPhone 13 Pro Max (auf der Ablage: vorne links) aufgeladen und eine LED-Leuchte (im Bild oben rechts hängend) betrieben. Das Kabel zum iPhone hat hier einen USB 2 Standard-A-Stecker auf der Powerbank- und einen Lightning-Stecker auf der iPhone-Seite. Die LED-Leuchte hat einen USB 2 Standard-A-Stecker, der in die zweite USB 3 Standard-A-Output-Buchse der Solar-Powerbank gesteckt wurde.

Die Solar-Powerbank hat eine LED-Anzeige für den Ladezustand. Es gibt vier blaue Lämpchen für vier Stufen (Ladung in Prozent zur Vollladung). Nach einem ganzen Tag in der Sonne war die Anzeige nur eine Stufe weitergesprungen. Das heißt, es braucht drei bis vier Tage Sonne, um das Gerät voll aufzuladen. Das war im April – im November dürfte es noch länger dauern. Apropos Sonne: In der Gebrauchsanleitung wird als Gebrauchstemperatur der Bereich zwischen 0 bis 45 °C angegeben.

Was man mit dem erzeugten und gespeicherten Strom betreiben kann, hängt davon ab, ob eine physische Verbindung hergestellt werden kann, d. h. Anschlüsse und Kabel passen, und ob die „Verhandlungen“ zwischen der abgebenden Solar Powerbank und dem annehmenden Verbrauchgerät positiv ausfallen. Mit der obigen Mini-Solar-Powerbank kann man natürlich keine Heizlüfter mit 2000 Watt betreiben, aber ich war doch überrascht, was alles klappte, nachdem ich jeweils die passenden Adapter dazugekauft hatte.

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Tests mit meiner Solar-Powerbank

Stecker von links nach rechts:
USB 3 Standard-A-Stecker (Adapter mit USB-C-Buchse hinten)
USB 2 Micro-B-Stecker
Lightning-Stecker
USB-C-Stecker
USB 2 Standard-A-Stecker

Erfolgreich laden/betreiben konnte ich folgende Geräte:

  • USB-fähige-Leuchten (hello-LED-Leuchte (3 Watt) und LED-Leuchte für Notebooktastatur (ebenfalls 3 Watt))
    Beide Leuchte haben einen USB 2 Standard-A-Stecker, den ich jeweils in eine der beiden USB 3 Standard-A-Buchsen an der Powerbank (Output) gesteckt habe. Beide taten, was sie tun sollten.
  • Smartphone (iPhone 13 Pro Max, herausgebracht 2021)
    Dafür nahm ich ein Multifunktions-Schnelladekabel, dessen USB 2 Standard-A-Stecker ich in eine der Ausgangsbuchsen an der Solarpowerbank und den Lightning-Stecker in die Lightning-Buchse am iPhone gesteckt habe. (Das Multifunktions-Schnellladekabel hat zwei weitere Stecker: USB-C und USB 2 Micro-B). Das Smartphone ließ sich aufladen.
  • Smartphone (Microsoft Lumia 640 Dual-SIM Smartphone, gekauft 2015, kein Support mehr)
    Dieses 7 Jahre alte Smartphone konnte ich ebenfalls mittels Multifunktions-Schnelladekabel laden. Ich steckte dessen USB 2 Standard-A-Stecker wie gewohnt in eine der Ausgangsbuchsen an der Solarpowerbank und den Micro-USB-Stecker in die USB 2 Micro-B-Buchse am Lumia-Smartphone. Das Oldie-Smartphone ließ sich aufladen.
  • Aufladen und Betreiben eines falt- und ausziehbaren, oszillierenden Standventilators* mit wiederaufladbarer Batterie und USB 2 Micro-B-Buchse (ein Kabel mit USB 2 Micro-B-Stecker auf der einen und USB 2 Standard-A-Stecker auf der anderen Seite war im Lieferumfang enthalten).
Ventilator mittels Solar-Powerbank laden
Auch dieser Standventilator* mit Batterie lässt sich mit der Solar-Powerbank laden.
  • Powerbank (gekauft 2018: Anker PowerCore 20100mAh, 2-Port 4,8 A Output Ladegerät mit PowerIQ Technologie für iPhone, iPad, Samsung Galaxy).
    Die Powerbank habe ich mittels USB 2 Micro-B-Stecker des Multifunktions-Schnellladekabel, den ich in die USB 2 Micro-B Input-Buchse an der Anker-Powerbank steckte, geladen.
  • Apple Tablet und Notebook
    Mein Tablet (iPad Pro 4. Generation mit USB-C-Buchse) und mein Notebook (MacBook Pro mit Apple M1 Chip mit zwei USB-C-Buchsen) ließen sich mit dem obigen Multifunktions-Schnellladekabel nicht aufzuladen. Allerdings hat das obige Multifunktionskabel nur einen USB 2 Standard-A-Stecker für die Solarpanel-Powerbank-Seite, die Solarpanel-Powerbank hat jedoch wie schon erwähnt USB 3 Standard-A-Buchsen für den Stromausgang. Zwar sind USB 2 Standard-A und USB 3 Standard-A steckermäßig kompatibel, aber die Funktionalität (wie die maximale Stromstärke) ist dann auf die von USB 2 reduziert. Das war offensichtlich für obige Geräte ausreichend, aber iPad  und MacBook nicht genug. Ich testete daraufhin, diese mit einem USB 3 Standard-A-an-USB-C-Kabel zu laden, und tatsächlich, das funktionierte sehr gut.
Kabel mit USB 3 Standard-A-Stecker (links: zum Einstecken in eine Output-Buchs an der Solar-Powerbank) und einem USB-C-Stecker (rechts: zum Einstecken in die/eine Buchs am iPad Pro oder McBook Pro)

Folgendes klappte bei mir nicht mit der Solar-Powerbank:

  • HP Pavilion Notebook (17,3 Zoll, Intel Core i7, 1000 GB HDD, 256 GB SSD) aufladen
    Ich versuchte die gleiche Vorgehensweise wie beim Apple Notebook, setzte lediglich einen USB-C-auf-USB-3-Standard-A-Adapter auf den USB-C-Stecker des Kabels und steckte diesen in die USB 3 Standard-A-Buchse am Notebook. Es gab keine Reaktion. Allerdings ist die Buchse des Notebooks zwar laut Handbuch eine USB-3-Buchse, ist aber innen nicht blau gefärbt. Möglicherweise genügt die nicht in jeder Hinsicht dieser (speziellen, nicht genau benannten) USB-3-Spezifikation.
  • Altes Samsung Klapphandy aufladen
    Ich habe noch ein altes Prepaid-Klapphandy, das ich im Auto für Notfälle mitnehme. Dieses hat eine Buchs für einen Hohlstecker (ich glaube, er nennt sich so, ist der Stecker für das Ladekabel und hat nicht die Klinkensteckereinkerbungen). Es gibt Adapterkabel für USB Standard-A auf verschiedene Hohlstecker, aber da das Klapphandy schon vor 10 Jahren weniger gekostet hat, als der mitgelieferte Gutschein wert war, und da es kurz vor dem Kollabieren steht, verzichtete ich darauf, einen solche Adapter zu kaufen und damit auf diesen Test.

Nachtrag: Ich habe meine Solar-Powerbank im August mehrmals über Nacht draußen vergessen und sie hat dabei auch ein paar Tropfen Regen abbekommen. Dies hat ihr, soweit ich es beurteilen kann, nicht geschadet. Sie funktioniert nach wie vor gut. Allerdings würde ich nicht empfehlen, sie anhaltendem Regen auszusetzen oder sie gar unter Wasser zu drücken.

Fazit zu meiner Mini-Solar-Powerbank

Die Solar-Powerbank erzeugte Strom und ich war positiv überrascht, was ich (mit zusätzlichen Adaptern und Kabeln) alles aufladen/betreiben konnte. Allerdings ist die Menge an Strom, die mit den kleinen Solarpanels erzeugt werden kann, nicht weltbewegend. Man hat jedoch einen zusätzlichen mobilen Stromspeicher (Powerbank) und kann diesen bei schönem Wetter draußen aufladen. Wie weit man mit diesem selbst erzeugten Strom kommt, hängt natürlich davon ab, welche Geräte man wie oft aufladen oder betreiben muss/möchte.

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Lohnt sich die Anschaffung dieser Solar-Powerbank finanziell?

Die Solar-Powerbank hat 55,95 Euro brutto (incl. USt) gekostet (ohne die zusätzlichen Adapter). Es kommt also auf den Strompreis (des gesparten Stroms) an und darauf, wie lange das Gerät leistungsfähig ist. Mein Arbeitsstrom kostet derzeit 31,90 ct/kWh, aufgerundet 0,32 Euro/kWh (Brutto-Arbeitspreis für ökologischen Strom von Naturstrom). Bei Ersetzung von knapp 175 kWh hätte ich den Preis also wieder drin. Das hört sich nicht viel an, ist es aber für die Winzlings-Solar-Powerbank.

Die Ladekapazität der Solar-Powerbank von 26800mAh bei 5 Volt Spannung entspricht 134 Wh oder 0,134 kWh (Wh = mAh × V / 1000  laut Online-Rechner pro Vollladung (Wh und kWh sind ein Maß für die elektrische Arbeit). Das Geld wäre demnach erst wieder drin, wenn ich das Gerät etwa 1.300 Mal voll geladen und den erzeugten Strom ersatzweise verbraucht hätte. Wenn man bedenkt, dass man für jede Vollladung etwa 4 Sonnentage benötigt, sind das 5200 Sonnentage. Wenn jeder zweite Tag des Jahres mit 365 Tagen ein Tag mit ausreichend Sonne wäre, dann dauert es immerhin 1300 Tage, also etwa dreieinhalb Jahre – rein rechnerisch und bei Vernachlässigung von abnehmenden Wirkungsgraden, Verlusten bei der Übertragung etc. (Apropos, ich bin keine Physikerin oder Elektrofachfrau, wenn jemand hier einen groben Denk- oder gravierenden Rechenfehler findet, würde ich mich über einen Hinweis per E-Mail an tinto@tinto.de sehr freuen.)

Um Stromkosten zu sparen, lohnt sich die Anschaffung einer solche kleinen Solar-Powerbank, soweit ich das beurteilen kann, derzeit meiner Meinung nach (noch) nicht, aber erstens kann man sie immer als (zusätzliche) Powerbank nutzen, wenn man auf Reisen geht, und man ist bei Stromausfall besser gestellt als ohne. Außerdem dürften leistungsstärkere Geräte mit der Zeit immer günstiger werden.

Doch was ist mit größer dimensionierten Solar-Powerbanks/Photovoltaikanlagen?

Grundsätzliche Vorteile einer Solaranlage

Was spricht grundsätzlich dafür, sich eine Solaranlage anzuschaffen:

  • Wer weniger Strom kauft, hat niedrigere Stromkosten. Wie wir oben gesehen haben, sollte die Anschaffung aber nicht mehr kosten, als es der gesparte Strom die Kosten mindert – wenn es hauptsächlich um die finanzielle Seite geht.
  • Strom aus erneuerbarer Energie, also beispielsweise mit Photovoltaik („solar“) erzeugt, ist umwelt- und klimafreundlicher als Strom, der mithilfe fossiler Brennstoffe oder im Atomreaktor erzeugt wurde.
  • Wenn viele Menschen weniger Energie des öffentlich zugänglichen Energiemarktes nachfragen, trägt das mit viel Glück zu einer Preissenkung bei, da die Nachfrage sinkt. So wird dann nicht nur der Strommarkt, sondern eventuell sogar der Gasmarkt und der Ölmarkt entlastet (wenn viele Menschen statt mit Gas/Öl mit selbst ökologisch erzeugtem Solarstrom heizen). Positive Nebenwirkungen: schnellere Abnabelung von fragwürdigen Energielieferanten/energieliefernden Ländern, kein Geld für Putin’s Kriege und Menschenrechtsverletzungen, weniger Klimagas-Emissionen.

Zusätzliche Vorteile einer mobilen Solaranlage (Solaranlage ohne Stromeinspeisung ins Netz)

Zu den oben genannten Vorteilen kommen folgende hinzu:

  • Eine mobile Solaranlage ist schnell aus- und wieder zusammengepackt und lässt sich platzsparend verstauen.
  • Nichts wird dauerhaft verändert, Bausubstanz nicht angetastet, das Stromnetz, die Zähler oder die Steckdosen nicht verändert und bei einer kleinen Anlage das Gesamtbild des Hauses nicht beeinträchtigt.
  • Wenn man sie nicht gerade riesig auswählt, sondern proportional passend für den Balkon oder die Terrasse, kann sich niemand dadurch gestört fühlen.
  • Ganz kleine solcher Anlagen (Solar-Powerbank), so auch die meine, kann man zum Wandern mitnehmen, die größeren mobilen Solaranlagen (Inselanlagen) machen den Camping-Urlaub komfortabler.
  • Mit einer größeren (mobilen) Anlage und einem Stromspeicher (Akku/Powerbank) ist man von einem etwaigen Stromausfall nicht/weniger betroffen, vorausgesetzt, die Ladefähigkeit der Solarpanel und die Stromspeicherkapazität sind ausreichend groß, für das, was man im Notfall damit betreiben können möchte, und der Strom kann in die Form umgewandelt werden, die ein Gerät braucht (Stromspannung, Stromstärke, Gleichstrom/Wechselstrom, Leistung etc.).

Nur zur Veranschaulichung die Leistung in Watt einiger Elektrogeräte, die Strom nicht speichern, wie es Notebooks oder Smartphones tun, sondern gleich verbrauchen:

USB-LED-Nachtlicht/Leselicht: 3 Watt
USB-LED-Zeltlampe: 5 Watt
Kleinkühlschrank für Camping etc.: 70 Watt
Thermostat-Rohrheizung: 80 Watt
Kühlschrank: 120 Watt
Heizlüfter, Föhn: 2000 Watt
Einzelkochplatte: 2000 Watt
Wasserkocher: 2200 Watt
Herd: 3000 Watt
Doppel-Induktionskochplatte: bis 3500 Watt

Balkonkraftwerk (feste Solaranlage für die Steckdose)

Es gibt inzwischen viele Angebote für steckerfertige kleine Solaranlagen-Sets bis 600 Watt, die man auf dem Balkon oder an der Hauswand anbringen kann. Der erzeugte Strom wird über eine (spezielle) Steckdose in das Stromnetz eingespeist. Aufbau und Anbringen ist nicht kompliziert, aber es gibt Hürden: Als Mieter brauchen Sie die Einwilligung des Vermieters. Als Eigentümer (auch als Vermieter) in einem Mehrparteienwohnhaus müssen Sie das Vorhaben von der Eigentümerversammlung absegnen lassen. Das Hausnetz muss den Anforderungen nach DIN VDE V 0100-551 und DIN VDE V 0100-551-1 genügen, Stecker und Steckdose VDE V 0628‐1 erfüllen. Bevor man sich ans Einkaufen macht, sollte man unbedingt auch Kontakt zum Netzbetreiber aufnehmen und dort unter anderem die Frage nach dem Stromzähler (ob dieser ausgetauscht werden muss und wer das beauftragt und bezahlt) geklärt werden.



Mobile Solaranlagen mit Solarstromspeicher/Powerbank

Wer statt einer festen Photovoltaikanlage mit Einspeisung ins Netz lieber eine mobile Lösung möchte (oder sich damit begnügen muss), benötigt im Grunde die gleichen Bestandteile wie meine kleine Solar-Powerbank oben, nur eben größer. Es gibt sie auch in größer als fertiges Set oder man setzt die Bausteine nach eigenen Wünschen zusammen.

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Für meine Terrasse optisch zumutbar und nicht zu viel Platz verbrauchend wäre beispielsweise die Kombination aus einem faltbaren Solarpanel/-ladegerät und einer Powerbank, wobei ich bei letzterer eine wollte, die neben USB-Stecksystemen, auch 12-Volt-Strom für die Autobatterie (die ebenfalls eigentlich ein Akkumulator ist) liefern und Strom aus einer 230 Volt-Steckdose abgeben kann – einfach weil das noch mehr Möglichkeiten bietet.

Geliebäugelt habe ich mit einer etwas größeren faltbaren Lösung, sie aber (noch?) nicht angeschafft. Als Solarpanel/-ladegerät könnte ich mir das faltbare Big Blue 80 Watt Solar-Ladegerät vorstellen, als Speichereinheit mit den Input- und Output-Buchen liebäuge ich mit der revolt Powerbank 230 Volt (Hinweis: Damit ich die Produktbilder von Amazon verwenden kann, füge ich diese als Anzeige (mit Werbelink) ein.

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BigBlue 80 W Faltbares Solar-Ladegerät

Diese kann man zwar mit optimaler Neigung auf den Boden aufstellen, aber das verbraucht Platz. Ich würde sie wohl einfach in die Terrassentür, an einen Haken an der Wand oder über den Liegestuhl hängen. Das faltbare Panel könnte ich ins Auto packen und mitnehmen, wenn ich irgendwohin müsste. Das Gerät selbst hat keinen Stromspeicher. Man kann Verbraucher während des Sonnetankens anhängen – das Ladegerät hat verschiedene Anschlüsse, aber erst wenn man eine Batterie/Powerbank anschließt, wird der per Photovoltaik erzeugte Strom gespeichert. Preis für BigBlue 80 Watt 236,05 Euro.

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reVolt 230V Powerbank: Mini-Powerbank & Solar-Konverter, 24 Ah, 12/230 V, USB, LED, 120 Watt (Powerstation Solar)

Diese Mini-Powerbank mit Solar-Konverter ist mit 120 Watt Spitzenlast angegeben (belastbar bis 80 Watt Dauerlast). Sie hat laut Beschreibung 2 USB-Ladeports (Buchsen) mit Quick Charge 3.0. Sie hat außerdem eine 230 Volt-Steckdose. Kosten 119,99 Euro brutto.

Mit einem Preis für die Kombination von etwa 356 Euro brutto (netto 299,19 Euro netto) liegt man noch im unteren Preissegment für mobile Solaranlagen mit Speichergerät und entsprechenden Anschlussbuchsen. Noch etwas günstiger ist das fertige Set von Revolt.

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reVolt Solaranlage: Mini-Powerbank & Solar-Konverter mit Falt-Solarpanel, 24 Ah, 120 Watt (Powerbank Solarzelle)

Allerdings komme ich bei beiden nicht in einen Leistungsbereich, der mir den Anschluss von Geräten mit höheren Wattzahlen (Wasserkocher, Kühlschrank, Kochplatte) ermöglichen würde. Auch das Ladegerät von meinem HP-Notebook verlangt 150 Watt. Jedoch gibt es Radio- und TV-Geräte, die sich damit nutzen lassen würden.

Natürlich kann man auch wesentlich größer dimensionieren, muss dann aber richtig Geld auf den Tisch legen. Die teuersten, die ich gesehen habe, kosten um die 2000 Euro. Klein und unauffällig auf der Terrasse unterbringen kann man diese Solarpanel dann eher nicht, aber fürs Campen und andere Situationen kann so eine größere Photovoltaik- Inselanlage ohne Netzeinspeisung eine gute mobile Lösung sein.

Bei der Neuanschaffung sowohl von Solaranlagen als auch von energiesparenden Elektrogeräten sollte man nicht nur berechnen, wie lange es dauert, bis man die Investition über die monetäre Einsparung wieder drin hat, sondern auch an den Energieaufwand und den Rohstoffverbrauch denken, den die Herstellung der Anlage gekostet hat.

Eine Photovoltaik-Inselanlage ermöglicht je nach Größe eine gewisse Unabhängigkeit vom Stromnetz. Ob sich Stromkosten sparen und nicht regenerative Energieressourcen schonen lassen, muss man für die individuelle Situation und Anlage berechnen. Die billigste und umweltschonendste Energie ist immer die, die man erst gar nicht verbraucht.

  • Werbelink: Der Artikel ist unbeauftragt und unbezahlt und alle Geräte und Anschlüsse habe ich selbst gekauft. Meine Arbeit finanziere ich über Werbung – Anzeigen, Werbelinks, Sponsor-Posts und Sponsored Posts.
  • Disclaimer: Ich bin keine Expertin für Solar- oder Elektrotechnik. Ich beschreibe hier nur meine ersten Erfahrungen und Schlussfolgerungen. Nachmachen auf eigene Gefahr! Für das, was Sie tun, sind nur Sie selbst verantwortlich. Jede Haftung meinerseits ist ausgeschlossen.

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Kräuselkrankheit an Pfirsich, Nektarine und Mandelbäumchen

Blütenzweige

Saftige Pfirsiche aus dem eigenen Garten oder vom Balkon – ein Traum, der wahr werden kann. Doch eine Pilzkrankheit macht leider oft einen Strich durch die Rechnung: die Kräuselkrankheit, vor allem, wenn das Frühjahr nass und kalt war. Doch es lässt sich etwas gegen die Krankheit tun.

Am richtigen Standort und mit der richtigen Pflege lassen sich Pfirsiche und Nektarinen auch in Deutschland ernten.

Die Blätter von befallenen Wirtsbäume verformen sich im Frühjahr bald nach dem Austrieb. Sie rollen, kräuseln und verfärben sich (manchmal hellgrün, oft rötlich – je nach Sorte) und wirken dabei teils blasig, teils dick und starr und sie glänzen. Bald verwelken die befallenen Blätter und fallen ab.

Peach leaf curl, Taphrina deformans, Ealing, June 1977 (31021750205)
Diagnose Kräuselkrankheit am Pfirsich: Typisch sind Einrollen, Kräuselungen, blasige Auftreibungen, oft mit Verfärbungen, der Blätter. Ursache ist der Befall mit einem Pilz (Taphrina deformans). (Bildquelle: Dr Mary Gillham Archive Project, CC BY 2.0 via Wikimedia Commons)

Zwar bildet der Baum bald gesunde (!) Ersatzblätter aus, doch je nach Befallsstärke ist er durch die Zeit des Photosyntheseausfalls geschwächt, Früchte fallen ab und die Knospenbildung für das nächste Jahr ist reduziert. Im Mai/Juni bildet der Pilz dann einen weißlichen Filz auf den befallenen Blättern. Das sind die so genannten Asci („Schläuche“), wie man unter starker Vergrößerung erkennen kann. Die Asci wachsen senkrecht aus dem Blatt heraus und bilden Asci-Sporen, die sich verbreiten, keimen und überwintern. 

Die gebildeten Ersatzblätter bleiben jedoch gesund, da sich der Pilz ab der Asci-Sporenphase bis zum Frühjahr des Folgejahres nicht von lebendem Pflanzenmaterial ernährt.

Pfirsichblütenzweige
Die Pfirsich-, Nektarinen- und Mandelbäume werden während des Knospenschwellens und Aufbrechens der Knospen infiziert, wenn das Wetter in dieser Phase kühl und nass ist.

Doch wenn das nächste Frühjahr (Februar/März) nass und kalt ist, dann spült der Regen überwinterte Pilzzellen in die jungen, sich öffnenden Knospen des Baumes. Sie infizieren dort die  Blätter noch vor dem Entfalten und sie durchwachsen auch die Blüten. Einmal befallene Blätter kann man nicht mehr heilen. Man sieht übrigens deshalb nur selten befallene Früchte, weil befallene Blütenknospen im Gegensatz zu den befallenen Blattknospen oft eintrocknen und abfallen.

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Mehrmalig aufeinanderfolgendes Auftreten der Kräuselkrankheit kann einen Baum so stark stressen und schwächen, dass er mit Gummifluss reagiert und Triebe absterben. Will man nicht am Ende einer mehrjährigen Leidenszeit von Baum und BesitzerInnen den Baum im schlimmsten Fall roden, muss man etwas gegen die Pilzkrankheit, seine Ansiedelung und Ausbreitung, tun.

Wirtspflanzen und Verwandtschaft

Der Erreger der Kräuselkrankheit ist ein Schlauchpilz (Taphrina deformans). Er befällt zwar hauptsächlich Pfirsich und von diesen vor allem die gelbfleischige Sorten, aber auch Nektarine und Mandelbäumchen sind nicht sicher. In einem einzigen Fall wurde meines Wissens die Kräuselkrankheit auch an einem Aprikosenbaum diagnostiziert, allerdings sollen in Südamerika befallene Früchte an einigen Lorbeergewächsen gefunden worden sein. Der Pilz ist übrigens eng verwandt mit dem pilzlichen Erreger der Narren- oder Taschenkrankheit (Taphrina pruni) an Pflaumen – ebenfalls aus der großen Abteilung der Schlauchpilze (Ascomycota).

Wichtig zu wissen: Die Krankheit kann die Knospen nur bei Temperaturen unter 16 °C und andauernder Blattnässe (über 12,5 Stunden anhaltend) infizieren.

Vorbeugung gegen die Kräuselkrankheit

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Die Vorbeugung beginnt mit dem Standort und der Sorte, die man auswählt.

Warmer Standort und genügend Luft
Wärmeliebende Pflanzenarten wie den Pfirsich sollte man an warme Standorte pflanzen. Das muss nicht unbedingt im Weinbauklima sein, ein warmer Platz am Haus, aber mit guter Luftzufuhr, kann sich auch eignen.

Regenschutz
So, wie man Tomatenpflanzen vor der Ansiedelung der ebenfalls pilzlichen Kraut-und Braunfäuleerreger bewahren kann, indem man sie vor Regen schützt, so kann man auch Pfirsichbäumchen & Co. vor Regen geschützt anbauen oder – bei Anbau von kleinen Gehölzen im Kübel – aufstellen, beispielsweise vor einer Wand mit Dachvorsprung, auf einem überdachten Balkon oder indem man ihnen ein Regenschutzdach aus einem lichtdurchlässigen Material (Folie oder Kunststoff – wie Gewächshauseindeckung) errichtet.

Pfirsiche und Nektarinen gedeihen bei uns nur in Weinbaulagen oder an geschützten, warmen Plätzen im Garten.

Sortenwahl
Es gibt zwar keine resistenten Sorten, aber doch widerstandsfähigere – beispielsweise sollen weiß- und rotfleischige Sorten weniger anfällig sein. Die Gartenakademie der LWG empfiehlt die Sorten ‚Fruteria‘, ‚Benedicte‘, ‚Amsden‘, ‚Kernechter vom Vorgebirge‘ (= ‚Roter Ellerstädter‘). Und auch der Weinbergspfirsich ist etwas weniger anfällig.

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Pflege
Gute Pflege stärkt Pflanzen. Düngung und Bewässerung von Gehölzen sollten auf den Bedarf entsprechend der Vegetationsphase abgestimmt sein. Eine wichtige Pflegemaßnahme ist auch der fachgerechte Baumschnitt, bei dem nicht nur kranke, erfrorene beziehungsweise aus anderen Gründen abgestorbene Triebe entfernt und der Baum ausgelichtet wird, damit die Luft gut zirkulieren kann, sondern der auch dafür sorgt, dass der Baum schöne große Früchte bildet. Pfirsichbäumchen werden nach der Ernte und während der Blütezeit geschnitten, siehe folgendes YouTube-Video.

Hausmittel gegen die Kräuselkrankheit
Einige schwören auf Stärkungsmittel wie verdünnte Schachtelhalmbrühe, Knoblauchtee oder vorbeugende Präparate aus dem Handel wie Neudo-Vital Obst-Spritzmittel vor allem im Frühjahr zu der Zeit des Knospenschwellens und Öffnens, andere auf Essigspritzungen im Herbst. Zu all diesen Stärkungs- und Hausmitteln sind mir jedoch keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Wirkung gegen die Kräuselkrankheit im Vergleich zu einer unbehandelten Variante am gleichen Standort unter den gleichen Bedingungen bekannt.

Die Erfahrungen – Erfolge oder Misserfolge, von denen im Internet berichtet wird, sind unterschiedlich. Doch es spricht nichts dagegen, die Stärkungsmittel selbst auszuprobieren. Da der Pilz zur Zeit des Knospenschwellens und des Öffnens der Knospen das ganz junge Gewebe infiziert, wird das Stärkungsmittel bereits zu dieser Zeit ausgebracht. Der genaue Zeitpunkt ist abhängig von der Witterung des Winters und des Frühjahrs. Man sollte ab Ende Januar die Knospen beobachten und vorbereitet sein – wer kein Schachtelhalm im Vorjahr gesammelt und getrocknet hat, kann es getrocknet oder schon als Sud zubereitet im Gartenfachhandel kaufen.

Direkte Bekämpfung

Kranke Blätter früh entfernen
Befallene Blätter zeigen bald nach dem Austrieb Symptome. Man sollte sie bald auspflücken, bevor sich der weiße Filz bildet. Bei starkem Befall steht dann zwar möglicherweise nur noch ein Gerippe, aber der Baum treibt bald gesunde Ersatzblätter (um den Johannistrieb am 24. Juni herum). Man gibt die abgepflückten und vom Boden aufgesammelten Blätter sicherheitshalber nicht auf den Komposthaufen im Garten, sondern in den Restmüll.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Obwohl ich persönlich davon die Finger lasse, diese Information der Vollständigkeit halber: Für den Haus- und Kleingarten sind aktuell Präparate auf Basis des Wirkstoffes Difenoconazol zugelassen (Beispiel Präparat Duaxo Universal Pilz-frei). Sinn macht die Anwendung nur in der Zeit des Knospenschwellens und Aufbrechens. Da der Wirkstoff Nebenwirkungen auf Marienkäfer (schwach schädigend), Erzwespen (schädigend), Algen (giftig), Fische und Fischnährtiere (giftig) hat, würde ich persönlich dann doch den Knoblauchsud oder ähnliches zur Stärkung bevorzugen.

Disclaimer

Zulassungen von Wirkstoffen und Präparaten ändern sich ständig. Sie können die aktuellen Zulassungen auf der Website des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit abfragen: Wählen Sie bei HuK/Alle Haus und Kleingarten, bei Kultur Pfirsich und bei Schadorganismus Kräuselkrankheit aus der jeweiligen Drop-down-Liste. Wenn Sie auf der Trefferseite auf die jeweilige Handelsbezeichnung oder die Zulassungsnummer klicken, erhalten Sie außerdem Anwendungshinweise sowie Informationen zu Nebenwirkungen auf Nützlinge/natürliche Gegenspieler und mehr.

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